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Wärmepumpe im Altbau: Fünf Mythen und was die Zahlen sagen

Im Heizungskeller steht der Gaskessel von 1998. Daneben hängt ein Zettel: Wartungstermin Oktober. Spätestens 2028 muss eine Entscheidung her. Neue Gastherme oder Wärmepumpe?

Die meisten, die an diesem Punkt stehen, suchen zuerst nach Gründen, warum die Wärmepumpe im Altbau nicht funktioniert. Fünf davon hören sie besonders oft. Wir nehmen sie der Reihe nach auseinander.

Außenmodul einer Wärmepumpe an einer roten Ziegelmauer, das umweltfreundliche Luftenergie nutzt.
Ob eine Wärmepumpe ins Bestandshaus passt, entscheidet die Vorlauftemperatur, nicht das Baujahr.

Warum die Wärmepumpe im Altbau einen schlechten Ruf hat

Der Ruf der Wärmepumpe entstand weniger im Heizungskeller als in Talkshows und Parlamentsdebatten. Als das Gebäudeenergiegesetz 2023 politisch umkämpft wurde, kursierte eine Version der Wärmepumpe, die kaum mit der Technik zu tun hatte: zu teuer, zu kalt, nur was für den Neubau.

Der Absatz brach 2024 um 46 Prozent ein.1 Aber nicht weil die Anlagen schlechter geworden wären. Das Vertrauen fehlte.
Seither haben sich fünf Einwände festgesetzt. Sie klingen plausibel, halten einer Prüfung jedoch nicht stand.

Mythos 1: Die Wärmepumpe wird im Altbau zum unbezahlbaren Stromfresser

Nein. Die Vorlauftemperatur ist der erste Prüfwert. Als Faustregel gilt: Bleibt sie möglichst ganzjährig unter 55 Grad, spricht technisch viel für eine Wärmepumpe. Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Wassers, das Ihre Heizung zu den Heizkörpern schickt. Sie können sie am Display oder Thermometer Ihres Kessels ablesen. Wie Sie das an einem kalten Tag selbst prüfen, zeigt unser 30-Minuten-Check. Unter 55 Grad bleibt sie vor allem durch drei Maßnahmen: einen hydraulischen Abgleich, ausreichend große Heizkörper und eine gedämmte Kellerdecke oder einen gedämmten Dachboden. Mehr dazu unter Mythos 2.

Warum diese Zahl? Eine Wärmepumpe arbeitet effizienter, je kleiner der Abstand zwischen Außentemperatur und benötigter Heiztemperatur ist.2 Je kühler das Wasser sein darf, das durch die Heizkörper fließt, desto weniger Strom braucht die Anlage dafür.

Praxisdaten zeigen: Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten im Schnitt eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,4.3 Das heißt, aus einer Kilowattstunde Strom wurden rechnerisch 3,4 Kilowattstunden Wärme. Die Werte lagen zwischen 2,6 und 4,9. Erdreichanlagen erreichten im Mittel 4,3.4

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt ein Haus in Schwerin. Baujahr 2006, 146 Quadratmeter Wohnfläche, Vorlauftemperatur im Winter bei 50 Grad. Die Wärmepumpe verbraucht rund 3.500 Kilowattstunden pro Heizperiode und landet damit bei einer Jahresarbeitszahl zwischen 3,5 und 4,0.

Die Kostenlogik dahinter ist einfach: Bei einer JAZ von 3,4 ergibt sich der rechnerische Wärmepreis aus dem Strompreis geteilt durch 3,4. Eine Gastherme verbrennt jede Kilowattstunde nur einmal. Ob die Rechnung für Ihr Haus aufgeht, hängt von Wohnfläche, Heizlast, Tarif und Verbrauch ab.

Ein weiterer Faktor: Fossiles Heizen bleibt mit CO₂-Kosten verbunden. Für 2026 gilt im nationalen Emissionshandel ein Preiskorridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne CO₂.5,6. Seit Juli 2026 werden die Zertifikate erstmals versteigert, und schon die erste Auktion schloss am Höchstpreis von 65 Euro. Wer mit Gas oder Öl heizt, zahlt diesen Aufschlag über den Brennstoffpreis mit.

Ein Blick in den Technikraum: Wie viel Strom die Anlage braucht, hängt vor allem von der Vorlauftemperatur ab.
Was kostet die Wärmepumpe für Ihr Haus?

