Glasfaser-Ausbau: Echtes Breitband-Internet für alle

19.06.2018 - 09:45

Breitband-Internet ist heute Standard. Wirklich? Denn die Breitband-Technologie der Zukunft nennt sich Glasfaser, und ihr flächendeckender Ausbau hat gerade erst begonnen. Lesen Sie hier, was der Unterschied zu den alten Netzen ist und wie auch Sie vom Glasfaser-Ausbau profitieren.

Breitband ist Definitionssache

Breitband gilt heute als Synonym für schnelles Internet. Doch was gestern noch ein Breitband-Anschluss war, kann morgen schon veraltet sein. Manche werden sich noch daran erinnern: Als das Internet in den Kinderschuhen steckte, wählte man sich über die Telefonleitung in das Internet ein. Der große Nachteil - Telefon und Internet konnte man nicht zugleich nutzen. Außerdem ließen sich über diese sogenannten Schmalband-Verbindungen keine großen Datenmengen übertragen.

Die ersten "Breitband"-Internetanschlüsse liefen zwar immer noch über die gleichen Kupferleitungen, über die auch das Telefonsignal übertragen wird. Doch weil Datensignale und Telefonsignale jetzt unterschiedliche Frequenzen belegten, konnte man das Internet endlich unabhängig nutzen.

Mittlerweile senden und empfangen wir über das Internet aber bedeutend größere Datenmengen als um die Jahrtausendwende herum. Die alten Anschlüsse sind nicht mehr leistungsfähig genug. Von "Breitband-Internet" spricht man heute erst, wenn die Übertragungsgeschwindigkeit um ein Vielfaches höher ist als bei den ersten Leitungen. Doch ab welcher Übertragungsrate genau ein Breitband-Anschluss beginnt, darüber scheiden sich die Geister. Ein häufig genannter Richtwert liegt bei 50 Mbit/s.

Vergleich DSL VDSL FttH-Glasfaser

FttH-Glasfaser im vergleich zu DSL und VDSL

DSL: Über Kupferleitungen online gehen

Wer heute Breitband-Internet bezieht, hat in der Regel einen DSL- oder VDSL-Anschluss. DSL steht für Digital Subscriber Line. Für DSL-Anschlüsse wird nach wie vor die Telefonleitung genutzt. Bei diesen Leitungen handelt es sich um einen Doppelstrang aus Kupfer, über den elektrische Signale übermittelt werden. Während ein Strang mit niedriger Frequenz die Sprachsignale überträgt, laufen über den anderen Strang mit höherer Frequenz die Datensignale, also das Internet. Der Nachteil: Die elektrischen Signale werden mit zunehmender Leitungslänge schwächer. Außerdem können elektromagnetische Felder die Übertragung stören.

Über einen DSL-Anschluss sind im Download-Bereich Übertragungsraten von 16 Mbit / Sekunde möglich. Theoretisch, denn bis das Signal vom Verteilerkasten zum Verbraucher gelangt, verliert es schon mal um 40 Prozent oder mehr an Stärke. Die Folge: Nutzt man moderne Streaming-Dienste, die den Leitungen enorme Kapazitäten abverlangen, beginnt das Bild nicht selten zu ruckeln. Und auch das Hochladen von Bildern oder Videos zieht sich mitunter ewig hin.

VDSL: Glasfaser sorgt für Tempo

Besser dran sind Internet-Nutzer da schon mit einem VDSL-Anschluss. Durch VDSL (Very High Speed Digital Subscriber Line) sind Übertragungsraten von bis zu 50 Mbit / Sekunde möglich. Der Grund dafür ist, dass für die Datenübertragung von der Vermittlungsstelle bis hin zu den grauen Verteilerkästchen Glasfaser-Leitungen zum Einsatz kommen.

Glasfaser ist im Unterschied zu Kupferdrähten ein Lichtwellenleiter, anstatt elektrischer Signale werden optische Signale übertragen. Diese Lichtimpulse sind bedeutend schneller, weniger störungsanfällig und bleiben selbst über längere Strecken konstant. Theoretisch sind Übertragungsraten von 100 Mbit / Sekunde möglich. Vom Verteilerkasten bis zum Verbraucher geht es bei VDSL-Anschlüssen aber nach wie vor über die alten Kupferdrähte. Und hier werden die Datensignale ausgebremst - je nach Strecke um 50 Prozent oder mehr.

