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Faktencheck: Blackout, Brownout und was uns in diesem Winter erwartet

8. Dezember 2022

Dieser Blogbeitrag widmet sich einem zurzeit hochaktuellen Thema, das nahezu täglich in den Medien und der Politik diskutiert wird und welches uns alle betrifft. Es geht um die Versorgungssicherheit. Leider geraten hier viele Begriffe oft durcheinander. Wir wollen an dieser Stelle zu einer sachlichen Information beitragen.

  • In diesem Beitrag erfahren Sie, was ein Blackout wirklich ist.
  • Wir erklären Ihnen im Unterschied dazu, was einen Brownout ausmacht.
  • Sie erfahren etwas über die Wahrscheinlichkeit beider Ereignisse und darüber, wie die WEMAG ihre Netze sichert und worauf Sie sich für diesen Winter vorbereiten sollten.
Adobe Stock/Negro Elkha

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„Angst vor dem Blackout“, „Notstromaggregate für den Blackout“, „Stadtverwaltung bereitet sich auf Blackout vor“ – zugegeben, die Schlagzeilen dieser Tage könnten kaum pessimistischer klingen. Desto wichtiger ist es, nüchtern auf die Fakten zu schauen. Achtung, es wird ein bisschen länger, doch das Lesen lohnt sich!

Also, was ist das eigentlich ein Blackout? 

Diese Form des Stromausfalls entsteht, wenn große Teile des europäischen Stromnetzes unvorhergesehen und unkontrolliert versagen. Ein Blackout entsteht demnach nicht durch eine Energiemangellage, sondern aufgrund von Störungen im Betrieb von Netz- oder Kraftwerksinfrastrukturen. Eine Mangellage wäre höchstens indirekt ein Auslöser und sie müsste dafür sehr plötzlich neben weiteren Ereignissen eintreten. Ein solcher großflächiger Stromausfall ist auch trotz der aktuellen Lage höchst unwahrscheinlich, da das Energieversorgungssystem mehrfach gesichert ist. Zahlreiche verschiedene Maßnahmen, die regelmäßig geprüft und angepasst werden, sorgen für Sicherheit im Stromnetz.
 

Im Gegensatz dazu steht der Brownout.

Auch hierbei handelt es sich um einen Stromausfall. Jedoch entsteht dieser durch eine tatsächliche Energiemangellage. Die aktuelle Situation, wie sie im Dezember 2022 vorherrscht, führt zu geringeren Gasimporten nach Deutschland. Dadurch sind die Preise zunächst stark angestiegen. Diese Mangellage kann sich auch auf die Stromproduktion auf dem europäischen Markt auswirken. Vielerorts wird Strom mit Hilfe von Gaskraftwerken erzeugt. Außerdem sind zurzeit nicht alle französischen Kernkraftwerke am Netz. Es wird also auf europäischer Ebene weniger Strom als sonst produziert. Stimmen Angebot und Nachfrage nicht überein gerät das Stromnetz unter Stress und die Nachfrage muss reduziert werden. Dies erreichen die Netzbetreiber über die Abschaltung von Verbrauchern, und zwar rollierend (reihum) und so lange bis Angebot und Nachfrage wieder übereinstimmen. In so einem Fall kann es im Ernstfall auch zu Abschaltungen von Industriebetrieben, wichtigen Einrichtungen der Infrastruktur und Privathaushalten kommen. Fachleute sprechen hier von einer sogenannten Abschalt-Kaskade.  Lastabschaltungen bei Privathaushalten kommen allerdings erst in Betracht, wenn alle anderen Möglichkeiten zum Ausgleich der Mangellage ausgeschöpft sind. Sie erfolgen gezielt und für einen festen Zeitraum von höchstens vier Stunden. Die Bundesnetzagentur betrachtet dies als unwahrscheinliches Szenario. 
 

Ganz wichtig: Bei beiden Definitionen handelt es sich um überregional auftretende Ereignisse, die zwischen den verschiedenen Ebenen der Übertragungs- und Verteilnetze geregelt werden müssen. 

Anders ist es bei regionalen Stromausfällen. 

Für diese gibt es verschiedenste Ursachen. Planbar sind beispielsweise Wartungsarbeiten, über die wir unsere Kundinnen und Kunden rechtzeitig informieren. Nicht planbar sind Ausfälle aufgrund unvorhergesehener Ereignisse. So bescherten uns im vergangenen Jahr die Sturmtiefs Ignatz und Daniel massive Schäden im Mittel- und Niederspannungsnetz der WEMAG. Dies führte zu Stromausfällen bei unseren Kundinnen und Kunden in den betroffenen Regionen. Aufgrund der Veränderungen durch den Klimawandel verzeichnen wir solche Ereignisse in den vergangenen Jahren immer häufiger. 
 

Netzsicherheit, made by WEMAG

Auch wir sorgen für Sicherheit in unseren Netzen. Hierfür kommen wir unseren gesetzlichen Verpflichtungen gewissenhaft nach. Doch reicht uns das längst nicht aus. Als Ökoenergieerzeuger sind wir davon überzeugt, dass unser aller Zukunft in den Erneuerbaren Energien liegt. Wir haben nur diese eine Erde! Deshalb arbeitet die WEMAG gemeinsam mit anderen konsequent daran, das Stromnetz der Zukunft zu entwickeln. Einen Baustein dafür bildet unser Batteriespeicher, der im vergangenen Jahr erfolgreich seine Schwarzstartfähigkeit zunächst noch im Zusammenspiel mit einem konventionellen Kraftwerk bewiesen hat. Dieser Speicher ermöglicht es uns, unser Stromnetz im (unwahrscheinlichen) Fall eines Blackouts wieder anzufahren. Der nächste Schritt ist nun, dies mit der Einbindung von Windkraftanlagen zu erreichen. Mit unserem #TeamZukunft sind wir dafür auf einem guten Weg!
 

Was wir alle beitragen können:

Ja, die Versorgungslage ist angespannt. Dieser Fakt lässt sich nicht wegdiskutieren. Je besser wir mit unseren Vorräten haushalten, desto geringer ist das Risiko, dass wir in eine Mangellage geraten. Dafür können wir alle gemeinsam einen Beitrag leisten:

  1. Smarte Thermostate helfen dabei, die Temperaturen zu Hause bedarfsgerecht zu planen. 
  2. Heizsysteme prüfen und richtig einstellen.
  3. Keine Geräte im Standby laufen lassen.
  4. Geschirrspüler und Waschmaschine im ECO-Modus nutzen.
  5. Wäsche trocknen, Autos aufladen u.ä. lieber für die Randzeiten oder nachts vornehmen.
  6. Heizlüfter ersetzen keine Gasheizung. Sie sind trotz der höheren Gaspreise in der Nutzung teurer und können bei gleichzeitigem Einsatz in einem lokal begrenzten Gebiet das Stromnetz belasten.
  7. Wer kann, sollte auf Erneuerbare Energien umsteigen. Photovoltaik, Wärmepumpen und eigene Speicherlösungen rechnen sich auf längere Sicht für Portemonnaie und Umwelt. 

 

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