Gasheizung: Effizient, umweltfreundlich & günstig heizen?

10. November 2021

In Deutschland dominieren Gasheizungen den Heizungsmarkt. Fast jede zweite Bestandswohnung wird heute mit Erdgas beheizt. Diese flächendeckende Verbreitung beruht auf einigen guten Gründen: So sind Gasheizungen betriebssicher, wartungsarm und dank moderner Brennwerttechnik auch äußerst effizient. Dennoch ist Gas ein fossiler Brennstoff, der entsprechende CO2-Emissionen verursacht. Wir stellen Vor- und Nachteile einer Gasheizung gegenüber und erklären, was für einen sicheren, umweltfreundlichen und kostengünstigen Betrieb wichtig ist.

Die Vorteile von Gasheizungen im Überblick

  • Ausgereifte Technik: Gasheizungen sind sicher im Betrieb, langlebig und wenig störungsanfällig vorausgesetzt, man lässt sie durch einen Fachbetrieb installieren und regelmäßig warten.
  • Platzsparende Lösung: Für eine Gasheizung ist kein separater Heizungsraum nötig, der Gaskessel kann direkt im Wohnraum aufgestellt oder aufgehängt werden. Gerade für kleinere Wohnungen sind wandhängende Gasthermen eine ideale Lösung, weil man sie beispielsweise in einem Wandschrank oder Abstellraum unterbringen kann.
  • Warmwasser inklusive: Gasheizungsgeräte eignen sich nicht nur zum Heizen, sondern auch zur Warmwasserbereitung
  • entweder platzsparend und kompakt per Durchlauferhitzer oder kombiniert mit einem zusätzlichen Warmwasserspeicher.
  • Hohe Energieausbeute: Moderne Brennwertgeräte erreichen Wirkungsgrade von nahezu 100 Prozent. Die im Erdgas enthaltene Energie wird somit fast vollständig in Wärme umgewandelt.
  • Unkomplizierte Versorgung: Erdgas muss im Unterschied zu Öl oder Pellets nicht angeliefert und eingelagert werden. Es kommt bequem per Erdgasleitung direkt zum Verbraucher und wird unmittelbar verheizt, was Platz und Kosten spart.
  • Saubere, schadstoffarme Technologie: Bei der Verbrennung von Erdgas entstehen kaum gesundheitsschädliche Abgase oder Schadstoffpartikel wie Ruß oder Staub.
  • Geringe Anschaffungskosten: Selbst moderne, hoch effiziente Gas-Brennwertgeräte sind heute vergleichsweise günstig zu haben. Sofern ein Gasanschluss vorhanden ist, halten sich auch die Installationskosten in Grenzen.
  • Koppelung mit Erneuerbaren: Moderne Brennwertgeräte lassen sich problemlos mit Photovoltaikanlagen oder Wärmepumpen kombinieren. Ein Großteil des Heizenergiebedarfs wird dann über regenerative Energieträger gedeckt. Die Gastherme schaltet sich nur hinzu, wenn die Leistung der Solaranlage oder Wärmepumpe gerade nicht ausreicht.

 

Die Nachteile von Gasheizungen im Überblick

  • Fossiler Brennstoff: Erdgas ist ebenso wie Kohle und Erdöl ein fossiler Brennstoff und daher leider nicht CO2-neutral. Im Vergleich zu Kohle oder Öl fallen die Emissionen jedoch geringer aus und es gibt Wege, um sie zu kompensieren.
  • CO2-Bepreisung: Um Anreize für den Umstieg auf erneuerbare Energien zu setzen, hat die Bundesregierung seit 01.01.2021 einen CO2-Preis eingeführt. Derzeit ist er mit 25 Euro pro Tonne CO2 noch recht moderat, bis 2025 soll er schrittweise auf 55 Euro erhöht werden. Dadurch könnten in Zukunft auch die Gaspreise steigen - genauso wie die Preise von Heizöl oder Kohle.
  • Abhängigkeit von Importen: In Deutschland selbst werden nur geringe Mengen an Erdgas gefördert. Einen Großteil unseres Bedarfs importieren wir aus Staaten wie Russland, Norwegen, den Niederlanden oder England. Diese Staaten haben somit großen Einfluss auf die Verfügbarkeit und den Preis von Erdgas.

Wie umweltfreundlich ist eine Gasheizung?

