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Thermografie: Schwachstellen in der Gebäudehülle rechtzeitig erkennen

10. November 2021

Ihre Heizkosten-Abrechnung treibt Ihnen den Schweiß auf die Stirn? Möglicherweise liegt es daran, dass über Wärmebrücken wertvolle Heizenergie nach draußen entweicht. Mithilfe einer Gebäude-Thermografie lassen sich solche energetischen Schwachstellen in der Gebäudehülle aufspüren, um anschließend gezielte Gegenmaßnahmen zu ergreifen. So sparen Sie langfristig Heizkosten und vermeiden Probleme wie Feuchtigkeit und Schimmelbildung.

Beratung für Energieeinsparung mit Wärmebildkamera für thermografische Analysen

Was ist eine Thermografie?

Unter einer Thermografie versteht man Aufnahmen mit einer speziellen Wärmebildkamera, die Aufschluss über den energetischen Ist-Zustand eines Gebäudes geben. Physikalisch gesehen weist eine Wärmebildkamera Infrarot-Strahlung (IR-Strahlung) nach, die man umgangssprachlich einfach als Wärmestrahlung bezeichnet. Jeder Körper, der eine Temperatur über dem absoluten Nullpunkt besitzt, sendet Infrarot-Strahlung aus - so auch die Oberfläche von Gebäuden. Für das menschliche Auge ist IR-Strahlung unsichtbar. Durch spezielle Detektoren lässt sich die Infrarot-Strahlung jedoch erfassen und in Temperaturen umrechnen. Moderne Infrarot-Kameras können bereits Temperaturunterschiede von wenigen hundertstel Grad auflösen.

Zur besseren Veranschaulichung stellen Infrarot-Kameras die Temperaturverteilung optisch durch Farben dar. "Kalte" Farben wie Blau und Grün auf den Wärmebildern bedeuten wenig Wärmestrahlung. "Warme" Farben wie Gelb und Rot weisen auf Bereiche mit höherer Wärmeabstrahlung hin. Die genaue Farbverteilung hängt aber von den Einstellungen der Software ab, mit der die Bilder ausgewertet werden.

Mithilfe dieser Wärmebilder lassen sich Temperaturunterschiede einer Gebäude-Oberfläche optisch darstellen. So kann man herausfinden, in welchen Bereichen wertvolle Heizwärme nach draußen entweicht. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Photovoltaik-Thermografie. Sie dient dazu, Schäden an Solaranlagen frühzeitig zu erkennen.

Für wen ist eine Gebäude-Thermografie sinnvoll?

Sinnvoll ist eine Gebäude-Thermografie für alle Hausbesitzer, die ihr Gebäude energetisch optimieren wollen, um Heizkosten zu sparen und das Raumklima zu verbessern. Dabei ist es egal, ob es sich um einen Altbau oder Neubau handelt. Zwar ist bei älteren Häusern das Einsparpotenzial durch eine energetische Sanierung oft besonders groß. Doch auch bei Neubauten kann eine Thermografie viele Überraschungen ans Tageslicht bringen. Konkret lassen sich durch eine Gebäude-Thermografie folgende Schwachstellen und Mängel erkennen:

  • Wärmebrücken: Die Aufnahmen mit der Wärmebildkamera geben Hinweise auf Bereiche, wo besonders viel Wärme nach draußen entwischt. Dabei kann es sich etwa um schlecht isolierte Fenster oder ungedämmte Bereiche in der Fassade handeln.
  • Feuchtigkeit und Wasserschäden: Feuchte Bereiche in Wänden oder Dächern speichern die tagsüber von der Sonne eingebrachte Wärme. Sie erscheinen bei der Thermografie daher wärmer als die trockenen Bereiche in der Umgebung. Auf diese Weise lassen sich undichte oder durchfeuchtete Stellen aufspüren, die mit der Zeit zu Schimmelbildung oder Schäden an der Bausubstanz führen.
  • Lecks an Heizleitungen: Durch thermografische Aufnahmen im Inneren eines Hauses kann man auch undichte Stellen im Heizungskreislauf orten.

