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Durchschnittlicher Gasverbrauch und Gaskosten im Haushalt

10. September 2021

Wenn es ums Heizen geht, ist Erdgas in deutschen Haushalten nach wie vor der beliebteste Energieträger. Rund 49,5 Prozent aller bestehenden Wohneinheiten werden mit Gas beheizt. Im Neubau beträgt der Anteil der Gasheizungen noch 35 Prozent - alternative Heizsysteme wie Wärmepumpen oder Pelletsheizungen sind auf dem Vormarsch. Doch es gibt nach wie vor viele gute Gründe, die für eine Gasheizung sprechen: Die Investitionskosten sind vergleichsweise gering, die Technik ist ausgereift, die Verfügbarkeit deutschlandweit sehr hoch. Im Vergleich zu Heizöl fällt auch die Schadstoffbilanz günstig aus. Hinzu kommen relativ hohe Wirkungsgrade, die sich mittels moderner Brennwerttechnik auf bis zu 100 Prozent steigern lassen.

Inhalt

  1. Gasverbrauch: So hoch fällt er im Durchschnitt aus
  2. Gasverbrauch für Warmwasserbereitung nach Haushaltsgröße
  3. Gasverbrauch nach Gebäudefläche
  4. Gasverbrauch nach Baujahr
  5. Entwicklung der Gaskosten: Gaspreise steigen wieder an
  6. Kostenbeispiel: So viel bezahlt ein Vier-Personen-Haushalt
  7. So viel lässt sich durch eine Haussanierung sparen
  8. Einsparpotenziale moderner Brennwerttechnik nutzen
  9. Erdgas mit Ökonutzen von der WEMAG
Gasverbrauch / Gaskosten im Haushalt

Gasverbrauch: So hoch fällt er im Durchschnitt aus

Trotz aller Vorteile: Viele Haushalte "verheizen" nach wie vor unnötig viel Geld, weil die Heizanlage ineffizient oder das Haus schlecht gedämmt ist. Um den eigenen Gasverbrauch besser beurteilen zu können, lohnt sich ein Blick in die Statistik.

Als grober Richtwert:

  • Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt benötigt im Schnitt 16 m³ Gas (oder 160 kWh) pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr, wenn das Gas für Raumwärme und Warmwasserbereitung genutzt wird. Wird ausschließlich mit Gas geheizt, sind es rund 14 m³ (oder 140 kWh) pro Jahr.

Doch im Einzelfall kann der Gasverbrauch erheblich höher oder niedriger ausfallen. Denn es gibt verschiedene Stellschrauben, die Einfluss auf die konkreten Verbrauchswerte haben: So macht es einen Unterschied, ob man in einer Single-Wohnung oder einem Vier-Personen-Haushalt lebt, auf wie viel Quadratmeter man wohnt und wie es um die Wärmedämmung des Hauses bestellt ist. Nicht zuletzt entscheidet auch die Effizienz der Heizanlage darüber, welcher Gasverbrauch sich unterm Strich ergibt.

Gasverbrauch für Warmwasserbereitung nach Haushaltsgröße

Die Anzahl der Personen in einem Haushalt hat zwar keinen großen Einfluss auf die Energiemenge, die man zum Heizen braucht. Denn im Normalfall werden alle Räume einer Wohnung beheizt, ganz gleich ob sich darin eine oder mehrere Personen aufhalten.

Der Warmwasserverbrauch dagegen hängt entscheidend von der Haushaltsgröße ab: Schließlich macht es einen Unterschied, ob nur eine Person Wasser verbraucht oder gleich vier bis fünf Familienmitglieder morgens duschen und sich die Zähne putzen.

Entsprechend steigt der Gasverbrauch für die Warmwasserbereitung mit der Haushaltsgröße:

  • Ein Single-Haushalt kommt mit rund 600 bis 800 kWh pro Jahr aus,
  • während zwei Personen bereits 1.200 bis 1.600 kWh verbrauchen.
  • Bei drei Personen im Haushalt steigt der jährliche Verbrauch auf 1.800 bis 2.400 kWh,
  • eine vierköpfige Familie muss mit ca. 2.400 bis 3.200 kWh pro Jahr rechnen.
     

Gasverbrauch nach Gebäudefläche

Eine wichtige Rolle spielt auch die Fläche des Hauses: In Mehrfamilienhäuser zahlt man in der Regel etwas weniger fürs Heizen als in Ein- oder Zweifamilienhäusern, weil das Verhältnis von Innenraum zu Gebäudehülle günstiger ausfällt. Aufschluss über den flächenabhängigen Verbrauch gibt der vom Umweltministerium geförderte "Heizspiegel", für den zuletzt rund 147.000 Heizkostenabrechnungen deutscher Haushalte aus dem Jahr 2019 ausgewertet wurden.

