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Energieeffizienzklasse A bis G: Neues Energielabel räumt mit Unklarheiten auf

22. Februar 2021

Ist das neue Haushaltsgerät sparsam oder ein Stromfresser? Ein Blick auf das Energielabel sollte eigentlich reichen, um diese Frage zu klären. Doch die alte Kennzeichnung sorgte oft für Verwirrung, denn ein Großteil der Geräte fand sich in den "Plus-Klassen" A+, A++ oder A+++ wieder. Doch nun wurde das EU-weite Kennzeichnungssystem grundlegend überarbeitet und neu skaliert. Erfahren Sie, was sich seit Anfang März 2021 für Konsumenten ändert.

Energieeffizienzklassen: Das sagen die Buchstaben A bis G am Energielabel aus

In der EU sind Hersteller von Elektrogroßgeräten seit 1995 verpflichtet, ein sogenanntes Energie-Label deutlich erkennbar auf dem Gerät anzubringen. Dieses Label gibt Auskunft über den Energiebedarf sowie über weitere Gebrauchseigenschaften. Um Konsumenten einen einfachen Überblick zu ermöglichen, wurde ursprünglich eine Skala mit den Klassen A (sehr niedriger Bedarf) bis G (sehr hoher Bedarf) eingeführt. Entscheidend für die Zuordnung war der Energiebedarf im Vergleich zu einem fiktiven Referenzgerät. Beispielsweise verbraucht ein Kühlschrank der Klasse A weniger als 55 Prozent des Referenzwerts, ein Kühlgerät der schlechtesten Klasse G dagegen 150 Prozent mehr.

Für welche Haushaltsgeräte ist in Deutschland eine Energieverbrauchskennzeichnung vorgeschrieben?

  • Kühl- und Gefriergeräte
  • Geschirrspüler
  • Waschmaschinen und Wäschetrockner
  • Fernseher
  • Haushaltsbacköfen
  • Dunstabzugshauben
  • Lampen und Leuchten
  • Staubsauger
  • Raumklimageräte
  • Raumheizgeräte
  • Wohnraumlüftungsgeräte
  • Warmwasserbereiter und Warmwasserspeicher
WEMAG Comic "Haben Sie ein sparsameres Modell?" "Aber ja, dieser Schrank verbraucht gar keinen Strom" Comic @Mario Lars

@Mario Lars

Technischer Fortschritt führt zu Verwirrspielen

Doch seit den 1990er-Jahren hat sich viel getan. Die Hersteller haben immer effizientere Geräte entwickelt, nach und nach fanden sich fast alle Modelle in den Klassen A und B wieder. Um dem technischen Fortschritt Rechnung zu tragen, wurde die "Bestklasse" A schließlich durch Pluszeichen erweitert. Seit 2011 sind Geschirrspüler, Waschmaschinen, Fernseher und Kühlschränke der Energieeffizienzklasse A+++ am Markt. Ein Fernsehgerät dieser Top-Effizienzklasse verbraucht bereits 90 Prozent weniger Strom als das entsprechende Referenzgerät.

Darüber hinaus hat die EU Mindeststandards eingeführt - und damit die unteren Energieklassen oft obsolet gemacht. Zum Beispiel dürfen seit November 2015 keine Wäschetrockner der Klassen C bis G verkauft werden. Ein Gerät der scheinbar guten alten Energieeffizienzklasse B erfüllt also gerade einmal die gesetzlichen Standards. Geschirrspüler und Kühlgeräte müssen sogar mindestens der Klasse A+ entsprechen.

Die unvermeidbare Folge: Fast alle neu verkauften Elektrogeräte gehörten in den letzten Jahren den obersten Energieeffizienzklassen A+ bis A+++ an. Doch ein Label, das selbst einem Energiefresser eine gute Note ausstellt, sagt wenig aus! Um den ursprünglichen Sinn und Zweck wieder herzustellen, hat die EU beschlossen, das Energielabel grundlegend zu überarbeiten.

Folgendes soll sich ab Anfang März 2021 bei den Energieeffizienzklassen ändern:

Alte und neue Energieeffizienzklassen im Vergleich

In dem Beispiel hat der Geschirrspüler in der alten Skala den höchsten Energieeffizienzwert A+++ erreicht, in der neuen jetzt nur noch D. @ Marcel Rudolph

1. Neue Energieeffizienzklassen-Skala von A bis G

Die Klassen A+ bis A+++ fallen komplett weg. Stattdessen wird wieder die ursprüngliche, intuitive Skala von A (bester Wert) bis G (schlechtester Wert) eingeführt. Der zusätzliche Ampel-Farbcode von "dunkelgrün" bis "dunkelrot" bleibt unverändert.

