Familie Fischadler zieht um

21.03.2019

Stell' dir vor, da kommst du von einem langen Auslandsaufenthalt zurück nach Hause und deine Wohnung ist nicht mehr da. So in etwa ergeht es Familie Fischadler wenn sie in den kommenden Wochen aus ihrem Winterquartier in Afrika zurückkehrt. Ihre alte Wohnung im Biosphärenreservat Schaalsee gibt es nicht mehr. Familie Fischadler hatte es sich nämlich ausgerechnet auf einem Strommast der WEMAG gemütlich gemacht. Das jedoch ist für die Fischadler und eine stabile Stromversorgung gleichermaßen gefährlich. Allerdings wurde das Nest der seltenen Fischadler nicht einfach nur beräumt. Vielmehr wurde gleich in der Nähe ein neues gebaut. Eigens dafür rückte die WEMAG mit schwerer Technik an und ein zehn Meter hoher Mast wurde auf der Wiese des Woezer Sees aufgestellt. Auf seiner Spitze: ein Metallkorb aus Stahl gefüllt mit Nistmaterial aus dem bisherigen Nest. „Wir sind sehr glücklich darüber, dass uns die WEMAG so engagiert beim Schutz des Fischadlers unterstützt.“ sagt Mathias Hippke Artenschutzverantwortlicher beim Biosphärenreservat Schaalsee-Elbe.
 

Foto: E. Dornblut, Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe

Foto: E. Dornblut, Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe

Vogelschutz hat praktischen Nutzen

Für die WEMAG ist so eine Umsiedlung nicht neu. Bereits in der Müritzregion hat der regionale Ökostromerzeuger damit Erfahrung gesammelt. Nachhaltigkeit und Engagement für den Artenschutz gehören zur Unternehmensphilosophie. Der Vogelschutz selbst hat auch einen ganz praktischen Nutzen: „Durch die jährlichen Beringungsaktionen, die wir auch für Störche durchführen, leisten wir nicht nur einen Beitrag für den Umweltschutz, sondern bekommen auch einen aktuellen Überblick darüber, wo sich die Vögel niedergelassen haben. Das ist wichtig zu wissen, damit wir schnell reagieren können, wenn sich während des Nestbaus kleine Äste lösen, auf die Freileitungen herab fallen und eine Stromunterbrechung verursachen“, berichtet Jan Koppelmann. Er ist Vogelschutzverantwortlicher bei der WEMAG.

Fischadlerbestand in MV wächst

Seit vier Jahren siedelt sich der Fischadler in der Schaalseeregion wieder an – mit allen möglichen und unmöglichen Schwierigkeiten. Zunächst fand er keine dauerhafte Partnerin, dann klappte die Sache mit dem Nestbau nicht. Doch im vergangenen Jahr zog das Fischadlerpaar erstmals erfolgreich zwei Junge groß. Sehr zur Freude auch von Matthias Hippke: „Der Fischadler ist selten in Deutschland. In MV gibt es nur etwa 200 Paare. In den meisten Bundesländern noch viel weniger. Als Nahrungskonkurrent wurde der Fischadler bis in die 1920er Jahre stark bejagt und fast ausgerottet. Durch strenge Schutzmaßnahmen und ein Verbot des Pflanzenschutzmittels DDT geht es der Art seit etwa 20 Jahren wieder besser und der Bestand steigt an.“

Nun heißt es abwarten und hoffen, dass das Adlerpärchen das neue Nest bei seiner Rückkehr findet und akzeptiert. Bei der WEMAG sind dafür jedenfalls alle Daumen gedrückt!

Foto: E. Dornblut, Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe

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