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Ohne Netzausbau wird es eng auf der Stromautobahn

31. März 2021

WEMAG Netz GmbH will mit Ausbau der technischen Anlagen Netzengpässe weiter reduzieren / Stabilität der Stromnetze erfordert bislang Abregeln von Wind- und PV-Anlagen

Der Anteil der regenerativ erzeugten Energie steigt im Netzgebiet der WEMAG Netz GmbH (WNG) seit Jahren. Ursache dafür ist der stetige Zubau von Erneuerbare-Energien-Anlagen (EEG-Anlagen), insbesondere im Wind- und Photovoltaikbereich, sowie deren erfolgreiche Integration in das Netz der WNG auf allen Spannungsebenen. Seit 2012 versorgt die WNG alle Kunden im Netzgebiet mit regenerativer Energie. Gemessen an den Endkunden lag die EEG-Einspeisequote im Jahr 2020 bei 297 Prozent.

Die WEMAG Netz GmbH macht die Integration der EEG-Anlagen möglich und will bis 2025 etwa 280 Mio. Euro in den Netzausbau investieren. Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

Im Oktober 2020 betrug die angeschlossene EEG-Leistung 1.680 Megawatt (MW). Darüber hinaus gab es Anträge für den Anschluss weiterer EEG-Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 6.000 MW. „Wir machen die Integration der EEG-Anlagen möglich. Da die Verbraucherlast jedoch nahezu gleich bleibt, muss der Netzausbau dringend forciert werden. Anderenfalls entstehen Netzengpässe, weil die erzeugten Energiemengen rein technisch vom Netz nicht aufgenommen und transportiert werden können. Die Folge wäre, dass die Erzeugungsanlagen bei starkem Wind beziehungsweise starker Sonneneinstrahlung abgeregelt werden müssten. Um den vielen Anfragen zur Einspeisung von Energie nachzukommen und Abregelungen zu vermeiden, werden wir bis 2025 etwa 280 Mio. Euro in den Netzausbau investieren“, erklärte Thomas Murche, technischer Vorstand der WEMAG.

Die WNG kann als verantwortlicher Verteilnetzbetreiber die Einspeisung aus EEG-Anlagen und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen über das Einspeisemanagement vorübergehend abregeln. Diese speziell geregelte Netzsicherheitsmaßnahme dient der Entlastung bei Netzengpässen und vor allem dem Erhalt der Netzstabilität. Die abgeregelten Einspeisemengen werden vergütet.

Im Jahr 2020 wurden insgesamt 3.255 Gigawattstunden (GWh) Energie aus EEG-Anlagen in das Netz der WNG eingespeist. Davon mussten rund 10 GWh über Einspeisemanagement-Maßnahmen abgeregelt werden. Das entspricht einem Anteil von 0,03 Prozent. An die Betreiber wurden dafür etwa 950.000 Euro Entschädigung ausgezahlt. Das sind 0,3 Prozent der insgesamt für die erzeugte Energie ausgezahlten Vergütung in Höhe von rund 340 Mio. Euro. „Das Abregeln der erneuerbaren Energien ist nur der letzte Schritt, damit das Netz stabil bleibt und die Versorgungssicherheit gewährleistet werden kann. Unser Ziel ist es, den gesamten erzeugten EEG-Strom auch zu nutzen beziehungsweise weiterzutransportieren“, ergänzte Tim Stieger, Geschäftsführer der WEMAG Netz GmbH.