Weil wir es können: Batteriespeicher spart tonnenweise CO2

06.08.2018 - 17:15
WEMAG Batteriespeicher Thomas Murche

Der Batteriespeicher hat in erster Linie die Aufgabe, bei schwankender Einspeisung des Stroms aus Erneuerbare-Energien-Anlagen das Stromnetz zu stabilisieren. Thomas Murche ist seit dem 1. September 2017 technischer Vorstand der WEMAG. Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

Kohlendioxid-Emissionen sparen: Alle reden darüber. Die WEMAG macht es. Und zwar tonnenweise. Zum Beispiel mit dem Batteriespeicherkraftwerk in Schwerin. Das spart rund 1,4 Millionen Tonnen CO2 im Jahr. Das ist in etwa so viel, wie 5,6 Millionen Flüge für eine einzelne Person von Hamburg nach Mallorca verursachen. Schwer vorstellbar, oder?

2014 wurde die moderne Anlage gemeinsam mit dem Technologieunternehmen Younicos AG in der Landeshauptstadt gebaut. Das kommt nicht von ungefähr. In Mecklenburg-Vorpommern wird mehr Ökostrom produziert als verbraucht werden kann. Ganz klar, dass die Pioniere in Sachen Energiewende im Nordosten angesiedelt sind. Hier lassen sich bereits heute Technologien erproben, die in Zukunft für andere Standard sein werden. 

Schwankungen ausgleichen und dabei CO2-Emissionen sparen

Der Batteriespeicher soll helfen Netzschwankungen auszugleichen, die bei der Stromerzeugung durch Windkraft oder Sonnenenergie auftreten können. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Weder Wind noch Sonne sind exakt planbare Größen. Anders als bei Gas oder Kohle, den sogenannten fossilen Energieträgern, kann es bei der Einspeisung von erneuerbaren Energien in das Stromnetz deshalb zu Schwankungen kommen. Das jedoch gefährdet eine stabile Stromversorgung. Die Netze könnten zusammenbrechen. Damit das nicht passiert, sorgen die Übertragungsnetzbetreiber für eine gleichbleibende Spannung im Netz. Bei einem Spannungsabfall muss Energie blitzschnell eingespeist werden. Diese sogenannte Primärregelleistung wurde bisher ausschließlich von konventionellen Kraftwerken erbracht. Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien werden dann abgeregelt. Sie dürfen dann nicht so viel Strom produzieren, wie sie eigentlich könnten. An diesem Markt bietet nun auch die Batteriespeicher Schwerin GmbH & Co. KG ihre Leistung an. Mit Erfolg! Zu fast einhundert Prozent wurden die Leistungen des Batteriespeichers im Jahr 2017 durch den Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz Transmission GmbH abgerufen. Die direkte Umweltentlastung beträgt dabei rund 2.000 Tonnen CO2 pro Jahr.  Indirekt ist die Einsparung wesentlich größer. Um jederzeit Energie liefern zu können, muss ein konventionelles Kraftwerk ständig mit mindestens 60 Prozent seiner Nennleistung betrieben werden. Das verursacht hohe und unnötige CO2-Emissionen, die durch den Einsatz des Batteriespeicherkraftwerks gespart werden.

Schwarzstart mit WEMAG-Batteriespeicher
Batteriespeicher erhält neue Transformatoren

Innovation lohnt sich auch wirtschaftlich

Für die WEMAG ist das Projekt „Batteriespeicher“ unterdessen mehr als eine Pionierleistung. Auch wirtschaftlich ist die Anlage dank der hohen Abrufquote ein voller Erfolg. Rund 12 Millionen Euro wurden bisher investiert. Ein Großteil davon wurde aus eigenen Mitteln finanziert.

Nach dem Bau des ersten Speichers „Schwerin 1“ mit einer Leistung von sieben Megawatt, folgte am gleichen Ort im Jahr 2017 der Erweiterungsbau „Schwerin 2“. Seither hat das Speicherkraftwerk seine Leistung verdoppelt.

Das Sahnehäubchen: Schwarzstartfähigkeit

Das sprichwörtliche Sahnehäubchen bildet die Schwarzstartfähigkeit des Batteriespeichers. Im Rahmen des Demonstrationsprojektes „Kickstarter“ wurden vor zwei Jahren die technischen Anlagen und die Software aufgerüstet. 2017 dann testete der WEMAG-Batteriespeicher erfolgreich den Schwarzstart nach einem Blackout. Nach einem großen Stromausfall, Blackout genannt, muss das Stromnetz Schritt für Schritt wieder aufgebaut werden. Nach und nach werden dazu Kraftwerke zum Laufen gebracht und miteinander verbunden. Erstmals wurde dazu jetzt auch ein Speicherkraftwerk genutzt. Der Versuch verlief reibungslos. Alle Beteiligten, darunter neben der WEMAG und der Younicos AG aus Berlin auch die Universität Rostock, waren hochzufrieden. Auch in den kommenden Jahren wird die Arbeit an diesem Projekt weitergeführt und damit weitere Pflöcke für die Energiewende eingeschlagen. 
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