Drei Fragen an: Bürgermeister Steffen Klieme
Steffen Klieme ist Bankfachwirt und war von 2019 bis 2022 ehrenamtlich Vorsitzender des Finanz- und des Rechnungsprüfungsausschusses der Stadt Neustadt-Glewe. Im Oktober 2022 hat er das Amt des Bürgermeisters übernommen. Neustadt-Glewe liegt im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Zur Stadt, in der etwa 7.100 Einwohner leben, gehören die Ortsteile Friedrichsmoor, Hohewisch, Hohes Feld, Klein Laasch, Kronskamp, Neuhof und Tuckhude.
In welchen Bereichen haben Sie bereits mit der WEMAG zusammengearbeitet?
An erster Stelle möchte ich unser gemeinsames Unternehmen nennen – die Erdwärme Neustadt-Glewe GmbH, deren Mitgesellschafterin wir als Stadt sind. Es ist ein gutes Gefühl, sich vollkommen auf die Fachexpertise des Energieunternehmens aus Schwerin verlassen zu können. Es gibt noch zahlreiche andere Projekte. So laufen derzeit beispielsweise die Planungen für einen Bioenergiepark und eine Photovoltaikanlage in einem großen Pferdehaltungsbetrieb in Neustadt-Glewe sowie die Errichtung einer PV-Freiflächenanlage im Ortsteil Hohewisch. Hier sind wir für die Anschlüsse und die Anpassung der Leitungskapazitäten im engen Austausch mit der WEMAG. Auch bei den Themen Mieterstrom und Ladeinfrastruktur sind wir mit der WEMAG im Gespräch.
Wie haben Sie die Zusammenarbeit bislang empfunden?
Mit der WEMAG besteht schon seit vielen Jahren eine sehr enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit, die wir mit Blick auf aktuelle Themen kontinuierlich erweitern. Im Mittelpunkt steht der regelmäßige Austausch. Der kurze Draht zur WEMAG und der Geschäftsführung der Erdwärme hilft uns, Projekte schnell und konstruktiv umzusetzen.
Welche Vorhaben planen Sie in den nächsten Jahren in Ihrer Kommune?
In Neustadt-Glewe herrscht Wohnungsmangel. Prognosen haben ergeben, dass wir bis 2035 rund 370 Wohneinheiten zusätzlich brauchen. Deshalb planen wir unter anderem ein Wohngebiet mit etwa 60 Grundstücken, die selbstverständlich an das Fernwärmenetz angeschlossen werden. Dadurch entfallen die Kosten für die Wärmepumpe. Ich sehe das als großen Standortvorteil. Um möglichst viele Kunden mit Erdwärme versorgen zu können, müssen wir den Bau neuer Versorgungsleitungen vorantreiben. Mit Blick auf die hohen Baukosten ist das jedoch nur mit Fördermitteln realisierbar. Denn momentan subventionieren wir jeden neuen Anschluss mit einem fünfstelligen Betrag. Für die kommenden Jahre planen wir auch, eigene Gebäude mit PV-Anlagen und Speichern auszustatten. Und sofern sich die Möglichkeit für eine Beteiligung an einer Windkraftanlage ergibt, werden wir das in jedem Fall prüfen. Denn damit könnten wir unseren Stadthaushalt aufbessern. Wir werden alles tun, um der CO2-Neutralität immer näher zu kommen.
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