Für immer mehr Menschen spielen Umwelt- und Klimaaspekte beim Heizen eine maßgebliche Rolle - und das ist gut so! Eines muss man klar sagen: Erdgas ist als fossiler Brennstoff nicht klimaneutral, bei seiner Verbrennung gelangt CO2 in die Atmosphäre. Verglichen mit den fossilen Brennstoffen Öl und Kohle schneidet Erdgas in der Klimabilanz jedoch besser ab. So setzt eine Braunkohle-Heizung nach Angaben des Statistik-Portals Statista pro 8 MWh erzeugter Wärme 6.928 kg CO2-Äquivalent frei. Eine Gasheizung mit moderner Brennwert-Technologie kommt dagegen nur auf 2.392 kg, was einer Einsparung von fast zwei Drittel entspricht. Öl-Brennwertgeräte sind zwar deutlich "sauberer" als eine Braunkohle-Heizung, liegen mit 2.792 kg CO2-Äquivalent aber etwas über den Werten für Erdgas.

Ein weiterer Pluspunkt für Erdgas: Der Brennstoff verursacht kaum Feinstaub-Emissionen. Geht man von einem jährlichen Energieverbrauch von 20.000 kWh aus, so fallen bei der Verbrennung von Erdgas gerade einmal 120 Gramm Feinstaub an. Eine moderne Pelletsheizung emittiert im Vergleich dazu pro Jahr 7.640 Gramm Feinstaub. Erdgas gilt daher vielen Experten zufolge als vergleichsweise sauberer und emissionsarmer Brennstoff, der seine Berechtigung im Energiemix hat, solange wir unseren Heizenergiebedarf noch nicht vollständig über Sonne und Windkraft decken können.

Schornstein einer Gasheizung

@ Karsten Paulick

Waldaktie Öko Erdgas

Klimaneutral heizen: Erdgas mit Ökonutzen für Umweltbewusste

Damit das bei der Gasverbrennung entstandene Kohlendioxid an anderer Stelle wieder aufgenommen und unschädlich gemacht wird, investiert die WEMAG beispielsweise in die Aufforstung von Klimawäldern. Über 41 Hektar neue Waldflächen sind durch unsere Aufforstungs-Projekte bereits entstanden! Neben Wäldern können auch Moore viel CO2 speichern. Wir unterstützen daher Projekte zur Wiedervernässung von Mooren, damit diese ihre Funktion als Kohlendioxid-Senke bewahren. Wenn Sie sich für einen unserer Erdgas-Tarife mit Ökonutzen entscheiden, tragen Sie über einen kleinen Zusatzbeitrag unmittelbar zum Gelingen dieser Projekte bei. So können Sie die Vorteile einer Gasheizung mit gutem Gewissen genießen.

Erdgas mit Ökonutzen
Falls Sie einen Schritt weiter gehen wollen: Als umweltbewusster Energieversorger hat die WEMAG Mittel und Wege gefunden, um die Emissionen von Erdgasheizungen vollständig zu kompensieren.

Effizient heizen: Brennwerttechnik ist ein Muss

Um die Umweltbilanz einer Gasheizung zu verbessern, muss man natürlich auch am Verbrauch ansetzen! Denn je effizienter das Heizsystem als Ganzes arbeitet, desto weniger Gas benötigen Sie und desto weniger Emissionen werden freigesetzt. Moderne Brennwertkessel nutzen auch die Wärmeenergie der Abgase und erreichen so einen Wirkungsgrad von fast 100 Prozent. Laut einer Studie des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) schlummert hier ein enormes Optimierungspotenzial. Denn 42 Prozent aller Gas- und Ölheizungen in Deutschland laufen noch mit alten Niedertemperatur-Kesseln. Allein durch einen Kesseltausch ließe sich hier viel CO2 einsparen.

Doch auch eine schlecht gedämmte Gebäudehülle lässt den Gasverbrauch in die Höhe schnellen. Ein unsaniertes, vor 1977 erbautes Haus, verbraucht im Vergleich zu einem nach modernen Baustandards errichteten Gebäude leicht das Dreifache an Heizenergie! Mehr zum laufenden Gasverbrauch können Sie in diesem Artikel nachlesen.