Eine erste Einschätzung erhalten Sie mit dem WEMAG-Wärmepumpen-Konfigurator.

Sie machen wenige Angaben zu Ihrem Haus und sehen direkt online erste Informationen zu Preis und aktuellen Fördermöglichkeiten. Eine Zusammenfassung schicken wir Ihnen zusätzlich per E-Mail.

Mythos 2: Für die Wärmepumpe muss ich im ganzen Haus Fußbodenheizungen haben

Die Fraunhofer-Messdaten zeigen: Sind Heizkörper ausreichend groß dimensioniert, können sie im Mittel mit ähnlich niedrigen Heiztemperaturen arbeiten wie Flächenheizungen.7 Der Umbau des Bodens ist deshalb nicht automatisch der nächste Schritt.

Der erste Blick geht auf den Kessel oder die Heizungssteuerung. Zeigt die Anlage an kalten Tagen Werte zwischen 40 und 55 Grad und die Räume bleiben warm, könnte sich eine Prüfung lohnen. Werte über 60 Grad beenden die Überlegung nicht. Sie zeigen, welche Stellschrauben zuerst geprüft werden.

Drei Maßnahmen senken die nötige Vorlauftemperatur besonders häufig:

  1. Der hydraulische Abgleich sorgt dafür, dass jeder Heizkörper genau die Wassermenge bekommt, die er braucht. Das kann helfen, die nötige Vorlauftemperatur zu senken.
  2. Größere Heizkörper helfen in einzelnen kritischen Räumen.
  3. Dämmung an Dachboden oder Kellerdecke senkt die Heizlast.

Damit wird aus der Frage nach Fußbodenheizung eine Messfrage. Welche Temperatur braucht Ihr Haus an einem kalten Tag, um warm zu bleiben?
 

Mythos 3: Bei Frost friert das Haus ein – und die Außeneinheit stört die Nachbarn

Zwei Sorgen tauchen bei Luft-Wasser-Wärmepumpen besonders häufig auf: Wird die Außeneinheit zum Problem für die Nachbarn? Und reicht die Leistung noch, wenn es in Mecklenburg-Vorpommern deutlich unter null Grad wird?

Beim Schall zählt vor allem, welcher Pegel am Immissionsort entsteht, also zum Beispiel am Nachbarfenster. Die TA Lärm setzt für reine Wohngebiete nachts 35 dB(A) an, für allgemeine Wohngebiete 40 dB(A). Geräte mit niedrigem Schallleistungspegel, Nachtmodus, ausreichender Abstand, freie Aufstellung und schwingungsentkoppelter Untergrund verringern die Wahrscheinlichkeit, dass am Nachbarfenster zu hohe Schallpegel ankommen.8

Zur Frost-Frage: Luft-Wasser-Wärmepumpen nutzen auch kalte Außenluft. Bei Frost sinkt ihre Effizienz, und Abtauvorgänge gehören zum Betrieb. Die Anlage muss zur Heizlast des Gebäudes passen. Für Schwerin liegt die Norm-Außentemperatur bei minus 10,8 Grad, für Hagenow bei minus 11,4 Grad.9 Solche regionalen Werte fließen in die Heizlastberechnung ein – also in die Berechnung, wie viel Heizleistung ein Gebäude an einem kalten Tag maximal braucht. Minusgrade sind also kein Ausnahmezustand für die Technik. 

Mythos 4: Vor der Wärmepumpe muss ich mein Haus für 80.000 Euro kernsanieren

Das Backsteinhaus aus den 1960ern, ungedämmt, Öltank im Keller. Viele Eigentümerinnen und Eigentümer solcher Häuser fragen sich: Muss ich erst für 80.000 Euro die Fassade dämmen, bevor eine Wärmepumpe überhaupt Sinn ergibt? Die Antwort ist nein.

Eine Komplettsanierung ist weder rechtlich vorgeschrieben noch technisch die zwingende Voraussetzung für einen wirtschaftlichen Wärmepumpenbetrieb. Das Gebäudealter allein entscheidet nicht über die Effizienz einer Wärmepumpe. In den Fraunhofer-Messdaten zeigte sich keine Korrelation zwischen Baujahr und Effizienz. Was zählt, sind Vorlauftemperatur, Heizflächen, Heizlast und die Einstellungen der Anlage.