Insgesamt erlaubt es eine Thermografie, Wärmebrücken und andere problematische Bereiche sehr exakt zu lokalisieren. So kann man anschließend gezielte Gegenmaßnahmen ergreifen, die nicht immer aufwendig und teuer sein müssen. Oft nützt es bereits, schlecht isolierte Fenster auszutauschen oder Rollladenkästen nachträglich mit einer Dämmung zu versehen.

Thermografie Messung der Energie-Sparzentrale
Wir kommen gerne zu Ihnen, um eine Gebäude-Thermografie durchzuführen und der Energieeffizienz Ihres Hauses auf die Sprünge zu helfen.

Gebäude-Thermografie mit Energieberatung kombinieren

Zwar lassen sich moderne Infrarot-Kameras auch von Laien bedienen. Trotzdem sollte man eine Gebäude-Thermografie immer durch Fachpersonal durchführen lassen. Denn um aussagekräftige Bilder zu erhalten, sind einige Voraussetzungen zu beachten - so sollte das Wetter mitspielen und man muss wissen, aus welcher Perspektive man die Aufnahmen macht. Darüber hinaus braucht es Fachwissen und Erfahrung, um aus den "bunten Bildern" die richtigen Schlüsse zu ziehen. Am besten lässt man eine Gebäude-Thermografie daher durch speziell geschulte Energieberater durchführen. Diese Profis helfen auch gleich dabei, eventuelle Sanierungsmaßnahmen zu planen und in die Wege zu leiten.

Als Energieversorger wollen wir unsere Kunden nach besten Kräften beim Energiesparen unterstützen. Die Energiesparberater der WEMAG kommen daher gerne zu Ihnen, um eine Gebäude-Thermografie durchzuführen und der Energieeffizienz Ihres Hauses auf die Sprünge zu helfen. So sparen Sie ohne Komfortverlust Energiekosten und entlasten zugleich die Umwelt. Übrigens:

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Thermografie?

Damit eine Gebäude-Thermografie gut gelingt, sollte der Unterschied zwischen Innen- und Außentemperatur rund 15° C betragen. Normalerweise kommt daher nur der Zeitraum zwischen Mitte Oktober bis etwa Anfang April in Frage. Weil direkte Sonneneinstrahlung die Ergebnisse verfälschen würde, macht man die Aufnahmen in den Abend- bis Nachtstunden (frühestens 2 Stunden nach Sonnenuntergang) oder in den frühen Morgenstunden.

Auch die Witterung muss mitspielen: Bei Regen, Schneefall oder starkem Wind sind keine aussagekräftigen Aufnahmen möglich. Im Zweifelsfall muss ein vereinbarter Termin daher verschoben werden, bis wieder einigermaßen trockenes und windstilles Wetter herrscht.

Ablauf einer Gebäude-Thermografie

Vor einer Gebäude-Thermografie ist ein persönliches oder telefonisches Beratungsgespräch sinnvoll. Dabei wird der Energieberater die Voraussetzungen bei Ihnen vor Ort erfragen und einen geeigneten Termin festlegen.

Zum vereinbarten Termin kommen die Fachexperten auf Ihr Grundstück, um mit der Infrarot-Kamera von allen Seiten Aufnahmen Ihres Hauses zu machen. Der optimale Abstand beträgt dabei rund 10 bis 15 Meter. Manchmal ist es daher sinnvoll, auch vom Nachbargrundstück aus Bilder anzufertigen. Möglicherweise wird der Energieberater auch Aufnahmen von innen machen - etwa dann, wenn Teile der Fassade hinterlüftet sind und so von außen keine aussagekräftigen Messungen möglich sind. Um die Aufnahmen später lückenlos nachvollziehen zu können, protokolliert der Energieberater wichtige Informationen wie die Außentemperatur oder die Witterungsbedingungen.

