Feierlicher Baubeginn für Schweriner Batteriespeicher (mit Video)

03.09.2013
Spatenstich des Batteriespeichers der WEMAG in Schwerin

Nicht schnacken, anpacken! Caspar Baumgart, Thomas Pätzold, Erwin Sellering, Jürgen Becker, Angelika Gramkow und Clemens Triebel (v.l.) beim Spatenstich des Batteriespeichers.

Wir als mecklenburgischer Ökostromversorger WEMAG errichten in der Landeshauptstadt Schwerin einen 5 MW Batteriepark zum Ausgleich kurzfristiger Netzschwankungen. Der Baubeginn des größten kommerziellen Batterieparks wurde heute mit einem feierlichen Spatenstich begangen.

Landes- und Bundespolitik gaben sich den Spaten in die Hand, denn von diesem Speicherprojekt geht eine Signalwirkung aus. Ministerpräsident Erwin Sellering sagte in seinem Grußwort „Speicher sind die Schlüsseltechnologie, um die Versorgung mit Strom aus regenerativen Quellen weiter auszubauen. Ich freue mich besonders, dass wir in Mecklenburg-Vorpommern mit diesem Batteriespeicher eine Vorreiterrolle übernehmen.“
Oberbürgermeisterin Angelika Gramkkow verglich die regionale Bedeutung des Speicherprojekts mit der Ansiedlung des Nestlé-Werkes in der Landeshauptstadt. "Von Ihrem Projekt geht eine europaweite Signalwirkung aus", sagte sie in ihrem Grußwort.

Im September 2014 soll der Großspeicher in Betrieb gehen. Die Dimensionierung des Speichers macht seine Aufgabe deutlich: Statt große Strommengen lange zu speichern, soll er mit einer Leistung von 5 Megawatt helfen, die Netzfrequenz zu stabilisieren und Wind- und Sonnenstrom sicher in das bestehende Netz zu integrieren. Das wird immer wichtiger: Allein im Netz der WEMAG im windreichen Westmecklenburg und Nord-Brandenburg sind EEG-Anlagen mit einer Leistung von über 800 MW angeschlossen. Im vergangenen Jahr erzeugten diese Anlagen etwa 80 Prozent der Strommenge, die im Gebiet der WEMAG Netz GmbH an Kunden verteilt wird. Im laufenden Jahr rechnet die wEMAG Netz GmbH mit einer bilanziellen Menge von mehr als 100 Prozent. Die Volatilität der Einspeisung hat zugenommen, damit auch der Regelbedarf.

WEMAG-Vorstand Thomas Pätzold im Gespräch mit der Presse
Erwin Sellering beim Spatenstich des Batteriespeichers in Schwerin
Baubeginn des WEMAG Batteriespeichers

Der Batteriepark ist ein Pionierprojekt, er soll aber Geld verdienen. "Nach der Anschubfinanzierung durch das Innovationsprogramm des Bundesumweltministeriums in Höhe von 1,3 Millionen Euro wird der Großspeicher sein Geld am Primärregelenergiemarkt verdienen", erklärte Wemag-Vorstand Thomas Pätzold. Zur Erklärung: Regelleistung ist eine Netzdienstleistung, bei der durch die Regelung von Kraftwerken das Angebot und die Nachfrage von Strom ins Gleichgewicht gebracht werden. Bisher wird dies durch konventionelle Kraftwerke geleistet. Batterien können Regelleistung aber CO2-neutral bereitstellen, indem sie Strom aufnehmen oder abgeben. Dazu werden die Akkus des Batteriespeichers etwa nur zur Hälfte gefüllt. Die vollautomatische Steuerung erfolgt durch die Frequenz des Stromnetzes. Durch seine sekundenschnelle Reaktion hat der Batteriepark etwa die gleiche Regelleistung wie ein etwa 10x so großes konventionelles Kraftwerk.

 

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