Anstatt die Fassade aufzureißen, reichen oft die oben genannten Maßnahmen: Abgleich, Heizkörper, Kellerdecke. Der Unterschied zu einer Kernsanierung zeigt sich am Preis. Die Dämmung der Kellerdecke liegt für ein typisches Einfamilienhaus bei etwa 2.500 bis 8.000 Euro.  Eine umfassende Kernsanierung schlägt hingegen aktuell mit circa 1.000 bis 1.500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche zu Buche. Das sind schnell 120.000 Euro und mehr.10,11,12

Einzelne Maßnahmen lassen sich hingegen Schritt für Schritt umsetzen, ohne das Budget auf einmal zu belasten. Der hydraulische Abgleich steht dabei ganz am Anfang, und er ist ohnehin Pflicht, wenn KfW-Förderung beantragt wird.13

Die Grundlage für dieses gezielte Vorgehen ist die Heizlastberechnung. Sie zeigt, wie viel Heizleistung Ihr Gebäude im Ist-Zustand wirklich braucht, und verhindert, dass eine Wärmepumpe zu groß oder zu klein geplant wird. Eine falsche Dimensionierung kann im schlimmsten Fall zum Austausch der Anlage führen.14

Luft-Wärmepumpen-Außeneinheit neben einer Haustür, umgeben von kleinen Sträuchern und Kiesboden.
Fester Untergrund, freie Aufstellung, genug Abstand zum Nachbarfenster: Der Standort beeinflusst, wie viel Schall ankommt.

Mythos 5: Durch den neuen Paragrafen 14a sitze ich bei Netzengpässen im Kalten

Nein. § 14a EnWG erlaubt dem Netzbetreiber, die Leistung bei Netzengpässen zu reduzieren. Die Wärmepumpe bleibt am Netz.

Bei drohender Netzüberlastung kann der Netzbetreiber den Strombezug der Wärmepumpe kurzzeitig reduzieren. Die Wärmepumpe wird dabei nicht vom Netz getrennt. Bei Direktansteuerung bleibt pro steuerbarer Verbrauchseinrichtung grundsätzlich eine Mindestleistung von 4,2 Kilowatt verfügbar; der normale Haushaltsstrom ist davon nicht betroffen.

Bis Ende 2028 sind Steuerungen auf maximal zwei Stunden pro Tag begrenzt und können auf vorgegebenen Zeitfenstern beruhen. Ab 2029 sind Eingriffe nur noch bei einem in Echtzeit festgestellten Engpass erlaubt.

Für Betreiberinnen und Betreiber bedeutet das zwei Dinge. Neue steuerbare Verbrauchseinrichtungen mit einer Netzanschlussleistung von mehr als 4,2 Kilowatt müssen teilnehmen. Im Gegenzug erhalten sie reduzierte Netzentgelte.

Für steuerbare Verbrauchseinrichtungen gibt es drei Module. Modul 1 bietet eine pauschale jährliche Reduzierung des Netzentgelts. Modul 2 reduziert den Arbeitspreis des Netzentgelts um 60 Prozent und setzt einen separaten Zählpunkt voraus.15 Modul 3 ergänzt Modul 1 um zeitvariable Netzentgelte und braucht intelligente Messausstattung.16

Im WEMAG-Netzgebiet sind alle drei Module verfügbar. Modul 1 gilt automatisch für alle Neuanlagen ab 2024, Modul 2 und 3 müssen separat beauftragt werden. Wie hoch die Ersparnis im Einzelfall ausfällt, hängt vom gewählten Modul, dem Verbrauch und dem Zählersetup ab. Das Preisblatt der WEMAG Netz GmbH zeigt Ihnen die genauen Entgelte für 2026.

Die Anmeldung läuft über den Installateur und das Netzanschlussportal der WEMAG Netz GmbH. Übrigens gilt § 14a EnWG nicht nur für Wärmepumpen. Auch eine Wallbox fällt unter die steuerbaren Verbrauchseinrichtungen und lässt sich über dasselbe Verfahren anmelden. Alle Infos dazu: Wallbox anmelden bei der WEMAG Netz GmbH.

Der 30-Minuten-Check: Ist Ihr Gebäude bereit für die Wärmepumpe?