Ein Gerät mit der Kennzeichnung "A" soll also künftig wieder zu den sparsamsten seiner Art zählen. Doch bei den Zuordnungskriterien hat die EU deutlich nachgeschärft: In der ersten Phase werden überhaupt keine Geräte der Kategorie A am Markt sein. Ein Kühlschrank, der bisher der Klasse A+++ entsprach, kann bestenfalls zu einem B-Gerät werden. Dadurch möchte die EU Anreize für die Hersteller schaffen, um sich bei der Weiterentwicklung ihrer Produkte noch einmal richtig ins Zeug zu legen.

Ein fixes Umrechnungsschema von "alter" zu "neuer" Klasse soll es übrigens nicht geben. Ein Kühlschrank oder Geschirrspüler mit einem alten "A+++" kann also in der Klasse B landen, aber auch in die Klasse C oder D abrutschen. Das liegt daran, dass die Bewertungskriterien für die einzelnen Geräte-Kategorien überarbeitet und verfeinert wurden. So soll künftig eine exaktere und für den Konsumenten aussagekräftige Einordnung möglich sein.

2. Messverfahren werden realistischer

Neben der Buchstaben-Kennzeichnung finden sich am Energielabel auch konkrete Angaben zum Stromverbrauch. Doch die Verbrauchswerte auf dem "alten" und dem "neuen" Label sind nicht in jedem Fall vergleichbar, weil sich die Testbedingungen geändert haben. Sie sollen sich künftig stärker an den realen Bedingungen im Haushalt orientieren. Bei Kühlschränken etwa wird die Zahl der Kilowattstunden in Zukunft höher ausfallen, bei Geschirrspülern dagegen wird der durchschnittliche Verbrauchswert niedriger liegen.

3. Neue Bezugsgrößen für Energiebedarf

Konsumentenfreundlicher soll das Energielabel auch durch neue, einheitliche Bezugsgrößen für den Energieverbrauch werden. Bisher waren die Bezugsgrößen für den jährlichen Verbrauch ziemlich willkürlich gewählt: Bei Geschirrspülern etwa hat sich der Jahresverbrauch auf 280 Spülgänge bezogen, bei Waschmaschinen dagegen auf 220 Waschladungen.

Beim neuen Label bezieht sich der Jahresverbrauch immer auf 100 Durchgänge. Das macht es wesentlich einfacher, auf den Verbrauch im eigenen Haushalt umzurechnen und so den voraussichtlichen Strombedarf zu kalkulieren.

4. QR-Code für weitere Informationen

Das Energielabel stellt die wichtigsten Informationen zum Energieverbrauch auf einen Blick dar - nicht mehr und nicht weniger. Wer genauere Infos über sein neues Haushaltsgerät einholen will, braucht künftig nur sein Smartphone auf den QR-Code in der rechten oberen Ecke des Etiketts zu richten. Über diesen Code gelangt man zur europäischen Produkten-Datenbank namens "EPREL", in der Hersteller ihre Produkte mit Energielabel bereits seit 2019 registrieren müssen. Anfang März 2021, zeitgleich mit der Einführung des neuen Energielabels, soll diese Datenbank öffentlich abrufbar werden. Sie wird detaillierte Produkt-Datenblätter mit weiterführenden Informationen enthalten.

5. Neue Piktogramme

Last but not least enthält das neue Energielabel größere und teils veränderte Piktogramme. Dadurch sollen die wichtigsten Eigenschaften des Geräts noch einfacher und intuitiver erfassbar werden.

Für welche Geräte gilt die neue Kennzeichnung?

Das neue Energielabel wird schrittweise eingeführt. Ab Anfang März 2021 ist es verpflichtend für die folgenden Produktgruppen vorgesehen:

  • Spülmaschinen
  • Waschmaschinen und Waschtrockner
  • Kühlschränke, Gefriergeräte und Weinkühlschränke
  • Bildschirme und Monitore

Für Lampen wird das neue Energielabel ab 1. September 2021 eingeführt, bei anderen Produktgruppen wird die Umstellung noch eine Weile dauern. Voraussichtlich ab 2024 sind die meisten anderen kennzeichnungspflichtigen Geräte wie Backöfen oder Staubsauger an der Reihe, Heizungen werden erst ab 2026 mit den neuen Energieeffizensklassen auf den Markt kommen.

Doch egal ob "altes" oder "neues" Energielabel: Es lohnt sich in jedem Fall, beim Neukauf von Elektrogeräten die exakten Verbrauchswerte zu vergleichen. Denn schon wenige eingesparte Kilowattstunden können sich über die Jahre bezahlt machen - für die Umwelt und für Ihre Geldbörse.

