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Energieversorger WEMAG blickt auf erfolgreiches Geschäftsjahr zurück

11. August 2020

Die Umsatzerlöse der WEMAG-Gruppe stiegen von 658,3 Mio. Euro im Jahr 2018 um 3,4 Prozent auf rund 680,7 Mio. Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr. Das Ergebnis für 2019 beträgt 15,8 Mio. Euro. Die Verringerung um 2,7 Mio. Euro zum Vorjahr resultiert unter Anderem aus den hohen Anfangsaufwendungen für den Breitbandausbau. Die Gesamtinvestitionen erhöhten sich von 59 Mio. Euro im Jahr 2018 auf 105 Mio. Euro im vergangenen Jahr.

Der WEMAG-Vorstand vertreten mit Thomas Murche und Caspar Baumgart (v.li.). Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

„Wir investieren verstärkt in den Ausbau erneuerbarer Energien, erweitern und optimieren das Stromnetz und schaffen so zusätzliche Einspeisemöglichkeiten für weitere Erneuerbare-Energien-Anlagen“, sagte Thomas Murche, technischer Vorstand der WEMAG.

Im Jahr 2019 hat das Thema Nachhaltigkeit einen ganz neuen Rang im gesellschaftspolitischen Diskurs eingenommen. Wissenschaft und soziale Initiativen mahnen dringliche Veränderungen und Anpassungen an, damit die Ziele des Pariser Klimaabkommens erreicht werden. Eine wesentliche Herausforderung stellt die nachhaltige Energieversorgung dar.

„Nachhaltigkeit bedeutet für uns, wirtschaftliche Stabilität der WEMAG mit ökologisch nachhaltigem Handeln zu verbinden. Unser Ziel, auch im Jahr 2019 den Telekommunikationsbereich als weiteres Standbein zu stärken, haben wir erreicht. Wir haben weitere Ausschreibungen für den Breitbandausbau im Landkreis Ludwigslust-Parchim gewonnen“, ergänzte Caspar Baumgart, kaufmännischer Vorstand der WEMAG.

Netzgeschäft bleibt Motor des Erfolgs

Die Kernaufgabe der WEMAG Netz GmbH ist der Betrieb des Stromnetzes, über das die Kunden in Westmecklenburg sowie in kleineren Teilen Brandenburgs und Niedersachsens zuverlässig mit Strom versorgt werden.

Die im Netzgebiet durch die WEMAG Netz GmbH verteilte elektrische Energie inklusive Netzverlusten und Betriebsverbrauch betrug 1.959 Mio. kWh (Vorjahr: 2.137 Mio. kWh). Insgesamt lag die Einspeisemenge aus regenerativen Erzeugungsanlagen 2019 bei 3.035 Mio. kWh gegenüber 2.808 Mio. kWh im Vorjahr. Der Zuwachs war im Wesentlichen auf das sonnen- und windstarke Jahr zurückzuführen.

Neue Anträge auf Anschluss regenerativer Erzeugungsanlagen stiegen 2019 massiv auf einen neuen Höchststand an und bleiben der wesentliche Motor für den Ausbau und die Umstrukturierung des Verteilnetzes. Die installierte Anschlussleistung von regenerativen Erzeugungsanlagen lag zum Jahresende 2019 bei 1.608 Megawatt (MW). Für den Zuwachs sorgte hauptsächlich der Ausbau von Wind- und Photovoltaikanlagen. In beiden Sparten haben neue Anlagen zu einer Zunahme der installierten Leistung um einen zweistelligen Megawatt-Betrag geführt. Im Jahr 2019 wurden außerdem Anträge auf Anschluss und EEG-Anfragen mit einer Anschlussleistung von weiteren 3.644 MW gestellt. „Inzwischen erzeugen die Ökokraftwerke im WEMAG-Netzgebiet fast viermal so viel Strom, wie die angeschlossenen Haushalte maximal abnehmen“, erklärte Thomas Murche. Daher konnte im Jahr 2019 an 353 Tagen (Vorjahr: 344 Tage) Strom in das Übertragungsnetz der 50Hertz Transmission GmbH zurückgespeist werden.

