Wir freuen uns, Sie seit dem 15.03.2021 wieder persönlich in unserem Kundencenter beraten zu können. Um Ihre und unsere Sicherheit zu gewährleisten, müssen wir weiterhin Sicherheitsmaßnahmen einhalten. Unser Infomobil ist vorübergehend nicht unterwegs. Dafür bitten wir weiterhin um Verständnis.

Elektroautos starten durch

21.04.2021

Elektroautos starten durch: Zulassungen 2020 fast vervierfacht

Im August 2009 hat die Bundesregierung ein ehrgeiziges Ziel ausgerufen: Eine Million E-Autos sollen 2020 auf Deutschlands Straßen unterwegs sein. Zwar wurde dieses Ziel klar verfehlt. Trotzdem war 2020 ein voller Erfolg für die E-Mobilität: Knapp 400.000 Neuzulassungen von Fahrzeugen mit elektrischem Antrieb wurden in diesem Jahr nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) registriert. 2019 waren es erst 110.000. Insgesamt wurden zwischen 2010 und 2020 mehr als 700.000 Elektrofahrzeuge in Deutschland zugelassen. Etwa die Hälfte davon sind rein strombetriebene Fahrzeuge. Bei der anderen Hälfte handelt es sich um sogenannte Plug-in-Hybride, also Fahrzeuge mit einer Kombination aus Verbrennungsmotor und extern aufladbarem Elektromotor.

Staatliche Förderung befeuert Elektroauto-Boom

Mit ein Grund für diese rasante Entwicklung sind sicher die großzügigen Fördermittel, die für Elektroautos ausgeschüttet werden. Im Rahmen des Corona-Konjunkturpakets hat die Bundesregierung die bisherige Kaufprämie für E-Autos noch einmal verdoppelt. Bis zu 6.000 Euro staatliche Förderung gibt es seit Juni 2020 für reine Elektroautos, Plug-in-Hybride werden mit bis zu 4.500 Euro gefördert. Dazu kommt noch die Herstellerprämie von maximal 3.000 Euro für reine E-Autos und bis zu 2.250 Euro für Hybridfahrzeuge. Auch die Einrichtung privater Ladestationen wird durch ein KfW-Förderprogramm mit 900 Euro bezuschusst. Ganz wichtig dabei: Die Förderung ist an einen Stromtarif mit 100 Prozent Ökostrom gekoppelt!

Elektro Auto - Inbetriebnahme WEMAG Ladesäule Neustadt Glewe
WEMAG Comic - umweltbewusstes Auto fahren - haben Sie das Auto auch in grün?

@Mario Lars

Kostenvergleich: Wie teuer ist ein Elektroauto?

Förderungen hin oder her - noch immer haben Elektroautos den Ruf, für Otto Normalverbraucher viel zu teuer zu sein. Doch an der Preisfront hat sich in den letzten Jahren viel getan: Unter den in Deutschland derzeit verfügbaren 140 Modellen befinden sich auch einige überraschend günstige. So wie der Mini-SUV Dacia Spring Electric, der dank Förderung nur noch rund 10.000 Euro kostet. Eine Reihe weiterer Modelle kommt nach Abzug der Förderung auf deutlich unter 20.000 Euro: beispielsweise der Fiat 500 (23,8 kWh), der Renault Twingo Z.E. oder der Smart EQ forfour.

Laufende Kosten vom Stromtarif abhängig

Deutlich im Vorteil sind E-Autos bei den laufenden Kosten. Der tatsächliche Stromverbrauch ist natürlich stark vom Modell und der Ladeleistung der Batterie abhängig. Die derzeit sparsamsten Stromer kommen im aktuellen ADAC-Ecotest auf einen realen Verbrauch von rund 16 - 18 kWh pro 100 km. Sportwagen wie ein Audi e-tron oder Jaguar i-Pace schlucken auch schon einmal 25 kWh oder mehr. Bei einem Verbrauchspreis von 22 Cent/kWh kommt man so je nach Fahrzeugtyp und Fahrweise auf rund 3,50-5,50 Euro pro 100 km, wenn man in der eigenen Garage tankt. Vorsicht: An öffentlichen Ladesäulen kann der Strom oft erheblich teurer sein!

Unser Tarif: WEMAG Ökostrom Ladesäule

Günstiger als Benziner: Steuern und Wartung

Weitere Sparpotenziale lassen sich über die Kfz-Steuer realisieren, denn Elektroautos sind über 10 Jahre davon befreit. Und auch bei der Wartung kann gespart werden: Viele Bauteile verschleißen bei Elektroautos deutlich langsamer. Einige typische Verschleißteile wie Zahnriemen und Kupplung sind gar nicht erst vorhanden und können somit auch keinen Schaden nehmen. Eine Studie des Instituts für Automobilwirtschaft hat belegt, dass die Wartungskosten für Elektroautos 35 Prozent niedriger als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor sind.

