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Elektro-Autos

21.01.2015

Elektroautos auf der Überholspur: Zulassungen verdoppeln sich

Erstmalig werden in Deutschland innerhalb eines Jahres mehr als 10.000 Elektroautos zugelassen werden. Das sind etwa doppelt so viele wie im Vorjahr, sagte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobil-industrie (VDA) anlässlich der VDA-Halbjahres-Pressekonferenz Anfang Juli. Zum Jahresende werden damit geschätzt 25.000 reine Elektroautos und sogenannte Plug-In Modelle auf deutschen Straßen unterwegs sein.

E-Autos - der Markt wächst

So klein der Markt heute noch ist, wer ein E-Auto kaufen möchte, dem bieten deutsche Hersteller schon jetzt 16 Serienmodelle an. 2015 kommen weitere 13 neue Modelle hinzu. Das zeigt neben der wachsenden Bedeutung dieses Segments auch die zunehmende Dominanz Deutscher Anbieter in diesem Markt. Mit dem hohen technischen Know-How der Hersteller wie auch der Zulieferer wie beispielsweise Bosch, Continental oder ZF Friedrichshafen ist Deutschland bestens gerüstet, um Innovationsführer zu werden.

Elektro Auto - Inbetriebnahme WEMAG Ladesäule Neustadt Glewe

Für wen lohnen sich E-Autos?

„Wer zum Beispiel täglich aus einem Vorort in die Stadt zur Arbeit pendelt, kann mit einem Elektroauto erheblich Spritkosten sparen. Auch für gewerbliche Nutzer – wie Kurier- oder Pflegedienste, die immer wieder dieselben Strecken fahren und eine jährliche Laufleistung im mittleren Bereich haben –  lohnt sich ein E-Auto“, meint Matthias Wissmann.
Vor zwei Jahren sah das noch deutlich anders aus. Laut einer Studie des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) der Hochschule Nürtingen aus dem Jahr 2012 sparten die Kunden zwar beim Verbrauch, allein der Anschaffungskosten lagen damals noch gut 40 Prozent über denen eines Autos mit konventionellem Motor. Hinzu kämen noch die hohen Kosten für die Lithium-Ionen-Batterien von etwa 450 Euro je Kilowattstunde. Ein Elektroauto lohnte sich damals erst ab einer Laufleistung von 150.000 Kilometern. Bei einem zu erwartenden Sinken der Batteriepreise werde sich diese Grenze bis 2015 auf 30.000 Kilometer verschieben, hieß es damals. Bis dahin, forderten die Autoren der Studie, müsse der Staat die Anschaffung von Elektroautos mit bis zu 5.000 Euro subventionieren. Zu dieser Subvention ist es nicht gekommen. Eingetroffen ist aber die prognostizierte Entwicklung der Preise für Lithium-Ionen-Batterien. Gesunken sind zudem auch die Anschaffungskosten für Elektroautos.

1 Million Elektroautos bis 2020 – Wie ist das zu schaffen?

Für die nahe Zukunft hat die Bundesregierung ein ehrgeiziges Ziel aufgerufen. Eine Million E-Autos sollen 2020 in Deutschland unterwegs sein. Da liegt die Vermutung nahe, dass trotz sinkender Preise noch einiges in Anreizsysteme und Infrastruktur investiert werden muss, damit sich diese Zahl realisieren kann.

Der Ausbau der Ladesäulen-Infrastruktur ist hier ein ganz zentraler Punkt. Zwar hat sich hier vieles verbessert, aber es gibt durchaus noch Luft nach oben. Zudem ist die Preissituation zum Teil sehr unübersichtlich, wie die Wochenzeitung „Die Zeit“ am Beispiel von RWE darstellt.

Rechtliche Rahmenbedingungen für die eindeutige Kennzeichnung von Elektrofahrzeugen (Batterie, Plug-In, Range-Extender) könnte ein Elektromobilitäts-Gesetz schaffen.

Steuerlich werden E-Autos schon heute bevorzugt. Stromer sind zehn Jahre von der KFZ-Steuer befreit. Die Nachfrage könne die Bundesregierung steigern, indem sie etwa Unternehmen verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten bietet. Bund und Länder könnten bei der Erneuerung ihrer Fuhrparks hier mit gutem Beispiel vorangehen, so Matthias Wissmann. Das koste auf lange Zeit noch nicht einmal Geld. Denn Deutschland hat die besten Chancen, Innovationsführer in Sachen Elektromobilität zu werden und damit auch einen Großteil der Wertschöpfungskette im Land zu behalten.

