Zwischen Hochspannung und Verantwortung: Ein Blick hinter die Netzführung der WEMAG
Ein Netz, viele Aufgaben
Wie bleibt ein Stromnetz stabil, wenn sich Anforderungen, Gesetze und Technologien ständig verändern? Wir haben mit Jörg Dvorak gesprochen, Gruppenleiter der Netzführung bei der WEMAG Netz GmbH. Schnell wird klar: Hier geht es um weit mehr als Technik.
Gemeinsam mit seinem 15-köpfigen Team sorgt Jörg Dvorak dafür, dass das 110- und 20-kV-Netz zuverlässig läuft. Über mehr als 7.700 Kilometer hinweg, quer durch Mecklenburg-Vorpommern und angrenzende Bundesländer. Ob Störungsmanagement, Wartungsarbeiten, Instandhaltungsmaßnahmen oder Netzausbau: In der Netzführung laufen alle Fäden zusammen. Hinzu kommen komplexe Themen wie Redispatch, also die Steuerung von Anlagen zur Vermeidung von Netzengpässen, sowie Dienstleistungen für Stadtwerke.
Zwischen Gesetz und Praxis
Doch die Arbeit endet nicht bei der Technik. Gesetzliche Vorgaben wie Paragraf §14a des Energiewirtschaftsgesetzes, die Koordination mit Übertragungs- und Verteilnetzbetreibern oder auch Krisensituationen verlangen ein hohes Maß an Überblick und Abstimmung. „Unsere Aufgabe ist es, dass das Netz so sicher fährt wie ein Schiff im Wasser oder ein Auto auf der Straße“, beschreibt Dvorak die Verantwortung seines Teams.
Erfahrung, die verbindet
Der gebürtige Mecklenburger bringt über 35 Jahre Erfahrung mit. Nach seiner Ausbildung bei der Deutschen Reichsbahn als Elektrosignalmechaniker mit Abitur und einem Studium der Elektrotechnik kennt er die Branche in all ihren Facetten. Heute ist er nicht nur Experte, sondern vor allem auch Vernetzer – jemand, der über Fachgrenzen hinaus denkt.
Über den Tellerrand hinaus
Genau das ist für ihn entscheidend: der Blick über den Tellerrand. Nur wer Zusammenhänge versteht und offen für neue Perspektiven ist, kann Effizienzpotenziale erkennen und Innovationen in der Energiewende vorantreiben. Gleichzeitig tragen alle im System Verantwortung dafür, Energie bezahlbar, nachhaltig und zuverlässig bereitzustellen.
Die nächste Generation im Blick
Besonders wichtig ist Jörg Dvorak dabei der Nachwuchs. Neue Mitarbeitende sollen früh lernen, ganzheitlich zu denken und eigene Ideen einzubringen. Denn die Energiewende ist Teamarbeit. Es braucht Menschen, die bereit sind, mehr zu sehen als nur ihren eigenen Aufgabenbereich. Aktuell bildet der Bereich 4 Mitarbeitende aus. Für Dvorak ist klar: Wer ein Netz steuert, muss nicht nur Verbindungen managen, sondern auch neue schaffen.
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