Insgesamt haben die Ökokraftwerke im Netzgebiet im Jahr 2019 rund 3.035 Mio. kWh erzeugt. Das sind 227 Mio. kWh mehr als im Vorjahr. Tatsächlich beträgt der Anteil der Einspeisung aus regenerativer Erzeugung im Verhältnis zum Stromabsatz im Netz, inklusive der Durchleitung an nachgelagerte Netzbetreiber, rund 155 Prozent. „Berücksichtigen wir nur unsere direkt angeschlossenen letztverbrauchenden Kunden, lagen wir 2019 wir sogar bereits bei 272 Prozent und damit deutlich über den politischen Zielvorgaben der Bundesregierung für das Jahr 2050. Rein rechnerisch wäre die Versorgung aller angeschlossenen Kunden im Netzgebiet der WEMAG Netz GmbH durch regenerativ erzeugten Strom möglich“, so Thomas Murche.

Um den zuverlässigen Betrieb des Stromnetzes zu gewährleisten und auch weiterhin neue Ökokraftwerke anschließen zu können, sind umfangreiche Erweiterungsinvestitionen und Aufwendungen zur Instandhaltung notwendig. Die Netzoptimierung und -verstärkung wird dabei an der Analyse und Bewertung der Potenziale zum Ausbau der Erzeugung aus erneuerbaren Energien ausgerichtet. Die Investitionen in das Sachanlagevermögen der WEMAG Netz GmbH, einschließlich immaterieller Vermögensgegenstände, beliefen sich 2019 auf rund 34,2 Mio. Euro. Im Jahr 2019 wurde vor allem in den Bau des neuen Umspannwerkes Wessin und der 110-kV-Schaltanlage in Lübz investiert.

Zur Umsetzung des Messstellenbetriebsgesetzes hat die WEMAG Netz GmbH als grundzuständiger Messstellenbetreiber 2018 mit der Einführung moderner Messeinrichtungen begonnen. Zum Ende des Jahres 2019 waren circa 21.400 Netznutzer auf intelligente Messsysteme umgestellt, das entspricht einer Quote von circa 14 Prozent. Im Dezember 2019 wurde das dritte am Markt verfügbare Gateway durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert. Damit wurde die technische Voraussetzung für den Rollout der Smart Meter geschaffen und die WEMAG Netz GmbH kann mit dem Einbau der Smart Meter beginnen.

Investitionen in erneuerbare Energien

Im Jahr 2019 konnte die WEMAG ihren Bestand an regenerativen Erzeugungsanlagen um weitere Windkraftanlagen erweitern. Im Januar startete der Bau für den Windpark Hoort, der in Zusammenarbeit mit der Loscon GmbH aus Beeskow umgesetzt wird. Im Frühjahr wurde mit dem Wegebau zu den geplanten Standorten der 16 Windkraftanlagen begonnen. Anschließend wurden die ersten Fundamente für die jeweils 199,6 Meter hohen Anlagen gebaut. Der gesamte Windpark wird eine Leistung von 52,8 MW haben. Von den 16 Windkraftanlagen des Typs Nordex N117 sind zwei in das Eigentum WEMAG übergegangen. Die Bürger und Gemeinden können sich mit der Zeichnung von Anteilen an einer Betreibergesellschaft für vier der Windkraftanlagen der Windpark Hoort 2 GmbH & Co. KG beteiligen. Zwei Windkraftanlagen wurden bereits Ende 2019 fertiggestellt und in Betrieb genommen. „Außerdem haben wir 2019 mit dem Bau einer Windenergieanlage in der Nähe der Ortschaft Redlin begonnen, die eine Leistung von 3,6 MW haben wird. Mit unseren Windkraftanlagen, die bereits in Betrieb sind, konnten wir 84.347.571 kWh in das Netz einspeisen“, resümiert WEMAG-Vorstand Thomas Murche. Das ist genug Energie für mehr als 24.000 Haushalte.

Das Umspannwerk Parchim-Süd der WEMAG Netz GmbH. Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

Neben drei Biogasanlagen betreibt die WEMAG 46 PV-Anlagen vorwiegend in Mecklenburg-Vorpommern, die mehr als 26 GWh erzeugen und damit eine mittelgroße Stadt das ganze Jahr über mit sauberer Ökoenergie versorgen können. So gingen im Frühjahr 2019 im Umkreis von Pasewalk, im Raum Neustadt-Glewe sowie in der Nähe von Laage insgesamt fünf Anlagen an das Netz. Diese PV-Anlagen speisen mehr als 2,6 GWh Ökostrom in das öffentliche Versorgungsnetz ein. Die WEMAG arbeitet außerdem an der Umsetzung von mehreren größeren Freiland-Solarkraftwerken auf ehemaligen Kiesabbauflächen in Mecklenburg-Vorpommern. In der ersten Ausbaustufe ist eine Generatorleistung von über 120 MWp geplant. Das entspricht einer Fläche von über 266 Fußballfeldern. Der Spatenstich für das erste Projekt mit 10 MWp dieser „grünen“ Projektpipeline erfolgte bereits im November.