Die Kostenvorteile bei Elektroautos

Wer in Gedanken bereits mit der Anschaffung eines Elektroautos spielt, wird sich auch mit den Kosten befassen. Elektroautos sind zwar mittlerweile von mehreren Herstellern verfügbar, aber die Einstiegspreise sind nicht zu verachten. Der BMW i3 kommt mit knapp 35.000 Euro daher, beim VW e-up! liegt der Preis knapp unterhalb von 30.000 Euro und ein elektrisch betriebener Smart ist für rund 24.000 Euro zu haben. Bleibt also die Frage: Lohnt sich das?

Sparpotenziale bei Elektroautos

Am meisten Geld lässt sich normalerweise über den Kraftstoff sparen. Nicht selten kann sich die Situation an den Ladesäulen aber als etwas unübersichtlich gestalten, denn die Preise sind vom jeweiligen Anbieter, der Ladedauer und der Ladeleistung abhängig. In der eigenen Garage sollten es zwischen 25 und 30 Cent pro Kilowattstunde sein. Je nach Fahrweise und Fahrmodus kommt man so auf Kosten, die zwischen 4 und 5 Euro je 100 Kilometer liegen.

Wer allerdings Pech hat, der erwischt eine Ladesäule, bei der die Ladung mehr als im Durchschnitt kostet. In dem Fall erhöhen sich natürlich auch die Kosten pro 100 Kilometer merklich. Vergleicht man in solchen Fällen das Elektroauto mit einem sparsamen Diesel wie beispielsweise dem VW Golf Bluemotion, dann ist letzterer auch die günstigere Variante. Denn der Selbstzünder kommt auf 6,75 Euro pro 100 Kilometer. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Anbieter, die den Strom kostenlos anbieten. RWE betreibt beispielsweise europaweit 16 Ladestationen mit Gratisstrom für Elektrofahrzeuge.

Günstiger als Benziner: Steuern und Wartung

Weitere Sparpotenziale lassen sich über die Kfz-Steuer realisieren, denn Elektroautos sind über 10 Jahre davon befreit. Und auch bei der Wartung kann gespart werden: Viele Bauteile verschleißen bei Elektroautos deutlich langsamer. Einige typische Verschleißteile wie Zahnriemen und Kupplung sind gar nicht erst vorhanden und können somit auch keinen Schaden nehmen. Eine Studie des Instituts für Automobilwirtschaft hat belegt, dass die Wartungskosten für Elektroautos 35 Prozent niedriger als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor sind.

Elektroautos am Arbeitsplatz

Elektroauto Foto © Horst Schmidt /fotolia.de

Elektroautos am Arbeitsplatz: 5 Vorschläge zur Optimierung

Das Elektroauto kann vor allem auf kurzen Strecken und im Pendelverkehr vom und zum Arbeitsplatz durch seine hohe Wirtschaftlichkeit überzeugen. Aber um fahren zu können, wird Strom benötigt, und Ladestationen stehen noch längst nicht an allen Stellen zur Verfügung. Vor allem Arbeitnehmer, die per Elektromobil zur Arbeit fahren, wünschen sich eine stärkere Berücksichtigung ihrer Mobilitätsbedürfnisse. Was kann also getan werden, um es den Mitarbeitern mit Elektroautos etwas leichter zu machen? Um diese Frage hat sich das Unternehmen ChargePoint, weltweit der größte Produzent von öffentlichen Ladestationen für Elektroautos, einige Gedanken gemacht, woraus fünf Vorschläge hervorgegangen sind.

1. Genügend Ladestationen installieren

In der Praxis hat sich gezeigt, dass jede Ladestation zwei Elektroautos versorgen kann. Ein Wagen wird am Vormittag geladen, der andere am Nachmittag. Der Wechsel erfolgt damit praktischerweise zur Mittagspause. Betriebe sollten angesichts der immer größer werdenden Popularität von Elektroautos unbedingt auf eine ausreichende Anzahl an Ladestationen achten. Auch wenn heute noch zwei solcher Stationen ausreichend sein mögen, so werden in Zukunft doch deutlich mehr benötigt.