Sie müssen nicht raten oder auf Foren-Mythen vertrauen. Mit diesen drei Prüfschritten erhalten Sie in etwa 30 Minuten eine erste Einschätzung, ob sich eine fachliche Wärmepumpen-Prüfung lohnt:

1. Prüfen Sie die Vorlauftemperatur an Ihrer aktuellen Heizung

Werfen Sie an einem kalten Wintertag einen Blick auf das Display oder die analogen Thermometer Ihrer Heizungsanlage. Der Vorlauf zeigt an, wie heiß das Wasser in Richtung Ihrer Heizkörper gepumpt wird. Bleibt dieser Wert bei frostigen Außentemperaturen dauerhaft unter 55 Grad, können Sie den nächsten Schritt gehen – Heizflächen und Gebäudehülle prüfen.

2. Testen Sie Ihre Heizkörper im Realbetrieb

Drehen Sie an einem kalten Tag die Thermostate in den Haupträumen voll auf und senken Sie gleichzeitig die Vorlauftemperatur an der Heizkurve ab. Beobachten Sie über den Tag, ob die Räume ihre Wohlfühltemperatur halten. Werden die Zimmer trotz kühlerer Heizkörper warm, zeigt das, dass Ihre bestehenden Heizflächen groß genug für den effizienten Wärmepumpenbetrieb sind.

3. Identifizieren Sie Ihre energetischen Schwachstellen

Gehen Sie strukturiert durch Ihr Haus und prüfen Sie das Alter der Fenster sowie die Dämmung von Kellerdecke und Dachboden. Unbeheizte Pufferzonen lassen sich oft mit überschaubarem Budget nachträglich isolieren. Finden Sie ungedämmte Bauteile, können Sie die Effizienz der Wärmepumpe mit gezielten Einzelmaßnahmen steigern, ohne eine Kernsanierung zu benötigen. Messen Sie über 60 Grad oder bleiben Räume kalt, kann eine WEMAG-Energieberatung die Ursachen einordnen und die nächsten Schritte prüfen.

Welcher Stromtarif passt zur Wärmepumpe?

Die laufenden Kosten hängen auch vom Tarif ab. Welcher WEMAG-Tarif passt, hängt vor allem vom Zähler und vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme ab. Die Übersicht zeigt typische Fälle zur ersten Orientierung.

Situation

Zähler

Passender WEMAG-Tarif

SituationWärmepumpe vor dem 1. Januar 2024 in Betrieb

ZählerSeparater Zähler

Passender WEMAG-TarifWEMAG Ökostrom Wärmepumpe unterbrechbar

SituationWärmepumpe nach dem 1. Januar 2024 in Betrieb

ZählerSeparater Zähler

Passender WEMAG-TarifWEMAG Ökostrom Wärmepumpe Modul 2

SituationWärmepumpe vor dem 1. Januar 2024 in Betrieb

ZählerHaushaltszähler

Passender WEMAG-TarifWEMAG Ökostrom

SituationWärmepumpe nach dem 1. Januar 2024 in Betrieb

ZählerHaushaltszähler

Passender WEMAG-TarifWEMAG Ökostrom Modul 1

Der Strom in allen Privatkundentarifen der WEMAG wird bilanziell zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt und über Herkunftsnachweise belegt. TÜV NORD prüft und zertifiziert WEMAG Ökostrom jedes Jahr. Unsere Wärmepumpentarife können gegenüber normalem Haushaltsstrom Kostenvorteile bieten. Ob das bei Ihnen zutrifft, hängt von Zähler, Verbrauch, Inbetriebnahmezeitpunkt und Modul ab.

Eine Übersicht aller Wärmepumpentarife finden Sie hier: Ökostrom-Wärmepumpentarife. Welcher Tarif konkret zu Ihrer Anlage passt, zeigt der WEMAG-Tarifrechner.

Was Sie bei einer WEMAG-Energieberatung erwartet – und was danach passiert

Die WEMAG-Energieberatung beginnt mit einem Erstgespräch. Baujahr, Wohnfläche, bisherige Heizung, Vorlauftemperatur und Energieverbrauch geben eine erste Orientierung, welche Fragen beim Vor-Ort-Termin im Mittelpunkt stehen.

Beim Vor-Ort-Termin schaut die Beratung auf Heizungskeller, Heizflächen und Gebäudehülle. Die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 ermittelt, wie viel Leistung das Gebäude bei kältesten Außentemperaturen wirklich braucht. Sie ist die Grundlage für die richtige Anlagengröße und Voraussetzung für die KfW-Förderung.