Der Bericht schlüsselt detailliert auf, wie sich der durchschnittliche Gasverbrauch pro Quadratmeter und Jahr (für Heizung und Warmwasser) mit der Gebäudefläche verändert:

  • Gebäudefläche 100 - 250 m²: 157 - 244 kWh (pro m2 und Jahr)
  • Gebäudefläche 251 - 500 m2: 150 - 233 kWh
  • Gebäudefläche 501 - 1.000 m2: 143 - 223 kWh
  • Gebäudefläche über 1.000 m2: 139 - 216 kWh

Gasverbrauch nach Baujahr

Was der "Heizspiegel" auch zeigt: Der tatsächliche Verbrauch kann im Einzelfall erheblich schwanken! Das hängt in erster Linie mit unterschiedlichen Wärmedämmungs-Standards zusammen. Die gesetzlichen Vorgaben, aber auch die technischen Standards haben sich im Laufe der Zeit sukzessive verbessert. Im Jahr 1977 hat der Gesetzgeber erstmals eine Verordnung zum Wärmeschutz von Wohngebäuden erlassen, die später mehrmals überarbeitet wurde. Seit 2002 galten für neu errichtete Gebäude die Vorgaben der Energieeinsparverordnung, die 2020 durch das Gebäudeenergiegesetz abgelöst wurde.

Wie stark sich die verbesserten baulichen Standards auf den durchschnittlichen Gasverbrauch pro Quadratmeter auswirken, machen die Zahlen aus dem "Heizspiegel" deutlich - hier am Beispiel der Gebäude-Kategorie 100 bis 250 m2:

  • Baujahr vor 1977: 170 - 264 kWh (pro m2 und Jahr)
  • Baujahr 1978 - 1983: 162 - 252 kWh
  • Baujahr 1984 - 1994: 147 - 229 kWh
  • Baujahr 1995 - 2001: 117 - 182 kWh
  • Baujahr ab 2002: 90 - 140 kWh

Ältere, unsanierte Gebäude können somit im Vergleich zu neueren Häusern fast das Dreifache an Heizenergie verschlingen. Doch auch hier kommt es stark auf den Einzelfall an.

Neues, modernes und gut gedämmtes Haus in weiß mit roten Dachziegeln

Moderne und sanierte Häuser haben weniger Strom- und Gasverbrauch

Entwicklung der Gaskosten: Gaspreise stiegen 2020 wieder an

Als Verbraucher fragen Sie sich wahrscheinlich: Wie wirken sich die verschiedenen Verbrauchswerte auf meine Gasrechnung aus? Hier kommt der Gaspreis ins Spiel, der in den letzten Jahrzehnten starken Schwankungen unterworfen war. Für das zweite Halbjahr 2020 gibt das Statistische Bundesamt für Privathaushalte einen durchschnittlichen Gaspreis von 6,12 Cent pro Kilowattstunde (kWh) an. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2020 - hier lag der Durchschnittspreis bei 5,99 Cent pro kWh - hat sich Gas damit verteuert. Im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2019 ist der Preis sogar um 5 Prozent gestiegen.

Dabei haben Gaskunden im 2. Halbjahr 2020 sogar von dem vorübergehend gesenkten Mehrwertsteuersatz profitiert. Dass es trotzdem zu einer Preissteigerung kam, hat in erster Linie mit dem internationalen Marktgeschehen und der neu einführten CO2-Steuer zu tun. Umso wichtiger ist es, nach Möglichkeit energetische Einsparpotenziale zu nutzen um den Gasverbrauch so gering wie möglich zu halten!

Kostenbeispiel: So viel bezahlt ein Vier-Personen-Haushalt

Dazu ein konkretes Kostenbeispiel: Eine vierköpfige Familie bewohnt ein Einfamilienhaus mit 100 m2, das vor 1977 erbaut wurde. Sie verbraucht jährlich 260 kWh pro Quadratmeter für Heizung und Warmwasser - das ergibt insgesamt 26.000 kWh. Bei einem durchschnittlichen Gaspreis von 6,12 Cent ergeben sich rein rechnerisch Gaskosten von 1.591,20 Euro pro Jahr.

Die Nachbarn haben ihr 100 m2 großes Wohnhaus erst 2005 nach den Standards der Energieeinsparverordnung erbaut. Sie kommen bei gleichem Wohnkomfort mit 90 kWh Erdgas pro Quadratmeter aus.