2. Die richtige Platzierung der Ladesäulen

Wenn eine Ladesäule zwei Fahrzeuge versorgen soll, ist es natürlich ratsam, sie so zu platzieren, dass auch beide erreicht werden. Weniger optimal wäre es, müssten diese beim Wechsel erst noch umgeparkt werden. Die einfachste Lösung besteht also darin, einfach eine Ladesäule zwischen zwei Parkplätzen zu positionieren. Zudem ist es wichtig, dass diese Stellplätze auch als solche gekennzeichnet sind, damit sie nicht von Autos mit Verbrennungsmotor zugeparkt werden. Teilen sich mehr als zwei Kollegen eine Ladestation, sollten jene mit bereits aufgefülltem Akku den Platz auch schnell wieder für ihre Kollegen freigeben.

3. Schlüsselsammlung am Empfang

Nicht immer steht zum Umparken gerade die nötige Zeit zur Verfügung. Vielleicht ist auch der eigene Arbeitsplatz weit vom Parkplatz entfernt. In solchen Fällen empfiehlt sich ein Vorgehen nach amerikanischem Beispiel: Die Schlüssel für Elektrofahrzeuge werden am Empfang gesammelt. Muss dann beispielsweise ein Wagen dringend an die Ladestation, die von einem bereits aufgeladenen Fahrzeug besetzt ist, kann auch jemand anderes den Wagen schnell umpositionieren.

4. Vernetzte Autos – vernetzte Mitarbeiter

Damit die bereits genannten Beispiele noch besser funktionieren, empfiehlt sich eine reibungslose Kommunikation zwischen den einzelnen Fahrern. Diese kann beispielsweise durch einen E-Mail-Verteiler oder ein schwarzes Brett etabliert werden. So wissen einzelne Mitarbeiter direkt Bescheid, wenn zum Beispiel gerade eine Ladestation freigeworden ist.

5. Laden nach Plan mittels Reservierungslisten

Einzelne Ladestationen lassen sich aber auch planmäßig belegen. Wenn solche Reservierungslisten eingeführt worden sind, sollten diese möglichst leicht erreichbar sein, etwa per App oder über eine eigene Webseite.

Elektrofahrzeuge in der Öffentlichkeit: E-Kennzeichen

Mehr nicht-monetäre Anreize für E-Mobilität. Das ist das Ziel einer Initiative bestehend aus dem Bundesverband eMobilität (BEM) und dem Bundesverband Solare Mobilität (BSM). Es soll Elektroautos beim Verbraucher beliebter machen. Ein Weg, dieses Ziel zu erreichen, ist das einheitliche Kennzeichen für Elektroautos. Es soll Bestandteil eines Gesetzesentwurfs bezüglich der Elektromobilität sein, auf deren Umsetzung die beiden Verbände derzeit drängen. Der Gesetzentwurf enthält seit langem geforderte Punkte, die nötig sind, um Elektromobilität im großen Stil auf Deutschlands Straßen zu etablieren.

Nachhaltig tanken mit Elekroautos

Nachhaltig tanken mit Elekroautos Foto © Barbara Eckholdt /pixelio.de

Konkrete Nutzungsvorteile durch das E-Kennzeichen

BEM-Präsident Kurt Sigl und die BSM-Vorsitzende Thomic Ruschmeyer erläutern die Vorzüge des Kennzeichens: Mit dem einheitlichen Kennzeichen für Elektrofahrzeuge sollen Nutzervorteile verbunden sein. Dazu gehören beispielsweise die Mitbenutzung von Sonderspuren, vergünstigtes Parken oder die exklusive Zufahrt in bestimmte Wohngebiete und Lieferzonen. Im Gegensatz zur bekannten Null-Emissions-Plakette soll das Kennzeichen E sowohl vorne als auch hinten am Fahrzeug sichtbar sein. Das ermöglicht eine schnellere Prüfung, ob die Nutzervorteile auch mit Recht in Anspruch genommen werden.

Gute Gründe für das Kennzeichen E

Man verspricht sich von dem Kennzeichen, die Elektromobilität in Deutschland entscheidend voran zu bringen. Dazu werden gleich mehrere Gründe genannt:

– Verbesserung der Sichtbarkeit von Elektromobilität in der Gesellschaft.
– Leichtere Identifizierung von Elektrofahrzeugen in Kfz-Werkstätten und an Unfallstellen, da bei beiden weitergehende Qualifikationen für die verwendete Hochvolttechnik erforderlich sind.
– Höhere Akzeptanz in der Bevölkerung durch gesetzliche Anerkennung
– Staatliche Unterstützung zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes
– Da die steuerliche und versicherungstechnische Behandlung von Elektrofahrzeugen nicht den herkömmlichen Grundsätzen folgt, werden Bestimmungen benötigt, die den Besonderheiten auch gerecht werden.