Am Ende steht eine konkrete Empfehlung: welcher Wärmepumpentyp zu Ihrem Haus passt, welche vorbereitenden Maßnahmen sinnvoll sind und welcher Tarif zur Anlage gehört. Die Anmeldung nach § 14a EnWG lässt sich im selben Gespräch klären. Die Umsetzung läuft anschließend über den Installateur und das Netzanschlussportal der WEMAG Netz GmbH.

„Was ich in der Beratung am häufigsten höre, ist die Frage: Funktioniert das wirklich in meinem alten Haus? In den letzten drei Jahren haben wir mehr als 30 Wärmepumpen in Bestandsgebäuden installiert. Ich habe noch keinen einzigen Anruf von frierenden Kunden erhalten.”

Ramona Raff, Privatkundenbetreuerin technische Produkte, WEMAG AG

Ramona Raff, WEMAG-Mitarbeiterin, blickt in die Kamera vor hellem Hintergrund.
Ramona Raff begleitet bei der WEMAG Wärmepumpen-Projekte in Bestandsgebäuden.

Fazit: Mehr Sicherheit statt Bauchschmerzen im Heizungskeller

Die Entscheidung für eine neue Heizung mag sich wie ein riskantes Glücksspiel anfühlen, weil die Sorge vor einer teuren Fehlplanung mitschwingt.

Ob Ihr Haus für eine Wärmepumpe infrage kommt, hängt dabei nicht von starren Vorurteilen über das Baujahr ab. Mit unserem 30-Minuten-Check können Sie die Vorlauftemperatur an einem kalten Tag ganz einfach selbst testen. Bleiben die Räume bei unter 55 Grad warm, ist das ein starkes Signal, dass Ihr Gebäude gute Voraussetzungen für den effizienten Betrieb mitbringt.

Um aus dieser ersten Tendenz echte Planungssicherheit zu machen, übernimmt die WEMAG-Energieberatung für Sie die Heizlastberechnung und prüft den Weg zu den staatlichen Zuschüssen. Jetzt Erstberatung anfragen.

Die häufigsten Fragen zur Wärmepumpe im Altbau

  • Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau wirklich?

    Ja, in vielen Fällen. Die Vorlauftemperatur prägt die Betriebskosten. Liegt sie unter 55 Grad, kann die Wärmepumpe effizient arbeiten. Praxisdaten zeigen für Luft-Wasser-Wärmepumpen im Bestand eine durchschnittliche JAZ von 3,4.

     

  • Brauche ich für eine Wärmepumpe zwingend eine Fußbodenheizung?

    Eine Fußbodenheizung ist keine Pflicht. Große Heizkörper, ein hydraulischer Abgleich oder einzelne Dämmmaßnahmen reichen in vielen Bestandsgebäuden aus, wenn dadurch die Vorlauftemperatur unter 55 Grad sinkt.

  • Funktioniert eine Wärmepumpe bei minus 15 Grad in Mecklenburg-Vorpommern?

    Ja, wenn die Anlage passend ausgelegt ist. Die Heizlastberechnung arbeitet mit regionalen Norm-Außentemperaturen; für Schwerin liegt dieser Wert bei minus 10,8 Grad, für Hagenow bei minus 11,4 Grad. Kurzzeitig tiefere Temperaturen bedeuten nicht automatisch einen Ausfall. Sie müssen aber bei Auslegung, Betriebsstrategie und gegebenenfalls Zusatzheizung berücksichtigt werden.

  • Welche Förderung gibt es für eine Wärmepumpe im Altbau?

    Für den Heizungstausch kann die Heizungsförderung der KfW (Programm 458) infrage kommen. Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue Konditionen. Für Wärmepumpen gibt es weiterhin 30 Prozent Grundförderung.17

    Selbstnutzende Eigentümerinnen und Eigentümer können zusätzliche Boni erhalten. Der Klimageschwindigkeitsbonus beträgt 16 Prozent, wenn eine funktionierende Öl-, Kohle-, Gas-Etagen- oder Nachtspeicherheizung ersetzt wird oder eine Gasheizung, die mindestens 20 Jahre in Betrieb ist. Ab Februar 2027 sinkt der Bonus halbjährlich um 4 Prozentpunkte. Der Einkommensbonus ist gestaffelt: 40 Prozent bei einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000 Euro, 30 Prozent bis 40.000 Euro und 10 Prozent bis 50.000 Euro. Lebt mindestens ein minderjähriges Kind im Haushalt, erhöht sich die Einkommensgrenze um 10.000 Euro. Der frühere Effizienzbonus von 5 Prozent ist entfallen.18

