Drei Fragen an: Bürgermeister Marko Schilling

8. Dezember 2021

Marko Schilling ist seit 2009 ehrenamtlich Amtsvorsteher des Amtes Zarrentin, seit Mai 2014 ehrenamtlich Bürgermeister der Gemeinde Lüttow-Valluhn, seit 2019 im Vorstand des Kommunalen Anteilseignerverbandes der WEMAG und gehört seit 2021 dem Aufsichtsrat der WEMAG an. Als Diplom Finanzwirt (FH) arbeitet Marko Schilling gegenwärtig als Sachgebietsleiter für Betriebsprüfung und als Hauptsachgebietsleiter Automation im Finanzamt Hagenow. In der Gemeinde Lüttow-Valluhn leben etwa 850 Menschen.

In welchen Bereichen haben Sie bereits mit der WEMAG zusammengearbeitet?

Meine erste intensive Begegnung mit der WEMAG hatte ich im Rahmen der Kommunalisierung im Jahr 2009. Schon damals war ich davon überzeugt, dass die WEMAG in ihrer Funktion als regionaler Versorger eine überaus wichtige Rolle für die Unternehmen, private Verbraucher und Kommunen im westlichen Mecklenburg spielt. Ich habe darin die Chance erkannt, das Energienetz als notwendigen Bestandteil der öffentlichen Infrastruktur und damit der kommunalen Daseinsvorsorge wieder in kommunale Hand zu überführen. Deshalb hatte ich damals auf Amtsebene und in der Region für die Kommunalisierung geworben. Zusammen mit der WEMAG wurde 2019 das Leitprojekt der Leader-Förderregion Schaalsee umgesetzt, mit dem in den beteiligten Kommunen zwölf Ladesäulen aufgestellt wurden, für die die WEMAG den Betrieb und die Abrechnungen sicherstellt. Bereits 2011 und 2012 wurde durch die WEMAG Netz GmbH das Mittelspannungsnetz für mehrere Logistikunternehmen im Businesspark A24 und in Zarrentin ausgebaut und verstärkt. In diesem Zusammenhang wurde auch das Ortsnetz von Schadeland und Testorf mit modernisiert, was dort zugleich die Versorgungssicherheit und -stabilität erheblich verbesserte.

Marko Schilling ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Lüttow-Valluhn

Marko Schilling ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Lüttow-Valluhn. Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

Wie haben Sie die Zusammenarbeit bislang empfunden?

Die WEMAG hat es in den vergangenen elf Jahren geschafft, sich klar als kommunales Unternehmen zu definieren. Es ist spürbar, dass seit der Kommunalisierung die Mitarbeitenden in dieser Unternehmenskultur tief verwurzelt sind. Die Zusammenarbeit habe ich immer als sehr sachorientiert und vor allem auf Augenhöhe empfunden. Alle Maßnahmen sind gemeinsam mit der Amtsverwaltung und den Gemeinden abgestimmt worden. Die Kommunikation ist dabei kontinuierlich, transparent und die Belange der Gemeinde erhalten einen gleichrangigen Stellenwert. Ein Beispiel in der jüngsten Zeit ist dafür der Breitbandausbau. Hier finden neben den alltäglichen Abstimmungen im laufenden Baubetrieb auch regelmäßige Arbeitsgespräche statt, bei denen die Bauausführenden die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister dezidiert über den aktuellen Stand informieren und offene Fragen besprochen werden. So zum Beispiel, ob es eine Parallelverlegung von Glasfaserleitung und Stromkabel für die Straßenbeleuchtung geben kann.

Welche Vorhaben planen Sie in diesem und im nächsten Jahr in Ihrer Gemeinde?

Zunächst ein kleiner Rückblick: Anfang 2021 konnten wir nach über zweijähriger Um- und Neubauphase die gemeindeeigene Kindertagesstätte „Schwalbennest“ endgültig fertigstellen. Damit gibt es nun in drei modernen Häusern die Betreuungsmöglichkeit für bis zu 120 Kinder. Wir freuen uns, dass trotz aller Widrigkeiten durch die Corona-Pandemie der Breitbandausbau in den Gemeinden und Ortsteilen nun wieder Fahrt aufnimmt. Ich hoffe, dass ab Ende 2022/Anfang 2023 die Glasfaseranschlüsse auch tatsächlich zur Verfügung gestellt werden können. Denn die Breitbandanbindung ist ein überaus wichtiger Standortfaktor für die Unternehmen – und mit Blick auf das Homeoffice natürlich auch für viele Privathaushalte. Ein weiteres wichtiges Projekt für 2022/2023 ist der barrierefreie Umbau aller Bushaltestellen im Gemeindegebiet. Neben der Umsetzung eines kleinen gemeindeeigenen Bebauungsplanes mit sechs Grundstücken in Lüttow wollen wir gemeinsam mit der LGE Mecklenburg-Vorpommern GmbH in Valluhn einen großen Bebauungsplan umsetzen. Die insgesamt über 40 Baugrundstücke sollen dazu beitragen, die sehr große Nachfrage nach Wohnbauflächen etwas zu entspannen.

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