Gemeinsam bedrohte Tierart erhalten

16. September 2022

WEMAG unterstützt Aktion des Landesanglerverbandes „Rettet den europäischen Aal“ / Mehr als 100 Kilogramm Jungaale eingesetzt

Der Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. (LAV M-V e.V.) und der Energieversorger WEMAG haben zum fünften Mal gemeinsam junge Aale in Mecklenburger Seen eingesetzt. Dazu traf sich Klaus-Dieter Mau, Präsident des Deutschen Angelfischerverbandes und Vizepräsident des Landesanglerverbandes M-V, mit WEMAG-Vertriebsleiter Michael Hillmann am Goldberger See. Dort entließen sie etwa die Hälfte von insgesamt rund 100 Kilogramm vorgestreckte Jungaale im Wert von 5.000 Euro in das Gewässer. Die übrigen Tiere wurden anschließend im Neuhofer See eingesetzt. Die etwa 10.000 kleinen Aale wiegen jeweils etwa 10 Gramm und sind 15 bis 20 Zentimeter lang. Jetzt bewohnen die Jungaale vor allem die Schilfgebiete im Uferbereich. 
Auch in diesem Jahr hatte das kommunale Energieunternehmen wieder LAV-Aalaktien erworben. Mit ihrem Engagement unterstützt die WEMAG die Aktion des Landesanglerverbandes „Rettet den europäischen Aal“, die den Erhalt und Bestandsaufbau der bedrohten Tierart zum Ziel hat. 

WEMAG-Vertriebsleiter Michael Hillmann und LAV-Vizepräsident Klaus-Dieter Mau (v.l.) setzen gemeinsam die Aale in den Goldberger See ein. Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

„Die Aalaktie ist ein fester Bestandteil unserer ökologischen Projekte, mit denen wir den Natur- und Umweltschutz in der Region fördern. Wir wollen dazu beitragen, das ökologische Gleichgewicht zu stabilisieren“, erklärte WEMAG-Vertriebsleiter Michael Hillmann. „Für jeden Kunden, der sich für unser Erdgasprodukt entscheidet, investieren wir zehn Euro, um diese Projekte zu unterstützen. Dazu gehören neben der Waldaktie und den MoorFutures-Zertifikaten auch die Wildtierhilfe MV sowie die Erhaltung, Revitalisierung und Neuanlage von Streuobstwiesen, die zu den artenreichsten Biotopen Europas gehören“, ergänzte Michael Hillmann und kündigte eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit dem Landesanglerverband an. 
Am 22. Oktober 2018 hatten der LAV M-V e.V. und die WEMAG eine Vereinbarung unterzeichnetet, nach der das kommunale Energieunternehmen jährlich 3.500 Euro für den Aalbesatz zur Verfügung stellt. Es folgte eine weitere Vereinbarung, nach der die WEMAG ab 2020 jährlich 5.000 Euro in den Aalbesatz investiert. 

„Die Zusammenarbeit mit der WEMAG ist für uns inzwischen eine verlässliche Größe im jährlichen Besatzprogramm des LAV M-V e.V. Zur Arterhaltung und Unterstützung des gefährdeten europäischen Aals bringen wir seit rund drei Jahrzehnten Jungaale, inzwischen im Wert von mehr als einhunderttausend Euro, in unsere Gewässer ein. Der Erfolg ist bereits sichtbar“, sagte LAV-Vizepräsident Klaus-Dieter Mau. 
 

LAV-Vizepräsident Klaus-Dieter Mau (re.) überreicht WEMAG-Vertriebsleiter Michael Hillmann die Aalaktie. Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

HINTERGRUND:
Der Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. organisiert 46.000 Mitglieder in über 600 Vereinen. Er ist in M-V der größte Naturschutzverband. Mit rund einer viertel Million ehrenamtlicher Arbeitsstunden im Jahr leisten Anglerinnen und Angler umfangreiche Fischhege-, Gewässerpflege- und Umweltschutzarbeiten. Zu den wahrgenommenen Aufgaben gehört eben auch der Artenschutz. Seit drei Jahrzehnten besetzt der LAV M-V e.V. jährlich Aale, inzwischen Jahr für Jahr im Wert von rund 100.000 Euro. Ein Teil der Gesamtsumme wird über EU-Mittel finanziert. Der LAV M-V e.V. bietet Vereinen, Regionalverbänden wie auch Privatpersonen oder Geschäftskunden die Möglichkeit, Aalaktien zu erwerben. Diese werden in ihrer finanziellen Aufwendung zu 100 % in den Kauf von Jungtieren eingebracht. Die Aale aus dem Spendenerlös kommen zumeist im Mai in Mecklenburg-Vorpommern an, wiegen dann sieben Gramm bei 10 bis 15 Zentimeter Länge, sind kräftig, stabil und munter. In großen Bassins werden sie zu geeigneten Seen gefahren und dort eingesetzt. Dort verbringen sie ihr Aal-Leben mit meist guten zehn bis sogar dreißig Jahren.  
Der Weg der Aale: Mit dem Golfstrom gelangen winzige Glasaale, leichter als ein Gramm, aus der Sargassosee an die Atlantikküste Europas. Vor Spanien, Frankreich und England werden sie gefischt und dann in Holland auf Aalfarmen aufgezogen. Über den Handelsweg gelangen sie nach Deutschland, werden hier eingekauft und in hiesige Gewässer eingesetzt. Diese weiten Wege schaffen diese Tiere ohne Hilfe nur sehr schwer und in geringer Population. Deshalb werden sie seit 3 Jahrzehnten durch LAV-Besatzaktionen unterstützt. So bleibt diese Art in Mecklenburg-Vorpommern erhalten und hat ein breites Spektrum an Gewässern europaweit zur Verfügung. Selbst wenn Havarien oder Naturgewalten in einigen Gebieten für sie lebensbedrohlich werden, können sie in anderen weiter existieren – das ist Artenschutz in höchster Form. 
 

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