    Für den Einkommensbonus zählt der Durchschnitt aus den zu versteuernden Einkommen des zweiten und dritten Kalenderjahres vor Antragstellung. Wer 2026 einen Antrag stellt, muss also die Einkommen aus 2023 und 2024 zugrunde legen.19

    Die Förderung ist auf 70 Prozent der förderfähigen Kosten begrenzt. Bei einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000 Euro, mit Kind bis 40.000 Euro, liegt die Grenze bei 80 Prozent. Für die erste Wohneinheit werden maximal 28.000 Euro förderfähige Kosten berücksichtigt. Daraus ergibt sich ein Zuschuss von höchstens 22.400 Euro.20

    Wichtig: Der iSFP-Bonus gilt nicht für Anlagen zur Wärmeerzeugung. Er kann also nicht zusätzlich für den Einbau einer Wärmepumpe angesetzt werden.21

  • Bekomme ich für meine Wärmepumpe reduzierte Netzentgelte?

    Ja, wenn Ihre Anlage unter § 14a EnWG fällt. Neue Wärmepumpen mit einer Netzanschlussleistung von mehr als 4,2 Kilowatt nehmen seit dem 1. Januar 2024 teil. Die WEMAG Netz GmbH bietet Modul 1, Modul 2 und Modul 3 an. Details und Anmeldung: wemag-netz.de/steuerbare-verbrauchseinrichtungen.

  • Heißt § 14a, dass meine Wärmepumpe regelmäßig abgeschaltet wird?

    Die WEMAG Netz GmbH kann bei einem Netzengpass den Strombezug der Wärmepumpe zeitweise reduzieren, trennt die Anlage aber nicht vom Netz. Bei Direktansteuerung bleibt pro steuerbarer Verbrauchseinrichtung grundsätzlich eine Mindestleistung von 4,2 Kilowatt verfügbar; der normale Haushaltsstrom ist davon nicht betroffen. Bis Ende 2028 sind Steuerungen auf maximal zwei Stunden pro Tag begrenzt. Ab 2029 zählen Echtzeit-Engpässe.

Hinweis

Dieser Beitrag enthält keine Rechtsberatung und ersetzt keine individuelle anwaltliche oder steuerliche Prüfung. Die WEMAG übernimmt keine Haftung für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der dargestellten Informationen.

Quellen:
1 https://www.waermepumpe.de/presse/news/details/waermepumpen-markt-geht-auf-193000-geraete-zurueck-aber-vertrauen-in-die-foerderung-steigt/
2 https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/heizen-bauen/waermepumpe
3 https://www.ise.fraunhofer.de/de/presse-und-medien/presseinformationen/2025/waermepumpen-heizen-auch-im-altbau-klimafreundlich-forschungsprojekt-des-fraunhofer-ise-abgeschlossen.html
4 https://www.ise.fraunhofer.de/de/forschungsprojekte/wp-qs-im-bestand.html
5 https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/erstmals-versteigerungen-im-nationalen
6 https://www.dehst.de/DE/Themen/nEHS/Verkauf-Versteigerung/verkauf-versteigerung_node.html
7 https://www.ise.fraunhofer.de/de/presse-und-medien/presseinformationen/2025/waermepumpen-heizen-auch-im-altbau-klimafreundlich-forschungsprojekt-des-fraunhofer-ise-abgeschlossen.html
8 https://www.lfu.bayern.de/laerm/gewerbe_anlagen/luftwaermepumpen/index.htm
9 https://www.waermepumpe.de/normen-technik/klimakarte/
10 https://www.deutsche-sanierungsberatung.de/artikel/kellerdecke-daemmen-kosten
11 https://baufivergleich.de/sanierungsrechner/
12 https://conbau-nord.de/files/conb/downloads/publikationen/2024/04/studie-82_wohnungsbau_die-zukunft-des-bestandes.pdf
13 https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Förderprogramme-(Inlandsförderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf
14 https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/projekte/WP-QS_Schlussbericht.pdf
15 https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2023/20231127_14a.html
16 https://www.wemag-netz.de/steuerbare-verbrauchseinrichtungen
17 https://www.kfw.de/458
18 https://www.kfw.de/458
19 https://www.kfw.de/458
20 https://www.kfw.de/458
21 https://www.foerderdatenbank.de/FDB/Content/DE/Foerderprogramm/Bund/BMWi/bundesfoerderung-effiziente-gebaeude-em.html

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