Sehr starker Wettbewerb im Energievertrieb

Im Haushaltskundengeschäft und im Geschäftskundensegment steht die WEMAG weiterhin in einem sehr starken Wettbewerb. Der Stromabsatz an Kunden belief sich im Jahr 2019 auf 609,0 Mio. kWh (Vorjahr: 662,4 Mio. kWh). Die Neukundengewinne lagen 2019 über den Kundenverlusten, sodass die Kundenzahl insgesamt gestiegen ist.

Die WEMAG verfolgt seit 2008 im Vertrieb eine Produktstrategie, die auf Nachhaltigkeit ausgelegt ist. Seitdem werden Haushaltskunden ausschließlich mit Strom aus erneuerbarer Erzeugung beliefert. „Seit 2011 gehören ökologische Erdgasprodukte zu unserem Produktportfolio. Für jeden neuen Erdgaskunden wird seitdem ein Betrag von 10 Euro in Umweltschutzprojekte wie Waldaktien, Streuobstgenussscheine oder die Wildtierhilfe investiert. Zusätzlich haben die Kunden die Möglichkeit, über einen selbst gewählten Preisaufschlag einen Beitrag zum Erhalt der Umwelt zu leisten“, erklärt WEMAG-Vorstand Caspar Baumgart.

Auch Geschäftskunden können mit der WEMAG auf nachhaltigen Energiebezug setzen. Ziel ist ein ganzheitliches Leistungsangebot über den Strom- und Erdgasbezug hinaus – rund um alle energienahen Dienstleistungen. Im Jahr 2019 wurde ein langfristiger Rahmenvertrag mit dem Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg geschlossen. Dieser ermöglicht allen zugehörigen Kirchengemeinden den Bezug von Ökostrom mit Testierung durch den Grüner Strom Label e. V. sowie die Klimaneutralstellung durch die KlimaInvest Green Concepts GmbH für den Ökogasbezug.

Breitbandausbau auf neuen Wegen

Der offizielle Baustart auf der Insel Poel war einer der Meilensteine, den die WEMACOM Breitband GmbH, 100-prozentige Tochter der WEMACOM Telekommunikation GmbH, im Jahr 2019 erreicht hat. Bis Ende 2019 haben die Tiefbauer im Landkreis Nordwestmecklenburg bereits 700 von insgesamt 1.900 Kilometern Trasse fertiggestellt.

 „Auch bei den ersten drei Projektgebieten des Landkreises Ludwigslust-Parchim haben wir 2019 große Fortschritte gemacht. Die gesamten 630 Kilometer Trasse wurden tiefbauseitig fertiggestellt und die ersten Kunden mit den schnellen Internetanschlüssen der WEMAG versorgt. Die Gemeinde Weitendorf ging im Juni als eine der ersten ans Glasfasernetz“, erklärte WEMAG-Vorstand Thomas Murche. Gemeinsam mit Politik, Verwaltung und den Bürgern konnte das erste große Lichterfest gefeiert werden. Bis Jahresende wurde die Marke von 2.000 Anschlüssen überschritten. Rund 3.000 weitere waren im Bereitstellungsprozess.

Am 19. September 2019 unterzeichneten der Landkreis Ludwigslust-Parchim und die WEMACOM Breitband GmbH die Zuwendungsverträge für 13 weitere Projektgebiete im Landkreis. Damit konnte die Planung für weitere rund 30.000 förderfähige Glasfaser-Hausanschlüsse und 2.400 Kilometer Trasse beginnen. Die Mitarbeiter stellten das Projekt in den ersten Gemeindevertretersitzungen und Einwohnerversammlungen des Landkreises vor.

Ausschüttungen an kommunale Anteilseigner

Das Geschäftsjahr 2019 war das zehnte Jahr nach der Kommunalisierung der WEMAG. Aktien der WEMAG halten der Kommunale Anteilseignerverband der WEMAG AG (74,76 Prozent), dem rund 200 Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern und der Prignitz angehören, die Thüga Aktiengesellschaft (25,10 Prozent) und die Stadt Grabow (0,14 Prozent). Der Kommunale Anteilseignerverband hält einen Teil der Aktien (1,54 Prozent) treuhänderisch für Gemeinden, die nicht Mitglied des Anteilseignerverbandes sind. Die Ausschüttung an die Aktionäre der WEMAG ist mit 16,05 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr gleichgeblieben.