WEMAG unterstützt Beringung junger Fischadler

Erstmals auch Besenderung der Greifvögel für wissenschaftliche Untersuchungen

Derzeit sind die ehrenamtlichen Vogelschützer im WEMAG-Netzgebiet unterwegs, um junge Fischadler zu beringen. Technische Unterstützung erhalten sie aus den jeweiligen Netzdienststellen, die dafür eine Hubarbeitsbühne und Mitarbeiter bereitstellt. 

„Als Netzbetreiber sind wir dafür verantwortlich, dass die Vögel sich nicht an unseren Anlagen verletzen und nicht die Stromversorgung stören. Ziel ist es, die Natur und die konstante Stromversorgung in Einklang zu halten. Mit unseren Beringungsaktionen unterstützen wir auch die Biodiversität in der Region“, sagte WEMAG-Vorstand Thomas Murche während der Beringungsaktion in der Nähe von Sternberg. 

„Wir haben bisher 71 Jungtiere beringt. Ich schätze, dass wir in der ersten Juliwoche noch weitere 10 Tiere beringen können“, berichtet Torsten Marczak. Er ist ehrenamtlicher Landeskoordinator für Fischadler und Wanderfalken und arbeitet im Auftrag des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie. „Die Zusammenarbeit mit der WEMAG läuft sehr gut“, meint der Vogelschützer, der auch den Landwirten dankbar ist, die einen Teil ihrer Flächen für Ausweichmaste zur Verfügung stellen und die Zufahrt mit der Hubarbeitsbühne ermöglichen. 

 

WEMAG-Mitarbeiter Gunnar Hofmann setzt die beringten und mit einem Sender ausgestatteten jungen Fischadler wieder in ihr Nest zurück. Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

Jährlich stellt die WEMAG im gesamten Netzgebiet etwa fünf Ausweichmaste in der Nähe der Mittelspannungsleitungen (20 Kilovolt) auf. „Beim Nestbau fallen immer wieder große Äste auf die Leitung. Werden diese nass, kommt es zum Kurzschluss und Stromausfall. Außerdem können sich die Tiere verletzen“, begründet der WEMAG-Vogelschutzbeauftragte Jan Koppelmann diese Maßnahme. 

Der Energieversorger unterstützt seit vielen Jahren den Vogelschutz mit erheblichen Mitteln. Das Geld fließt nicht nur in Ausweichmaste und die darauf montierten Nisthilfen, sondern auch in Vogelschutzhauben, die an Masten mit nach obenstehenden Isolatoren angebracht werden. Weithin sichtbar sind die roten Vogelwarnkugeln, die zumeist in langen Einflugschneisen Schwäne, Störche und Gänse vor den dünnen Leiterseilen warnen sollen. Darüber hinaus werden im Hochspannungsbereich (110 Kilovolt) Nisthilfen auf den Masten montiert. 

Erstmals erhalten in diesem Jahr im Rahmen der Beringung einige Fischadler einen Sender. Die Federführung hat dabei die TB Raab GmbH aus Österreich übernommen. „Wir befestigen das etwa 22 Gramm leichte Gerät wie einen kleinen Rucksack mit einem dünnen Band zwischen den Flügeln. Der über eine Solarzelle betriebene Sender liefert uns einmal täglich unter anderem die GPS-Koordinaten und die Temperatur“, erläutert Mag. Dr. Rainer Raab, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens. 
Die Besenderung ist hauptsächlich auf den Rotmilan fokussiert, involviert aber auch den Seeadler. Dieses LIFE EUROKITE Projekt ist ein Artenschutzprojekt, das im Rahmen der LIFE-Förderung der Europäischen Union zu 60 % gefördert wird. Der Rotmilan hat eine besondere Priorität im EU-Artenschutz, da 95 % der weltweiten Brutpopulation in der EU leben. Deutschland beherbergte im Zeitraum 2013-2018 mit 14.000 bis 16.000 Brutpaaren ca. 40 % der weltweiten Rotmilan-Brutpopulation und trägt daher eine besondere Verantwortung für diese Art. Die Hauptziele des LIFE EUROKITE Projektes sind unter anderem die Identifikation und Quantifizierung der Mortalitätsgründe von Rotmilanen, Maßnahmen zur Reduzierung der vom Menschen bedingten Todesursachen und die deutliche Verringerung der Auswirkungen von Vergiftungen. 
„Durch Synergien und Kooperationen berücksichtigen wir nun auch die Fischadler, um die Datengewinnung und damit die Forschung auf diesem Gebiet weiter voranzutreiben. So haben wir in den vergangenen Tagen zum Beispiel im Landkreis Ludwigslust-Parchim 20 Fischadler sowie 2 Rotmilane und 13 Seeadler besendert“, erläutert Dr. Rainer Raab, der schon seit vielen Jahren in weiten Teilen Deutschlands und einigen EU-Ländern Besenderungen von verschiedenen Greifvogelarten durchführt. Als nächstes ist das Besenderungsteam in der Tschechischen Republik unterwegs, um dort Greifvögel mit einem Sender auszustatten.

Der ehrenamtliche Vogelschützer Torsten Marczak (li.) erläutert die Vorgehensweise bei der Beringung. Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer
WEMAG-Vorstand Thomas Murche informiert sich Felix Lewermann von der Netzdienstelle Bützow über die nächsten Schritte der Beringungsaktion. Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer
WEMI
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