Die Wärme aus der Tiefe: Neustadt-Glewe bei Schwerin wird seit fast 30 Jahren mit umweltfreundlicher Heizenergie versorgt

Hier hat die Wärmewende schon seit Jahrzehnten begonnen – ein echtes Pionierprojekt

In der Tiefe der Erde schlummert ein nahezu unerschöpflicher Schatz an geothermischer Energie, der in der Wärme- und Stromversorgung genutzt werden kann.

Die WEMAG mit Ihrer hundertprozentigen Tochter, der mea Energieagentur Mecklenburg-Vorpommern, sowie die Stadt Neustadt-Glewe machen hier als Vorreiter von sich reden und nutzen die geothermischen Ressourcen der Stadt zur umweltfreundlichen Wärmeversorgung ihrer Bürger. 

Geothermie

Geothermische Energie: Ein unerschöpflicher Schatz in der Erde

Die Erdwärme bietet ein enormes Potenzial für die Wärme- und Stromversorgung. In der Tiefe ruhen gewaltige Energiereserven, die jederzeit verfügbar sind – ganz gleich, ob im Sommer oder Winter, bei Tag oder Nacht. Rein rechnerisch würde die Wärmeenergie, die in Deutschland in 3.000 bis 7.000 Metern Tiefe zur Verfügung steht, problemlos reichen, um die gesamte Bevölkerung mit Wärme und Strom zu versorgen.

Drei Regionen in Deutschland bieten besonders gute Bedingungen, um diese Wärmequelle zu nutzen: das Molassebecken im südlichen Bayern, der Oberrhein-Graben in Südwestdeutschland und die Norddeutsche Tiefebene. Die Stadt Neustadt-Glewe liegt im Süden von Schwerin und damit im Norddeutschen Becken, das sich nördlich einer Linie von Cottbus im Osten über Magdeburg bis ins Münsterland im Westen erstreckt.

Hier wird das Thermalwasser seit 30 Jahren gefördert. Foto: WEMAG/Steyer

Neustadt-Glewe nutzt das Potential der Geothermie

Aus zahlreichen Erdgas- und Erdölbohrungen war bereits bekannt, dass die Temperatur in Neustadt-Glewe mit der Tiefe schneller steigt als anderswo. Zudem wusste man, dass die Gesteinsschichten Thermalwasser führen. Diese idealen Voraussetzungen nutzt die Geothermie-Anlage in Neustadt-Glewe, um die Tiefenwärme anzuzapfen und für Heizzwecke nutzbar zu machen. Das Thermalwasser ist für die Stadt ein echter Glücksfall – es bietet den Bürgern die Möglichkeit, umweltfreundliche und heimische Heizenergie zu verwenden. Das macht sie gleichzeitig unabhängiger von den Schwankungen des Öl- und Gasmarktes, die aufgrund der begrenzten Rohstoffreserven weiter zunehmen werden.

Die Stadt Neustadt-Glewe will CO2-neutral werden

In ihrem Klimaschutzkonzept hat sich die Stadt Neustadt-Glewe das Ziel gesetzt, den Energieverbrauch und damit den Ausstoß klimaschädlicher Gase nachhaltig zu senken. Bis 2030 will die Stadt sogar eine neutrale Kohlendioxid-Bilanz erreichen. Dazu leistet die Erdwärme einen beträchtlichen Beitrag.

Aktuell werden rund 600 Kunden mit Erdwärme versorgt.

Geothermie in Neustadt-Glewe: Rund 30 Jahre Pionierprojekt

Bereits der 20. Jahrestag der Inbetriebnahme im Jahr 2015 wurde entsprechend gefeiert. Die Geothermie-Anlage in Neustadt-Glewe hat inzwischen eine Gesamtleistung von 3,5 Megawatt und trägt maßgeblich zur Einsparung von Treibhausgasemissionen bei. Durch die Nutzung des geothermischen Thermalwassers können jährlich etwa 2.500 Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart werden, was einem wichtigen Beitrag zum Klimaschutz entspricht. Die Anlage zeigt, dass die Geothermie eine vielversprechende Möglichkeit für eine nachhaltige und umweltfreundliche Wärmeversorgung ist, die auch für andere Regionen interessant sein könnte.
 

Redaktion

Wir sind das Redaktionsteam des WEMAG-Blogs. Als Mitarbeiter der WEMAG-Unternehmenskommunikation halten wir ständig Ausschau nach spannenden Themen und Geschichten. Wir begleiten die Menschen hinter der WEMAG: Sie machen täglich was Vernünftiges und gestalten die Energiewende in unserer Region.

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