Warum die WEMAG einen Elektro-Trabi vorstellt (Video)

30.09.2014 - 00:00

Vor ein paar Tagem stellte Karabag Elektroauto auf der Automechanika in Frankfurt ein neues Elektroauto vor. Zur großen Überraschung handelte es sich nicht um ein neues Modell, sondern um einen Oldtimer - einen Trabant 601 -  mit einem modernen Antrieb. Warum rüstet aber das Tochterunternehmen der WEMAG ein altes Fahrzeug auf Elektroantrieb um?

Der E-Trabant von der Firma ReeVOLT!

100 kmh macht der elektrische Trabant maximal - so schnell wie das Original, nur lautlos (Foto: WEMAG/Broichman)

Die Antwort liegt in unserer Marke ReeVOLT! - unter dieser Flagge entwickeln wir Lösungen für die Energieversorgung von morgen. Stromspeicher und Elektroautos sind wichtiger Teil der Energiewende, doch es müssen nicht unbedingt nur fabrikneue E-Autos sein: Unser ReeVOLT!-eCycling-Konzept verbindet den Trend zur Elektromobilität mit dem Ziel des Ressourcenschutzes. Dies sind aus Sicht der WEMAG zwei essentielle Bestandteile von Umweltschutz. Ressourcenschutz wird durch die Vermeidung von Abfällen und der Schonung von Ressourcen durch Wiederverwendung bestehender Produkte erreicht. Die ersten Umrüstungen auf Basis eines Fiat 500, dem E-Motor von Linde und einem  Lithium-Polymer-Akku von Kokam wurden durch Karabag Elektroauto durchgeführt, an dem die WEMAG mittlerweile zu 70% beteiligt ist. Der technologische Entwicklungsschritt liegt in der sogenannten Multibox, die die Komponenten für die Fahrzeugsteuerung, Motorenkenndaten und Elektronik-Anbindung in einem Gehäuse enthält. Je nach Gewicht des umgebauten Fahrzeugs wird eine individuelle Leistungskurve für den Fahrzeugtyp entwickelt und getestet. Also Weg von der Bastellösung, hin zum Standart-Umrüstungskit!

Was unser Umbausatz enthält:

Das ecycling-Kit enthält neben Elektromotor, Ladegerät, Leistungselektronik, Batterieladegerät und Bioethanol-Heizung die modellabhängigen Kabelbäume sowie Getriebeflansche und ggf. eine Motoraufhängung. Der Lithium-Polymer-Akku kann je nach Kundenwunsch erworben oder gemietet werden.

Nachdem der TÜV Süd die Sicherheit der E-Autos zertifizierte, wurde mit der Umrüstung weiterer Autos begonnen. Das Potenzial von umrüstungsfähigen Altfahrzeugen ist - auch im europäischen Ausland - groß. Die WEMAG arbeitet eng mit deutschen und internationalen Unternehmen zusammen, um das eCycling-Kit für jedes beliebige Fahrzeug zu erstellen. Als Technologiebeweis wurde anhand eines VW Käfer-Umbaus ein passendes e-Cycling-Kit entwickelt. Vorteil vieler Altfahrzeuge: Durch ihr geringes Gewicht sind eine Reichweite von 100 km und eine Höchstgeschwindigkeit von über 110 km/h mit einer Akkukapazität von 11kWh erreichbar. Für den Stadtverkehr und urbane Randzonen eine optimale Mobilitätslösung.

Viele weitere Fahrzeuge möglich

Kunden und Projektpartner trieben weitere Umrüstlösungen auf dem gleichen Technikpaket voran. Mittlerweile sind Transporter wie der Fiat Ducato, Doblo und Fiorino als E-Umbauten verfügbar. Diese Fahrzeuge sind besonders interessant, weil sie auf „Baukästen“ mehrerer Hersteller basieren. Den Fiat Ducato gibt es beispielsweise baugleich als Citroën Jumper und als Peugeot Boxer oder in den USA als Chrysler RAM ProMaster. Diese können gemäß unserer Produktidee alle mit dem identischen eCycling-Kit umgerüstet werden. Im Kleinwagensegment ist dies analog beim Fiat 500 und dem Ford Ka der Fall.

Gut für Umwelt und kleine Unternehmen

Weiterer Vorteil dieser Elektromobilitätslösung ist die Vermeidung lokaler Emissionen, bzw. Klimaneutralität, wenn die E-Autos mit regenerativ erzeugtem Strom geladen werden. So lässt sich eben auch bei alten Fahrzeugen der CO2-Ausstoß drastisch reduzieren. Der Umbau der Autos auf Elektromobilität kann in nahezu jeder Werkstatt erfolgen. Mit den modellabhängigen Komponenten und einer bebilderten Anleitung lässt sich der Umbau von Kfz-Spezialisten in etwa 2 Arbeitstagen erledigen. Das trägt zu lokalen Wertschöpfungen bei den Kfz-Fachbetrieben bei.

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