FttH: Glasfaser bis zum Verbraucher

VDSL ist daher nur eine Brückentechnologie. Um das Potential von Glasfasernetzen voll auszureizen, müssen die Glasfaserkabel bis hin zum Verbraucher verlegt werden. Man spricht hier von FttH-Anschlüssen (Fiber to the Home). Sie gelten derzeit als Goldstandard, denn die Datensignale kommen nahezu verlustfrei und in gleichbleibender Qualität beim Verbraucher an. Je nach Internet-Tarif sind Übertragungsraten aktuell von 100 oder sogar 500 Mbit / Sekunde möglich und in Zukunft noch erweiterbar. Video-Streaming, Spiele-Download oder hochauflösendes HD-Fernsehen - alles kein Problem mit einem modernen FttH-Anschluss!

Downloadzeiten und Uploadzeiten einer Daten-DVD

Downloadzeiten und Uploadzeiten einer Daten-DVD

Um den Unterschied an einem konkreten Beispiel zu verdeutlichen: Der Download einer Daten-DVD mit 4,7 GB dauert mit einem herkömmlichen DSL-Anschluss 42 Minuten, setzt man die maximale Übertragungsrate von 16 Mbit / Sekunde voraus. Bei einer Übertragungsrate von 6 Mbit / Sekunde warten Sie sogar 1 Stunde und 52 Minuten. Mit einem Premium-FttH-Anschluss ist die Sache dagegen in 1 Minute und 21 Sekunden erledigt.

Die WEMAG bietet Ihnen bereits jetzt in zahlreichen Regionen die Möglichkeit, moderne Glasfaser-Anschlüsse zu nutzen. Ob das ultraschnelle Internet auch bei Ihnen zu Hause verfügbar ist, können Sie auf unserer Webseite mit wenigen Klicks prüfen.

Breitband-Internet wertet ländliche Regionen auf

Im EU-Vergleich kommt der Glasfaser-Ausbau in Deutschland nur langsam voran. Im Jahr 2017 hatten hierzulande geschlagene 2,3 Prozent aller Haushalte einen FttH-Anschluss, im EU-Schnitt waren es dagegen bereits 14 Prozent. Nur in Österreich, Kroatien, Serbien und Irland verfügen noch weniger Haushalte als in Deutschland über einen FttH-Anschluss! Von einer flächendeckenden Versorgung kann also noch lange nicht die Rede sein.

Dabei bringt der Glasfaser-Ausbau mehr Lebensqualität für alle. Denn der Nutzen einer raschen Datenübertragung geht über die bloße Unterhaltung und das private Internet-Surfen weit hinaus! Schon heute ist viel von Zukunftstechnologien wie Smart Home die Rede. Für diese Technologien ist eine leistungsstarke und störungssichere Internet-Verbindung wichtiger denn je - genauso wie etwa heute ein funktionierender Wasser- und Stromanschluss.

Echtes Breitband-Internet wertet insbesondere die ländlichen Regionen auf. Denn schnelle und sichere Datennetze sind ein Teil jener Infrastruktur, der beispielsweise über die Standortwahl eines Unternehmens entscheidet. Und auch viele Arbeitnehmer können es sich heute nicht mehr leisten, von modernen Informations- und Kommunikationsnetzen abgeschnitten zu sein. Kurz: Orte mit schwacher Internetverbindung drohen im buchstäblichen Sinn den Anschluss zu verlieren.

Unser Zukunftsprojekt: Daten-Autobahnen weiter ausbauen

Die WEMAG hat im vergangenen Jahr vom Land Mecklenburg-Vorpommern, bzw. einzelnen Landkreisen den Zuschlag erhalten, um in mehreren Regionen mit den Erschließungsarbeiten für den Glasfaser-Ausbau zu beginnen. Der erste Spatenstich wurde in der Gemeinde Siggelkow gesetzt, mehr als 25 Gemeinden folgten oder werden folgen. Ziel ist es, insgesamt 650 km an Glasfaser-Trassen zu verlegen. Dadurch soll die Breitband-Versorgung im ländlichen Raum auf über 95 Prozent gesteigert werden. Wo man bisher also auf Feldwegen unterwegs war, wird es künftig Daten-Autobahnen geben.

Ziel des Breitband-Ausbaus ist es, dass auch unsere ländlichen Regionen am digitalen Wandel partizipieren können. Denn eine digitale Zweiklassen-Gesellschaft können wir uns nicht leisten!

Spatenstich zum Breitbandausbau in Mecklenburg-Vorpommern

Martin Retzlaff, Geschäftsführer der WEMACOM Breitband GmbH, MdB Frank Junge, Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung, WEMAG-Vorstand Thomas Murche und Wolfgang Schmülling, 1. Stellvertreter des Landrates des Landkreises Ludwigslust-Parchim (v.l.), haben in Neuburg, Gemeinde Siggelkow, den symbolischen Spatenstich für den Breitbandausbau durchgeführt. Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

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