Elektroautos in der Gesamtbilanz immer wirtschaftlicher

Bleibt die Frage: Lohnt sich das? Den Experten des ADAC zufolge immer öfter ja! Der Automobilclub hat in einer umfangreichen Studie die Gesamtkosten von Elektroautos und vergleichbaren Diesel- oder Benzin-Fahrzeugen gegenübergestellt, angefangen vom Kaufpreis über Kraftstoff bzw. Strom bis hin zu Wartung, Versicherung und Service. Auch der Wertverlust wurde mit einbezogen. Für den Kostenvergleich hat der ADAC eine Haltedauer von 5 Jahren und eine jährliche Fahrleistung von 15.000 Kilometer vorausgesetzt.

Das Ergebnis: Elektroautos können immer häufiger mit Benzin- oder Diesel-Fahrzeugen mithalten oder übertrumpfen diese sogar. So kommt der VW ID.3 Pro (58 kWh) auf kumulierte Kosten von 43,7 Cent / km, während es der Golf 2.0 TDI Life DSG auf mindestens 48,3 Cent / km bringt. Auch der BMW i3 (125 kW) schlägt mit Gesamtkosten von 48,6 Cent / km den vergleichbaren Benziner 118i (103 kW), der es auf 51,3 Cent / km bringt. Vorausgesetzt sind bei allen diesen Berechnungen die aktuellen Kraftstoff- und Strompreise (Stand März 2021). Wie viel man in Zukunft an der Tankstelle oder Ladesäule bezahlen wird, lässt sich natürlich nicht langfristig vorhersagen.

Umweltbilanz von Elektroautos: Stromerzeugung ist entscheidend

Abgesehen von wirtschaftlichen Überlegungen ist für viele Nutzer auch die Umweltbilanz von Elektroautos ein wichtiger Faktor bei der Kaufentscheidung. Die Diskussion über die ökologischen Folgen der Elektromobilität wird seit Jahren sehr kontrovers geführt. Fakt ist: Elektroautos können immer nur so umweltfreundlich sein wie der Strom, mit dem sie betrieben werden. Denn auch wenn das E-Auto selbst abgasfrei fährt, stoßen Öl- oder Kohlekraftwerke im Hintergrund sehr wohl CO2 aus. Wer aus Umweltgründen auf ein Elektroauto umsteigt, sollte daher möglichst reinen Ökostrom tanken.

WEMAG Comic - Elektroauto erstmal den Motor frei brennen

@Mario Lars

Batterien oder der ökologische Rucksack von Elektroautos

Doch CO2-Emissionen und andere Schadstoffe entstehen nicht erst im Betrieb, sondern bereits bei der Herstellung von Fahrzeugen. Eine umfassende Umweltbilanz muss daher den gesamten Lebenszyklus - von der Produktion bis hin zur Entsorgung - berücksichtigen. Bei der Lebenszyklus-Analyse von E-Autos fällt leider die aufwendige Herstellung der Batterie schwer ins Gewicht. Die derzeit verbreiteten Lithium-Ionen-Akkus sind einerseits energieintensiv in der Herstellung, andererseits benötigen sie hohe Mengen an Kobalt, Kupfer und Nickel. Der Abbau dieser Schwermetalle verursacht in den Fördergebieten starke Umweltschäden sowie soziale und gesundheitliche Probleme.

Laut einer Prognose des Umweltverbands Transport & Environment (T&E) könnten technologische Weiterentwicklungen aber schon innerhalb der nächsten 10 Jahre den Bedarf an Lithium für Elektroauto-Akkus halbieren, auch die benötigte Menge an Nickel und Kobalt soll maßgeblich sinken. Die neue EU-Batterieverordnung schreibt ab 2026 ambitionierte Recycling-Quoten für Nickel, Kobalt und Kupfer (jeweils 90 %) sowie Lithium (35 %) vor.

Derzeit aber gilt: Durch den "CO2-Rucksack" der Batterie schneiden Elektroautos in der Herstellung schlechter ab als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Auf der anderen Seite verursachen sie im Betrieb aber deutlich weniger Emissionen. Der ADAC hat in einer Lebenszyklus-Analyse bereits 2019 berechnet: Setzt man den durchschnittlichen deutschen Strommix voraus, dann dauert es 219.000 km oder 14,6 Jahre, bis ein E-Golf das entsprechende Dieselfahrzeug in der CO2-Bilanz "überholt" hat.

Tankt der E-Golf hingegen reinen Ökostrom, dann macht er bereits nach 40.500 km oder weniger als 3 Jahren das Rennen.

 

Wie lange halten die Batterien?

