WEMAG erwirbt erstmals LAV-Aalaktien für Aalbesatz

22. Oktober 2018

LAV-Präsident Prof. Dr. Karl-Heinz Brillowski, Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus, die 1. Fischerkönigin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Jeannette Dehmel, und WEMAG-Vorstand Caspar Baumgart (v.l.) beim Einsetzen der Aale in den Goldberger See. Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

Landwirtschaftsminister, WEMAG-Vorstand und LAV-Präsident setzen gemeinsam 82 kg Jungaale in den Goldberger See / LAV-Aktion „Rettet den europäischen Aal“

Am 22. Oktober unterzeichneten der Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. (LAV M-V e.V.) und die WEMAG eine Vereinbarung, nach der das Energieunternehmen jährlich 3.500 Euro für den Aalbesatz zur Verfügung stellt.

In Goldberg trafen sich am Montagmorgen Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus, LAV-Präsident Prof. Dr. Karl-Heinz Brillowski, WEMAG-Vorstand Caspar Baumgart sowie die 1. Fischerkönigin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Jeannette Dehmel. Die Anwesenden setzten direkt nach der Unterzeichnung 82 kg vorgestreckte Jungaale im Wert von 3.500 Euro in den Goldberger See ein.

„Mecklenburg-Vorpommern ist ein Anglerparadies. Seit 2009 haben wir 71,8 Tonnen Aal in unsere Gewässer gesetzt und dafür rund 2,9 Mio. Euro bereitgestellt. Auch die Meerforelle und den Stör haben wir wieder in unsere Gewässer zurück verholfen. Wir sind dankbar dafür, dass die WEMAG als kommunales Unternehmen diese wertvollen naturnahen Projekte unterstützt“, sagte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

Mit dem Kauf dieser Aalaktie erweitern wir unser Portfolio an ökologischen Projekten und stärken weiter unsere Aktivitäten für den Natur- und Umweltschutz in der Region.

Caspar Baumgart, Kaufmännischer Vorstand der WEMAG

„Für jeden Kunden, der sich für unser Erdgasprodukt entscheidet, investieren wir zehn Euro, um verschiedene Projekte zu unterstützen. Dazu gehören neben der Waldaktie und den MoorFutures-Zertifikaten auch die Wildtierhilfe MV sowie die Erhaltung, Revitalisierung und Neuanlage von Streuobstwiesen, die zu den artenreichsten Biotopen Europas gehören“, so der WEMAG-Vorstand weiter.

LAV-Präsident Prof. Dr. Karl-Heinz Brillowski, WEMAG-Vorstand Caspar Baumgart, die 1. Fischerkönigin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Jeannette Dehmel, und Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (v.l.) bei der Übergabe der WEMAG-Aalaktie. Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

„Wir freuen uns sehr, dass unsere so wichtige Initiative zu Erhalt und Aufbau der bedrohten Tierart immer breiter wahrgenommen wird. Die Zusammenarbeit der WEMAG mit dem Landesanglerverband als größtem Naturschutzverband des Landes werten wir als großen Erfolg. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung und setzt sichtbare Zeichen, mit starken Partnern und gemeinsamer Kraft den Bestand des europäischen Aals zu stützen“, sagte LAV-Präsident Prof. Dr. Karl-Heinz Brillowski.

Seit mehr als 25 Jahren besetzt der Landesanglerverband Aale, jährlich im Wert von rund 100.000 Euro. Ein Teil der aufgebrachten Gesamtsumme wird über EU-Mittel finanziert. Der LAV M-V e.V. bietet Vereinen, Regionalverbänden wie auch Privatpersonen oder Geschäftskunden die Möglichkeit, Aalaktien zu erwerben. Diese werden in ihrer finanziellen Aufwendung zu 100 % in den Kauf von Jungtieren eingebracht. Die Aale aus dem Spendenerlös kommen zumeist im Mai hier an, wiegen dann sieben Gramm, sind kräftig, stabil und munter. In großen Bassins werden sie zu geeigneten Seen gefahren und dort eingesetzt. Da verbringen sie ihr Aalleben meist gute zehn bis sogar dreißig Jahre lang. 

Der Weg der Aale: Mit dem Golfstrom gelangen winzige Glasaale, leichter als ein Gramm, aus der Sargassosee an die Atlantikküste Europas. Vor Spanien, Frankreich, England werden sie gefischt und dann in Holland auf Aalfarmen aufgezogen. Über den Handelsweg gelangen sie nach Deutschland, werden hier eingekauft und in hiesige Gewässer eingesetzt. Diese weiten Wege schaffen diese Tiere ohne Hilfe nur sehr schwer und in geringer Population hierher. Deshalb werden sie seit über 25 Jahren durch LAV-Besatzaktionen unterstützt. So bleibt diese Art in Mecklenburg-Vorpommern erhalten, hat ein breites Spektrum an Gewässern europaweit zur Verfügung, selbst wenn Havarien oder Naturgewalten in einigen Gebieten lebensbedrohlich werden, können sie in anderen weiter existieren – das ist Artenschutz in höchster Form.