Damit reduzieren sich die Gaskosten auf 550,80 Euro pro Jahr - um 1.040,40 Euro weniger als in dem vor 1977 erbauten Haus.

Stromverbrauch und Gasverbrauch im 4 Personen Haushalt - hier in einem eigenen Haus
Durch eine Haussanierung Gasverbrauch senken und so Gaskosten sparen durch Haussanierung

@Gerd Altmann

So viel lässt sich durch eine Haussanierung sparen

Ist der Gasverbrauch in alten, unsanierten Wohnhäusern unverhältnismäßig hoch, kann eine energetische Modernisierung der Gebäudehülle sinnvoll sein. Dafür gibt es auch staatliche Förderungen: Die KfW-Bank vergibt je nach angestrebtem energetischen Standard Kredite oder Investitionszuschüsse.Die genaue Höhe der Förderung richtet sich nach den sogenannten Effizienzhaus-Stufen. So kommt ein Haus, das nach dem Standard KfW-Haus 70 saniert wurde, nur noch auf einen Gasverbrauch von 9.600 kWh pro Jahr. Unterbieten lässt sich dieser Wert noch mit einem Passivhaus: Mit 2.400 kWh pro Jahr ist der Verbrauch gegenüber dem Durchschnitt auf weniger als ein Zehntel gesunken. Hier würde die jährliche Gasrechnung bei einem Gaspreis von 6,12 Cent pro kWh nur noch 146,88 Euro betragen.

Einsparpotenziale moderner Brennwerttechnik nutzen

Gasheizung ist nicht gleich Gasheizung. Wie bei anderen Heizmethoden gilt auch hier, dass der Verbrauch an Brennstoffen umso höher ausfällt, je älter die eingesetzte Technik ist. Moderne Brennwertgeräte nutzen den in den Abgasen enthaltenen Wasserdampf als zusätzliche Wärmequelle. Ältere Standardkessel führen dagegen die Abgase einfach nach außen hin ab. Beim Brennwertkessel wird das Abgas jedoch vorher an einem Wärmetauscher vorbeigeführt, durch den auch das abgekühlte Rücklaufwasser fließt. Hier kondensiert der in den Abgasen enthaltene Wasserdampf und erzeugt die sogenannte latente Wärme, mit der das vorbeifließende Wasser vorgeheizt wird. Auf diese Weise werden Energie und CO2 gespart. Das macht sich auch im Geldbeutel bemerkbar: Gegenüber herkömmlichen Heizkesseln lassen sich die Verbrauchskosten um bis zu 30 Prozent reduzieren.

Weitere Beratungsangebote finden Sie außerdem bei der Energie-Sparzentrale.

Mit dem passenden Gastarif Geldbörse und Umwelt entlasten

Eine weitere Stellschraube, um die Gaskosten im Haushalt zu senken, ist die Wahl eines geeigneten Gastarifs. Wichtig zu wissen ist: Der Gaspreis, den Sie am Ende bezahlen, setzt sich aus zwei Komponenten zusammen. Die meisten Energieversorger berechnen einen fixen monatlichen Grundpreis, der unabhängig davon anfällt, ob man viel oder wenig Gas verbraucht. Der sogenannte Arbeitspreis hingegen ist der Preis pro verbrauchter Kilowattstunde. Als Faustregel gilt: Größere Haushalte mit einem hohen Gasverbrauch profitieren von einem niedrigen Arbeitspreis. Single-Haushalte und solche, die sehr wenig Gas verbrauchen, sollten dagegen auf einen möglichst günstigen Grundpreis achten.

Erdgas mit Ökonutzen
Alle Informationen rund um das Erdgas der WEMAG finden Sie hier.

Wer nicht nur auf die eigene Geldbörse, sondern auch auf die Umwelt achten will, findet bei der WEMAG zertifizierte Erdgas-Tarife mit Ökonutzen. Was ist das Besondere daran? Als Ökogas-Anbieter investieren wir einen kleinen Teil des Gaspreises in Umwelt- und Klimaschutzprojekte, mit denen die CO2-Emissionen der Erdgas-Verbrennung kompensiert werden. Beispielsweise setzen wir uns für die Wiederaufforstung heimischer Wälder ein. Diese nehmen Kohlendioxid auf und speichern es, so dass das klimaschädliche Gas nicht in die Atmosphäre gelangt. Mit den Ökogas-Produkten der WEMAG erhalten Sie somit nicht nur einen preiswerten Brennstoff, sondern tragen auch aktiv zum Klimaschutz und zum Erhalt unserer wertvollen Kulturlandschaft bei.

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