Anschließend werden die Thermografie-Aufnahmen mithilfe einer speziellen Software ausgewertet und optisch dargestellt. Sie erhalten einen detaillierten Ergebnisbericht, den Sie am besten gemeinsam mit dem Energieberater besprechen. Falls es irgendwelche Schwachstellen oder Mängel gibt, wird er Sie dabei gleich zu möglichen Sanierungsmaßnahmen beraten. In manchen Fällen sind zuvor noch weitergehende Tests oder Überprüfungen notwendig.

So bereiten Sie Ihr Haus auf die Thermografie vor

Damit die Gebäude-Thermografie gute, aussagekräftige Ergebnisse bringt, sollten Sie einige Vorkehrungen treffen:

  • Sorgen Sie bitte dafür, dass das Grundstück zum vereinbarten Termin gut begehbar ist. Informieren Sie, falls erforderlich, Ihre Nachbarn und bitten Sie darum, dass die Fachleute auch deren Grundstück betreten dürfen.
  • Beheizen Sie rechtzeitig vor dem geplanten Termin alle Innenräume gleichmäßig. Die Temperatur sollte rund 20° C betragen, und zwar auch im Treppenhaus und in Nebenräumen wie einem Wintergarten. Nutzen Sie dazu möglichst Ihre Zentralheizung, nicht einzelne Kaminöfen, um Temperaturunterschiede zu vermeiden.
  • Lassen Sie an dem Tag bzw. in der Nacht, in der die Aufnahmen durchgeführt werden, die Fenster geschlossen. Die Türen im Haus sollten hingegen offen bleiben.
Photovoltaikanlage auf dem Dach - dank Stromspeicher auch Nachts nutzbar

Photovoltaik-Thermografie: Schäden an Solaranlagen frühzeitig erkennen

Thermografische Aufnahmen lassen sich auch gut zur Wartung von Photovoltaik-Anlagen einsetzen. Denn Defekte in Solarmodulen oder der elektrischen Verkabelung erhöhen den elektrischen Widerstand und bewirken damit lokal eine Wärmeentwicklung. Der Temperaturunterschied zu den umgebenden intakten Modulen lässt sich durch Infrarot-Bilder nachweisen. Mithilfe einer Drohne kann man die thermografischen Aufnahmen einfach und kostensparend aus der Luft ausführen.

Anders als eine Gebäude-Thermografie macht man Infrarot-Aufnahmen von Solaranlagen normalerweise tagsüber. Die Defekte werden nämlich nur sichtbar, wenn die Anlage gerade Strom produziert. Dadurch entstehen jedoch häufig Reflexionen durch Sonnenlicht, die man bei der Interpretation der Ergebnisse berücksichtigen muss. Auch Wind kann lokal zu Temperaturunterschieden führen und die Ergebnisse verfälschen. Man braucht für die Photovoltaik-Thermografie daher unbedingt eine hoch auflösende Infrarot-Kamera und erfahrene Experten, die sich mit der Interpretation der Ergebnisse auskennen.

Wann ist eine Photovoltaik-Thermografie sinnvoll?

Werden einzelne Module defekt, dann kann eine Photovoltaik-Anlage nicht mehr ihre volle Leistung erbringen, die Effizienz sinkt. Sinnvoll ist eine Photovoltaik-Thermografie somit immer dann, wenn die Anlage merkbar an Leistung verloren hat und man den Ursachen auf die Spur kommen will.

Man kann eine Photovoltaik-Thermografie aber auch vorsorglich durchführen, etwa bevor man eine Anlage in Betrieb nimmt. So geht man sicher, dass alles in Ordnung ist und bei der Montage keine Fehler passiert sind. Auch kurz vor Ablauf der Hersteller-Garantie kann sich eine vorsorgliche Thermografie lohnen. Gerade bei größeren Anlagen müssen Defekte in einzelnen Modulen nicht sofort zu einer spürbaren Leistungsabnahme führen. Die Aufnahmen mit der Infrarot-Kamera weisen somit frühzeitig auf Störungen oder Probleme hin, noch bevor sich diese auf die Leistung der Anlage auswirken.

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