Die Batterien sind auch ein wesentlicher Kostenfaktor, ihr Austausch meist teuer und unwirtschaftlich. Die Haltbarkeit der Akkus bestimmt daher maßgeblich die Lebensdauer von Elektroautos. Grundsätzlich verliert jeder elektrochemische Energiespeicher mit der Zeit an Leistungsfähigkeit, wobei die Zahl der Lade- und Entladezyklen eine wesentliche Rolle spielt. Nach Herstellerangaben sollen die Batterien rund 1.500 Ladezyklen überstehen, ohne wesentlich an Speicherkapazität zu verlieren. Viele Hersteller gewähren Garantien von bis zu 8 Jahren bei einer Laufleistung von mindestens 100.000 Kilometer.

Reichweite von Elektroautos ist durchaus alltagstauglich

Und wie weit kommt man mit einer Batterieladung? Zu den Anfangszeiten der Elektromobilität war die geringe Reichweite noch ein reales Problem. Heute bringen es Vorzeigemodelle wie jene von Tesla auf Reichweiten von deutlich über 400 km. Mehr als 300 km schaffen bereits erschwinglichere Modelle wie ein Renault Zoe R135 Z.E. 50 oder VW ID.3 Pro Performance. Für die meisten der im Alltag gefahrenen Strecken ist das völlig ausreichend, denn statistisch betrachtet sind 95 Prozent aller Strecken kürzer als 50 Kilometer, die Durchschnittslänge aller gefahrenen Strecken liegt sogar nur bei 15 Kilometern.

Zu beachten ist aber, dass sich die Reichweite bei winterlichen Temperaturen teils erheblich reduziert. Das liegt einerseits daran, dass bei Kälte der Innenwiderstand der Batterie zunimmt, wodurch weniger elektrische Energie verfügbar ist. Zudem verbraucht die Innenheizung eine erhebliche Menge an Strom. Und auch die Rekuperation - also die Rückgewinnung von Bremsenergie - funktioniert in einer kalten Batterie weniger gut. Im Stadtverkehr kann sich die Reichweite laut ADAC daher um bis zu 50 Prozent reduzieren. Bei höheren Geschwindigkeiten, wie sie auf Landstraßen oder Autobahnen gefahren werden, ist mit einem Reichweiten-Verlust von rund 10 Prozent zu rechnen.

WEMAG Comic - Elektroauto Reichweite dank Inge bis über die Alpen

@Mario Lars

Wo kann man Elektroautos laden?

Am bequemsten und günstigsten ist es, das Elektroauto über Nacht zu Hause zu laden. Denn die öffentliche Ladeinfrastruktur ist vielerorts unübersichtlich, das Laden oft teuer. Gewöhnliche Haushaltssteckdosen sind zum regelmäßigen Laden jedoch ungeeignet. Dringend zu empfehlen ist eine Wandladestation oder Wallbox, die über ein fest installiertes Ladekabel verfügt und für das Laden unter hoher Last konzipiert ist. Wallboxen für den privaten Gebrauch sind mit einer Ladeleistung von bis zu 22 kWh erhältlich - ein 40-kWh-Akku ist damit bereits in ca. 2 Stunden aufgeladen. "Intelligente" Wallboxen können übrigens auch in ein Energiemanagement-System eingebunden werden. Dadurch ist es beispielsweise möglich, mit Überschüssen aus der eigenen Photovoltaik-Anlage das Elektroauto zu laden.

Zusammengefasst: die Vor- und Nachteile von Elektroautos

Elektroauto oder Verbrenner - welche Alternative ist nun die bessere? Wer noch mit der Entscheidung ringt, hier eine kurze Zusammenfassung:

Vorteile von Elektroautos:

  • Günstige Klimabilanz: Das gilt jedoch nur, wenn Ökostrom getankt wird!
  • Kaufprämien: Derzeit lassen sich beim Kauf eines Stromers bis zu 9.000 Euro sparen, für die private Wallbox gibt es noch einmal 900 Euro.
  • Steuervorteile: Elektroautos sind 10 Jahre von der Kfz-Steuer befreit.
  • Geringere laufende Kosten: Sowohl bei Treibstoff- als auch Wartungskosten kann gespart werden.
  • Weniger Emissionen und Lärm: Der Elektromotor fährt leise und lokal emissionsfrei - CO2, Stickoxide und Feinstaub werden vermieden.

Auf der anderen Seite stehen die folgenden Nachteile:

  • Höherer Anschaffungspreis: Trotz Kaufprämie sind die meisten E-Autos derzeit noch teurer als vergleichbare Verbrenner.
  • Begrenzte Reichweite: Längere Fahrten müssen sehr gut geplant werden oder verlangen längere Zwischenstopps.
  • Umweltbilanz der Batterie: Sowohl Rohstoffverbrauch als auch Entsorgung verursachen ökologische Probleme.
  • Geräuschlosigkeit als Gefahr: Der leise Elektromotor kann gerade in der Anfangszeit eine Gefahr für Fußgänger (speziell Blinde und Sehbehinderte) darstellen.

 

Artikel teilen
Kategorien