LAV-Aktion „Rettet den europäischen Aal“

24. September 2019

WEMAG und Landesanglerverband M-V e.V. setzen gemeinsam 82 kg Jungaale in den Güstrower Inselsee

Aale im Güstrower Inselsee

WEMAG-Vertriebsleiter Michael Hillmann, die 1. Fischerkönigin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Jeannette Dehmel, LAV-Landesgewässerwart Marko Röse sowie LAV-Präsident Prof. Dr. Karl-Heinz Brillowski (v.l.) setzen gemeinsam die Aale in den Güstrower Inselsee ein. Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

In Güstrow trafen sich am 24. September Vertreter des LAV M-V e.V. und der WEMAG am Strand des Inselsees. Der WEMAG-Vertriebsleiter Michael Hillmann, LAV-Präsident Prof. Dr. Karl-Heinz Brillowski und die 1. Fischerkönigin des Landes, Jeannette Dehmel entließen 82,3 kg vorgestreckte Jungaale im Wert von 3.500 Euro in den Inselsee. Die kleinen Tiere sind zwischen 3 und 12 Gramm leicht und 5 bis 15 Zentimeter groß. Jetzt bewohnen sie vor allem die Uferzone, besonders die Schilfgebiete des Sees. Das ist die Kinderstube der kleinen Aale.

Das kommunale Energieunternehmen erwarb erneut LAV-Aalaktien. Bereits im vergangenen Jahr, am 22. Oktober 2018, unterzeichneten der LAV M-V e.V., der größte Naturschutzverband in M-V, und die WEMAG eine Vereinbarung, nach der das kommunale Energieunternehmen jährlich 3.500 Euro für den Aalbesatz zur Verfügung stellt. Nun fand der 2. Besatz in diesem Rahmen statt.

Die WEMAG unterstützt mit ihrem Engagement die LAV-Aktion „Rettet den europäischen Aal“, die den Erhalt und Bestandsaufbau der bedrohten Tierart zum Ziel hat. „Mit dem Kauf dieser Aalaktien erweitern wir unser Portfolio an ökologischen Projekten und stärken weiter unsere Aktivitäten für den Natur- und Umweltschutz in der Region“, erklärte WEMAG-Vertriebsleiter Michael Hillmann. „Für jeden Kunden, der sich für unser Erdgasprodukt entscheidet, investieren wir zehn Euro, um verschiedene Projekte zu unterstützen. Dazu gehören neben der Waldaktie und den MoorFutures-Zertifikaten auch die Wildtierhilfe MV sowie die Erhaltung, Revitalisierung und Neuanlage von Streuobstwiesen, die zu den artenreichsten Biotopen Europas gehören“, so der WEMAG-Vertriebsleiter weiter.

Es war die zweite von insgesamt drei der bis 2020 vereinbarten Besatzaktionen dieser Art, bei der die gefährdete Tierart so eine Unterstützung erfahren soll. LAV-Präsident Prof. Dr. Karl-Heinz Brillowski hob die große Bedeutung dieser Gemeinschaftsaktion hervor: „Wir freuen uns sehr, dass unsere so wichtige Initiative zu Erhalt und Aufbau der bedrohten Tierart immer breiter wahrgenommen wird. Die Zusammenarbeit der WEMAG mit dem Landesanglerverband als größtem Naturschutzverband des Landes werten wir als großen Erfolg. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung und setzt sichtbare Zeichen, mit starken Partnern und gemeinsamer Kraft den Bestand des europäischen Aals zu stützen.“

Die Unterstützung der Fischpopulation ist für die WEMAG nicht ganz neu. Erst im Mai 2018 hat das Unternehmen den Bau der Fischaufstiegsanlage in Cramonshagen bei Schwerin gefördert. Mit diesem Eigenanteil war es der Gemeinde Cramonshagen möglich, Fördermittel von der Europäischen Union für dieses Projekt abzurufen. Die Fischtreppe ermöglicht den Austausch der Fischpopulationen zwischen dem Cramoner und dem Wendelstorfer See. „Wir haben uns für die Unterstützung dieses Stepenitz-Projektes entschieden, weil damit natürliche Lebensräume verbessert werden“, so Michael Hillmann.

HINTERGRUND:

Seit mehr als 25 Jahren besetzt der Landesanglerverband Aale, jährlich im Wert von rund 100.000 Euro. Ein Teil der aufgebrachten Gesamtsumme wird über EU-Mittel finanziert. Der LAV M-V e.V. bietet Vereinen, Regionalverbänden wie auch Privatpersonen oder Geschäftskunden die Möglichkeit, Aalaktien zu erwerben. Diese werden in ihrer finanziellen Aufwendung zu 100 % in den Kauf von Jungtieren eingebracht. Die Aale aus dem Spendenerlös kommen zumeist im Mai hier an, wiegen dann sieben Gramm, sind kräftig, stabil und munter. In großen Bassins werden sie zu geeigneten Seen gefahren und dort eingesetzt. Da verbringen sie ihr Aalleben meist gute zehn bis sogar dreißig Jahre lang. 

Der Weg der Aale: Mit dem Golfstrom gelangen winzige Glasaale, leichter als ein Gramm, aus der Sargassosee an die Atlantikküste Europas. Vor Spanien, Frankreich, England werden sie gefischt und dann in Holland auf Aalfarmen aufgezogen. Über den Handelsweg gelangen sie nach Deutschland, werden hier eingekauft und in hiesige Gewässer eingesetzt. Diese weiten Wege schaffen diese Tiere ohne Hilfe nur sehr schwer und in geringer Population hierher. Deshalb werden sie seit über 25 Jahren durch LAV-Besatzaktionen unterstützt. So bleibt diese Art in Mecklenburg-Vorpommern erhalten, hat ein breites Spektrum an Gewässern europaweit zur Verfügung, selbst wenn Havarien oder Naturgewalten in einigen Gebieten lebensbedrohlich werden, können sie in anderen weiter existieren – das ist Artenschutz in höchster Form.