Fachtag für klimagerechtes Wirtschaften in Güstrow
Kirchenkreis Mecklenburg und Kirchliches EnergieWerk wollen Orientierung und Hoffnung geben
Unter dem Leitgedanken „Kirche, Klima, Handeln!“ laden der Kirchenkreis Mecklenburg und die Kirchliches EnergieWerk GmbH (KEW) am Samstag, dem 7. März 2026 zu einem Fachtag für klimagerechtes Wirtschaften nach Güstrow ein. Das vielfältige Programm beinhaltet einen Vortrag des renommierten Klimafolgenforschers Prof. Dr. Stefan Rahmstorf und ein Podiumsgespräch mit Schülerinnen und Schülern der Schulstiftung der Nordkirche, und Gästen. Impulse geben Britta Carstensen, Pröpstin im Kirchenkreis Mecklenburg, die Landesbischöfin der Nordkirche und Schirmherrin der Veranstaltung, Kristina Kühnbaum-Schmidt, und WEMAG-Vorstand Caspar Baumgart.
Wir hatten im Vorfeld die Möglichkeit, mit KEW-Geschäftsführer Wolfgang von Rechenberg über die Höhepunkte der Veranstaltung zu sprechen.
Herr von Rechenberg, an wen richtet sich diese Veranstaltung?
Mit unserem Fachtag wollen wir Menschen ansprechen, die sich Sorgen um einen klimaverträglichen Lebensstil machen. Die Veranstaltung ist offen für alle Interessierte, die sich zuvor im Internet unter www.kirche-mv.de/klimatag angemeldet haben. Sie richtet sich an Lehrkräfte sowie Gremienvertreter in öffentlichen oder kirchlichen Verwaltungen. Wir wollen unabhängig von Religiosität und Weltanschauung über das Thema informieren, alltagsnahe Impulse setzen sowie Orientierung und Hoffnung geben. Der Fachtag ist vergleichbar mit einer Bildungsveranstaltung. Für die Teilnehmenden wird vom Zentrum Kirchlicher Dienste ein Zertifikat für die Teilnahme an einer Weiterbildung ausgestellt.
Was sind die wesentlichen Themen des Fachtags?
Mit Prof. Dr. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung haben wir einen Referenten gewonnen, der als weltweit anerkannter Experte für Ozeanographie und Klimaforschung aus erster Hand zu aktuellen Erkenntnissen über Klimaveränderung und ihre Ursachen spricht. Fachleute aus dem Kirchlichen EnergieWerk, der WEMAG und aus kundigen Fachstellen von Kirche und Land gestalten gemeinsam mit dem Kirchenkreis Mecklenburg in Workshops und Informationsständen das vielseitige Programm. Schwerpunkte sind zum Beispiel die Moderation von Entscheidungsprozessen bei der Planung von PV- und Windkraftanlagen, die Bürgerenergiegenossenschaft, die Elektromobilität sowie Klimaschutzprojekte und Bewirtschaftung kircheneigener Flächen. Höhepunkt wird die Abschlussandacht, in der Bischof Tilman Jeremias gemeinsam mit den Musikern des Ensembles Trøstesang aus Rostock die geistliche Rückbesinnung und Hoffnungssuche zur Sprache bringt.
Im Podiumsgespräch geben Sie Schülerinnen und Schüler der Jona Schule Stralsund eine Bühne. Weshalb haben Sie sich dafür entschieden?
Der Klimawandel ist ein aktuelles Thema, das die nachfolgenden Generationen stärker treffen wird als uns. Die Kinder und Jugendlichen verkörpern die Zukunft und haben eine erfrischende Art der Herangehensweise an die Herausforderungen.
Mit welchen Erwartungen sehen Sie dem Fachtag entgegen?
Mit dem Kirchlichen EnergieWerk sind die WEMAG und die Kirche eine Kooperation eingegangen, die wir lebendig gestalten wollen. Ich möchte, dass positive Erfahrungen als Modell genutzt werden und die Kirche stärker als Partner in den Fokus rückt. In der Lutherbibel heißt es: „Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum Herrn; denn wenn’s ihr wohl geht, so geht’s euch auch wohl.“ Damit ist die Botschaft gemeint, Verantwortung zu übernehmen und aktiv für das Gemeinwohl zu handeln. Darin
Zur Person: Wolfgang von Rechenberg
Wolfgang von Rechenberg wurde 1958 in Dresden geboren und absolvierte eine Ausbildung als Werkzeugmacher. Ende der 1970er Jahre studierte er am traditionsreichen Moritzburger Diakonenhaus Religions- und Gemeindepädagogik. Seit 1983 lebt er in Parchim und war nach Stationen als Gemeindediakon und Kreisjugendwart von 1991 bis 1999 Landesjugendwart in Schwerin. Bis zur Gründung der Nordkirche 2012 wirkte Wolfgang von Rechenberg danach im Landesjugendpfarramt als Referent für schulkooperative Arbeit. In dieser Zeit ist er maßgeblich an der Entwicklung der Tage ethischer Orientierung TEO beteiligt. In der Nordkirche war er bis zu seiner Verabschiedung 2024 als Referent für Schulangelegenheiten für das gesamte evangelische Schulwesen in der Nordkirche sowie für den Religionsunterricht im Sprengel Mecklenburg und Pommern zuständig. Gleichzeitig beschäftigte er sich seit 2019 als Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Schulstiftung in der EKD mit dem evangelischen Schulwesen in ganz Deutschland. Wolfgang von Rechenberg besitzt unter anderem rund 25 Jahre kommunalpolitische Erfahrung in der Stadtvertretung und im Kreistag von Parchim. Seit 2024 ist er neben Torsten Hinrichs Geschäftsführer der Kirchliches EnergieWerk GmbH.
Über das Kirchliche EnergieWerk (KEW)
Die Kirchliches EnergieWerk GmbH wurde am 6. Januar 2014 vom Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg (ELKM) und der WEMAG gegründet. Der ELKM ist mit 51 Prozent Mehrheitsgesellschafter. Firmensitz ist in Schwerin. Das Kirchliche EnergieWerk will konkrete Beiträge zur Unterstützung der Energiewende im Raum der Kirche und der Diakonie leisten. Die Nordkirche verfolgt das ambitionierte Ziel, bis 2050 mit Energie, Mobilität und Beschaffung CO2-neutral sein. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, steht die WEMAG als ökologisch ausgerichteter Energieversorger dem zur Nordkirche gehörenden Kirchenkreis Mecklenburg partnerschaftlich zur Seite.
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