Das neue Kennzeichen soll nach Forderung der Verbände allein für lokal emissionsfreie Fahrzeuge Verwendung finden. Dazu gehören rein elektrisch betriebene Fahrzeuge, Plug-In-Hybride und Elektrofahrzeuge mit eingebautem Range-Extender. Darüber hinaus sei es noch wünschenswert, das Kennzeichen an den tatsächlichen Verbrauch an Strom aus erneuerbaren Energien zu koppeln. Damit soll sich dann feststellen lassen, ob Elektromobile tatsächlich sauber unterwegs sind.

Aufgeklärt: Antworten zu den wichtigsten Fragen rund um Elektromobilität

Deutschland verfolgt ambitionierte Ziele, was die Klima- und Energiepolitik anbelangt. Auch die Elektromobilität spielt dabei eine tragende Rolle. Doch gibt es nach wie vor Unsicherheiten von Seiten der potenziellen Kunden. Noch sind viele Fragen offen – acht von ihnen sollen im Folgenden beantwortet werden.

1. Wie groß ist die Reichweite eines Elektroautos?

Diese Frage trifft gleich den derzeitigen Hauptkritikpunkt in Sachen E-Mobilität. Elektroautos haben bekanntlich eine deutlich kürzere Reichweite als Benziner, aber dies schränkt die Alltagstauglichkeit weniger ein, als viele denken. Standard sind derzeit Reichweiten zwischen 150 und 200 Kilometern mit einer kompletten Ladung. Für die meisten der im Alltag gefahrenen Strecken ist das völlig ausreichend, denn statistisch betrachtet sind 95 Prozent aller Strecken kürzer als 50 Kilometer, die Durchschnittslänge aller gefahrenen Strecken liegt sogar nur bei 15 Kilometern.

2. Was ist ein Range-Extender?

Übersetzt kann unter einem Range Extender ein Reichweitenverlängerer verstanden werden. Dabei handelt es sich um einen zusätzlichen Verbrennungsmotor. Diese sind allerdings nicht wie bei einem Hybridfahrzeug mit dem Antrieb verbunden, sondern dienen als Stromgenerator. Ist die Batterie auf einem niedrigen Ladestand angelangt, schaltet sich der Range Extender automatisch hinzu.

3. Wie fährt sich eigentlich ein Elektroauto?

Kurz und knapp: Flott und leise. Denn ein Elektroauto bietet vom Start weg das volle Drehmoment, was wiederum eine zügige Beschleunigung ermöglicht. Um das Fahrgefühl treffend zu beschreiben, ist auch schonmal von einem unsichtbaren Gummiband die Rede. Zudem verursachen die Elektromotoren kaum Lärm. Einige Modelle sind sogar so leise, dass sie akustische Warnsignale aussenden, wenn Fußgänger in der Nähe sind, da man sie sonst gar nicht oder erst sehr spät wahrnehmen würde.

4. Wo lassen sich Elektroautos aufladen?

Sowohl an der heimischen Steckdose bzw. Ladestation als auch an sogenannten Schnellladestationen. Bei letzteren dauert der Ladevorgang dank bis zu 50 Kilowatt Ladeleistung nur bis zu 30 Minuten.

5. Wie lange hält so eine Batterie?

Langzeiterfahrungen gibt es derzeit noch nicht. Die meisten Hersteller geben auf ihre Akkus jedoch eine mehrjährige Garantie. Bei BMW sind es 8 Jahre bzw. 100.000 Kilometer. Verschleißt der Akku vorher, gibt es vom Hersteller Ersatz.

6. Was genau ist unter Rekuperation zu verstehen?

Dieser Begriff steht für die Energierückgewinnung beim Bremsen und Verzögern. Die so gewonnene Energie wird dem Akku zugeführt. Die Bremswirkung der Rekuperation kann im Alltag übrigens sehr angenehm sein, da es zu einem verringerten Bremseinsatz kommt.

7. Wie umweltfreundlich sind Elektroautos?

Elektroautos sind im Prinzip so umweltfreundlich wie der Strom, mit dem sie betrieben werden.

8. Gibt es günstigere Alternativen zum Elektroauto?

Elektroautos sind vor allem in der Anschaffung teuer. Wem die Kosten noch zu hoch sind, der kann auf Fahrzeuge mit Erd- oder Autogasantrieb ausweichen. Diese Antriebsart lässt sich übrigens auch bei normalen Benzinern noch nachrüsten. Sowohl Auto- als auch Erdgas sind im Moment noch deutlich günstiger als Benzin.

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