Damit die Ricke nicht vergeblich wartet

8. Juni 2022

WEMAG unterstützt regelmäßig die Arbeit des Vereins Wildtierhilfe MV

Zwischen Anfang Mai und Ende Juni sind die Nächte für Frank Demke besonders kurz. Dann trifft sich der Tierschützer fast täglich morgens um 3 Uhr mit Gleichgesinnten, um nur wenige Tage alte Rehkitze vor dem sicheren Tod zu retten. „In diesem Zeitraum ist der Temperaturunterschied zwischen den Tieren, die sich im hohen Gras verstecken, und ihrer Umgebung am größten. Dann kann die Drohne mit ihrer Wärmebildkamera die Kitze gut erfassen“, erläutert Frank Demke. Anschließend fährt ein Tierschützer vorsichtig mit dem Quad zu den Stellen und zäunt die Tiere mit einem Windschutz ein. Sind alle Kitze auf dem Feld gesichert, bekommt der Landwirt das Signal für den Beginn der Mahd. Unmittelbar nach der Ernte fahren die Wildtierschützer noch einmal zu diesem Feld und nehmen die Windschutzzäune wieder ab. Sobald sich die Menschen zurückgezogen haben, kommt das Reh, um sein Kitz abzuholen. „Dieser Moment der Familienzusammenführung ist immer etwas ganz Besonderes. Genau deshalb tun wir das hier“, sagt Frank Demke, der im Jahr 2012 in der Nähe von Rostock den gemeinnützigen Verein Wildtierhilfe MV gegründet hat. 

 

Frank Demke, Vorsitzender der Wildtierhilfe MV, erklärt WEMAG-Vertriebsleiter Michael Hillmann (v. l.) die Wärmebildkamera an der Drohne. Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

Vorsichtig nimmt Cindy Hetzer den Schutzzaum um das hohe Gras ab, in dem sich noch das Kitz versteckt hat. Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

Gerade unmittelbar vor der Heuernte bringen zum Beispiel Rehe im üppigen Grün ihre Jungen zur Welt. Während die Ricke beim Anrollen der großen Erntemaschinen die Flucht ergreift, bleibt das Kitz liegen und wird verstümmelt oder zerhäckselt. „Und später die Trauer der Ricke anzusehen, tut weh“, sagt Frank Demke. Seinen Angaben zufolge werden deutschlandweit jährlich rund 100.000 Kitze vermäht, etwa ein Viertel davon in Mecklenburg-Vorpommern. Allein in diesem Jahr hat er mit seinem Team bisher schon 50 Kitze gerettet. Im vergangenen Jahr konnten in 21 Einsatznächten insgesamt 1045 Hektar Fläche überflogen und 173 Rehkitze aufgespürt und gerettet werden. 

Die Anschaffung neuer GPS gesteuerter Drohnen, eines Anhängers für das Quad und weiterer Zubehörtechnik kostet viel Geld. „Zum Glück kann ich mich auf die WEMAG verlassen. Der Energieversorger unterstützt mich als einziges Unternehmen regelmäßig mit 2.500 Euro pro Jahr. Ohne diese Förderung könnten wir unsere ehrenamtliche Arbeit nicht weiter ausbauen“, meint der Vereinsvorsitzende. 

Bei einem Besuch der Wildtierretter in der Nähe von Schwaan konnte sich WEMAG-Vertriebsleiter Michael Hillmann ein Bild von der Tätigkeit der Vereinsmitglieder machen. „Hier geht es um Tierschutz und den Erhalt einer Population. Wie schon bei den Waldaktien, den Aalaktien, den MoorFutures und unseren Baumpflanzaktionen übernehmen wir auch hier Verantwortung für die Natur und Umwelt in unsere Region. So kann der Verein weiter in die moderne Technik investieren, die für das Aufspüren und die Rettung der Jungtiere erforderlich ist“, sagt Michael Hillmann und kündigt die Fortsetzung der 2015 begonnenen finanziellen Hilfe an.

Ein bewegender Moment: Die Ricke begrüßt nach der mehrstündigen Trennung ihr junges Kitz. Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

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