Gasheizung: Mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Die Anschaffungskosten für eine moderne Gasheizung hängen natürlich von vielen individuellen Faktoren ab. Zu Ihrer groben Orientierung: Wandhängende Gas-Brennwertthermen mit Durchlauferhitzer und einer Leistung von 15 bis 20 Kilowatt sind schon um ca. 2.000 - 3.000 Euro zu haben. Für einen bodenstehenden Gas-Heizkessel mit etwas höherer Heizleistung sollte man mit Kosten von rund 3.500 - 6.000 Euro rechnen. Ein separater Wasserspeicher kostet dann je nach Größe noch einmal 500 - 1.500 Euro. Neben den reinen Gerätekosten fallen natürlich auch Arbeitskosten an. Für die Installation der Gasheizung durch einen Fachbetrieb sollten Sie rund 2.000 bis 3.000 Euro veranschlagen.

In manchen Fällen können Zusatzkosten entstehen: Muss erst ein Gasanschluss gelegt werden, werden noch einmal rund 1.500 - 2.500 Euro fällig - bei einer längeren Distanz zur Hauptversorgungsleitung auch etwas mehr. Falls Sie ein altes Heizwertgerät gegen eine neue Brennwert-Therme austauschen, muss wahrscheinlich auch der Schornstein angepasst werden. Dafür können rund 2.000 Euro an Kosten anfallen.

Etwas teurer in der Anschaffung sind Gas-Hybridheizungen, die eine Gastherme mit einer Wärmepumpe, Solar- oder Biomasseanlage koppeln. Hier liegen die Kosten meist im fünfstelligen Bereich, genauer bei rund 12.000 bis 20.000 Euro. Diesen Mehrausgaben stehen jedoch deutliche Einsparungen im laufenden Betrieb gegenüber. Gerade in den Sommermonaten lässt sich das Haus fast ausschließlich mit kostenfreier Sonnenenergie oder Erdwärme versorgen. Darüber hinaus wird der Einbau von Gas-Hybridheizungen auch staatlich gefördert. Wenn Sie von einer "herkömmlichen" Gasheizung auf eine Gas-Hybridheizung umsteigen, erhalten Sie derzeit (Stand November 2021) 30 Prozent Zuschuss, beim Umstieg von Öl auf Gas-Hybrid sind es sogar 40 Prozent.

Ist die Wartung einer Gasheizung vor Beginn der Heizperiode sinnvoll?

Moderne Gasheizungen sind langlebig und dank der ausgereiften Technik insgesamt sehr störungsarm. Trotzdem sollte man die Heizung für einen sicheren und effizienten Betrieb regelmäßig durch einen Fachbetrieb warten lassen. Ein guter Zeitpunkt dafür ist vor Beginn der Heizsaison, also in den Monaten August bis September. So bleibt noch genug Zeit, um im Fall des Falles Mängel zu beseitigen oder Reparaturen vornehmen zu lassen.

Bei einer routinemäßigen Heizungswartung wird der Installateur oder Heizungstechniker zunächst den Ist-Zustand der Anlage inspizieren und nach möglichen Schäden durch Materialverschleiß suchen. Eine häufige Alterungserscheinung sind etwa Korrosionsschäden an Rohren, Leitungen und Kabeln, wodurch die Anlage undicht werden kann.

Ein zentraler Bestandteil einer Heizungswartung ist die Sicherheitsüberprüfung. Hier ist vor allem wichtig, dass die Heizungsanlage die Abgase ordnungsgemäß abführt, denn sonst könnten giftige Gase austreten. Exakte Abgasmessungen stellen sicher, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Emissionsgrenzwerte eingehalten werden. Darüber hinaus kontrolliert der Installateur den Betriebsdruck sowie den Wasserstand im System und überprüft den Zustand des Brenners. Gegebenenfalls wird er einzelne Komponenten der Gasheizung reinigen. Das ist sinnvoll und notwendig, weil Rußpartikel und ähnliche Verschmutzungen den Energieverbrauch der Anlage erhöhen.

Kosten für eine Heizungswartung sind gut investiert

Für eine Heizungswartung sollten Sie je nach Anlagentyp und Region rund 100 bis 200 Euro veranschlagen. Sie ersparen sich dadurch jedoch mögliche Ausfälle während der Heizsaison und gehen sicher, dass die Heizungsanlage effizient arbeitet, was sich letztlich auch auf Ihre Gasrechnung auswirkt. Tipp: Oft erhalten Sie bessere Konditionen, wenn Sie einen Fachbetrieb langfristig mit der Heizungswartung beauftragen und einen Wartungsvertrag abschließen. Sie haben damit auch einen fixen Ansprechpartner, falls bei Ihrer Gasheizung doch einmal Probleme oder Störungen auftreten sollten.

Artikel teilen