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Wann lohnt sich ein Neukauf?

Viele Altgeräte würden nach den neuen, verschärften Kriterien nur noch in den "schlechten" Energieeffizienzlassen E, F oder G landen. Ist es besser, diese alten Energiefresser möglichst bald durch hoch effiziente Neugeräte ersetzen - der Umwelt und der eigenen Geldbörse zuliebe?

Diese Rechnung geht leider nicht immer auf. Denn auch die Herstellung von Elektrogeräten verbraucht Ressourcen, kostet Energie und verursacht somit CO2-Emissionen. Hinzu kommen Transportkosten und der Aufwand für die Entsorgung des Altgeräts. Die damit einhergehende Umweltbelastung ist in den Verbrauchswerten nicht mit eingeschlossen! Für die Umweltbilanz ist es daher oft besser, den alten Elektroherd oder Fernseher so lange weiter zu nutzen, bis er kaputt geht, und erst dann in ein sparsames Neugerät zu investieren. Oft lässt sich ein streikendes Gerät auch ohne großen Aufwand reparieren.

Doch es kommt auch auf die Geräteklasse an. Laut Öko-Institut kann bei Kühl- und Gefriergeräten schon nach 5 bis 10 Jahren ein Austausch sinnvoll sein, da die neue Generation deutlich energiesparender ist. Dasselbe gilt für elektrische Wäschetrockner: Ab der "alten" Effizienzklasse C sind sie den Öko-Experten zufolge sehr ineffizient und verursachen damit eine unnötig hohe Umweltbelastung.

Mann steht vor einem energiesparenden Kühlschrank und sagt "Der Kühlschrank verbraucht weniger Energie, als ich brauche um ihn zu öffnen"

@ Mario Lars

Auch Nutzungsgewohnheiten sind entscheidend

Zu bedenken ist auch: Wer seinen alten Fernseher gegen einen hoch effizienten Flachbildschirm in Kinoleinwand-Größe austauscht, hat der Umwelt wahrscheinlich keinen Gefallen getan. Denn ein großes Gerät verbraucht von vornherein mehr Strom - selbst wenn es technisch optimiert ist. Dasselbe gilt, wenn die Spülmaschine im Eco-Waschgang nur halb befüllt wird. Auch hier wird der mögliche Einsparungseffekt rasch zunichte gemacht.

Experten nennen dieses Phänomen auch "Rebound-Effekt": Durch den technischen Fortschritt werden Produkte effizienter und oft auch kostengünstiger. Doch das kann dazu verleiten, mehr zu konsumieren oder Haushaltsgeräte sorgloser zu nutzen. Achten Sie daher auch bei hoch effizienten Geräten darauf, sie nicht unnötig oft oder lange in Betrieb zu nehmen!

So berechnen Sie, wie schnell sich ein Neukauf amortisiert

Ab wann lohnt es sich nun finanziell, ein altes Haushaltsgerät auszutauschen? Das lässt sich berechnen, wenn Sie die Verbrauchswerte des Altgeräts kennen und abschätzen können, wie oft Sie das Gerät benutzen. Gehen Sie dazu folgende Schritte durch:

  1. Ist das Energielabel des alten Haushaltsgeräts vorhanden oder gibt es eine Gerätebeschreibung? Suchen Sie dort nach den exakten Verbrauchswerten. Im Normalfall ist das eine Angabe von "x kWh (Kilowattstunden) pro Stunde". Falls Sie keine Herstellerangaben finden, können Sie den exakten Verbrauch auch durch ein spezielles Strommessgerät feststellen.
  2. Schätzen Sie ab, wie häufig Sie das Gerät (in Stunden pro Jahr) in Betrieb nehmen. Auf dieser Basis können Sie den jährlichen Strombedarf (in kWh) berechnen.
  3. Multiplizieren Sie die Anzahl der Kilowattstunden (kWh) mit Ihrem aktuellen Strompreis - so erhalten Sie die jährlichen Stromkosten.
  4. Nun spielen Sie diese Rechnung mit den Verbrauchswerten des neuen Geräts durch, das Sie kaufen wollen.
  5. Die Differenz zwischen den Stromkosten "alt" und den Stromkosten "neu" ergibt den Betrag, den Sie jährlich einsparen können.
  6. Den Anschaffungspreis des neuen Geräts teilen Sie nun durch diesen Betrag. So ergibt sich die Anzahl der Jahre, nach denen sich der Neukauf amortisiert hat.

 

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