WEMAG erhält Darlehen in Millionenhöhe für die Netzinfrastruktur von der Europäischen Investitionsbank

EIB-Vizepräsidentin Nicola Beer und WEMAG-Vorstände unterzeichnen im Beisein von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig Vereinbarung über ein Investitionsdarlehen in Höhe von 220 Mio. Euro für den Ausbau der Stromnetzinfrastruktur.

Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat dem Energie- und Infrastrukturunternehmen WEMAG ein Darlehen in Höhe von 220 Mio. Euro zugesagt. Damit kann das Unternehmen mehr als ein Drittel der für die kommenden vier Jahre geplanten Netzinvestitionen finanzieren. Das Engagement der EIB ist ein wesentlicher Beitrag dazu, dass Haushalte, Gewerbe und Industrie in Westmecklenburg auch künftig zuverlässig mit erneuerbarem Strom versorgt werden – zu planbaren, wettbewerbsfähigen Preisen.

„Die Zusage der Europäischen Investitionsbank gibt uns die finanzielle Kraft, das Stromnetz in Westmecklenburg für die Zukunft zu rüsten. Der Ausbau unserer Netze ist anspruchsvoll und erfordert starke Partner. Mit der EIB an unserer Seite sichern wir Investitionen, die für Klimaschutz, wirtschaftliche Entwicklung und Versorgungssicherheit gleichermaßen entscheidend sind“, sagt Caspar Baumgart, kaufmännischer Vorstand der WEMAG. 

Die WEMAG zeigt, wie ein kommunaler Energiedienstleister und Netzbetreiber im ländlichen Raum den umfangreichen Ausbau und die Digitalisierung des Netzes organisieren und umsetzen kann, wenn der Zugang zu günstigen Finanzierungen auf europäischer Ebene möglich ist.

Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, erklärte: „Mit der Europäischen Investitionsbank und der WEMAG kommen europäische Unterstützung und regionale Tatkraft zusammen. Gemeinsam stellen wir die Weichen dafür, dass unser Stromnetz auch morgen sicher, widerstandsfähig und leistungsstark ist. Ich wünsche dem Vorhaben viel Erfolg.“

Zur Bedeutung des Darlehens für Westmecklenburg und die Energiewende

Die Anforderungen an den Netzausbau steigen in Westmecklenburg durch den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien, insbesondere den starken Zubau von Photovoltaik, sowie durch die zunehmende Elektromobilität. Die Einspeisung aus großen Solarparks und dezentralen Dachanlagen führt zu neuen Lastflüssen und erfordert leistungsfähigere Netzstrukturen. Mit den geplanten Investitionen stärkt die WEMAG die Netz- und Versorgungssicherheit, schafft die Grundlage für die Integration neuer energieeffizienter Technologien und ermöglicht langfristig den stabilen Betrieb des Stromnetzes für Haushalte, Gewerbe und Industrie.

Die Investitionen machen das Netz fit für mehr Photovoltaikanlagen auf Dächern, für Wärmepumpen und Ladepunkte für Elektroautos – direkt dort, wo Menschen leben und arbeiten.

Nicola Beer, Vizepräsidentin der Europäischen Investitionsbank, sagte:
„Mit diesem Darlehen stärken wir nicht nur Kabel und Leitungen, sondern ganz konkret Haushalte und Unternehmen in Westmecklenburg. Ein stabiles und leistungsfähiges Netz ist die Voraussetzung dafür, dass Strom auch in Zukunft sicher, bezahlbar und aus erneuerbaren Energien aus der Steckdose kommt – für Familien, Handwerksbetriebe und Industrie gleichermaßen. Die EIB unterstützt überall in Deutschland Investitionen in Netze und Energie, damit die damit die Transformation des Energiesektors vor Ort ankommt, sich Betriebe ansiedeln, ihre Produktion elektrifizieren, neue Arbeitsplätze entstehen und wirtschaftliche Entwicklung nicht an fehlender Infrastruktur scheitert.“

Die grüne und digitale Transformation des Stromnetzes ist eine Mammutaufgabe. „Als regionaler Energieversorger tragen wir Verantwortung für stabile und zukunftsfähige Netze. Das Darlehen ermöglicht wichtige Infrastrukturmaßnahmen im ländlichen Raum, von denen unsere Kundinnen und Kunden sowie die gesamte Region langfristig profitieren. Wir ertüchtigen damit unser Stromnetz und bauen es aus, um die Anforderungen der Energiewende zu erfüllen“, so Thomas Murche, technischer Vorstand der WEMAG. 

Die WEMAG Netz GmbH plant bis 2033 Investitionen in Höhe von insgesamt 1,2 Milliarden Euro in die Netzinfrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern. 

Der WEMAG-Batteriespeicher, in dem der Vertrag unterzeichnet wurde, ist eine Wegmarke der regionalen Energiewende: 2014 ging er als Europas größter kommerzieller Batteriespeicher in Betrieb und zeigte, welchen Beitrag Energiespeicherung leisten kann, Schwankungen bei der Einspeisung erneuerbarer Energien auszugleichen und die Netzstabilität zu sichern. Mittlerweile stellt der Lithium-Ionen-Speicher mit einer Leistung von 16 Megawatt und einer Kapazität von 20 Megawattstunden auch andere Systemdienstleistungen wie Schwarzstartfähigkeit oder Blindleistung bereit und ist damit doppelt wegweisend: Er zeigt technisch neue Bausteine, um im Zusammenspiel mit Wind und Sonne die Stabilität des Stromnetzes zu gewährleisten, und er ist gleichzeitig wirtschaftlich betreibbar. Der Standort steht damit für Fortschritt, Innovation und nachhaltige Energieversorgung in Mecklenburg-Vorpommern. 

Die EIB stellt von 2023 bis 2027 zusätzlich 45 Milliarden Euro zur Finanzierung erneuerbarer Energien bereit, um das REPowerEU-Ziel zu unterstützen und die Abhängigkeit Europas von Importen fossiler Brennstoffe aus Russland zu beenden. 

Im Jahr 2025 hat die EIB 3,7 Milliarden Euro in deutsche Energieprojekte investiert – von Strom- und Wärmenetzen bis hin zu erneuerbaren Erzeugungsanlagen – und damit die Versorgung von Millionen Haushalten und Tausenden Unternehmen abgesichert.

Die EIB ist der größte Finanzierer von Energiesicherheit und Stromnetzen in Europa. Das Darlehen an die WEMAG ist Teil einer breiteren Unterstützung der EIB für Strom- und Wärmenetze in ganz Deutschland, mit der die EU Bank die Transformation des Energiesektors beschleunigt, die Energiesicherheit stärkt und die Grundlage für eine verlässliche, klimafreundliche Energieversorgung für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen legt.

Alle Beteiligten unterzeichnen den Vertrag.
EIB-Vizepräsidentin Nicola Beer (3. v.l.) und WEMAG-Vorstände Caspar Baumgart und Thomas Murche unterzeichnen im Beisein von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig den Darlehensvertrag. Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

Alle Beteiligten halten im Batterieraum des Speichers den Vertrag sichtbar in den Händen.
Starkes Signal für den Ausbau der Netzinfrastruktur. WEMAG-Vorstand Thomas Murche, Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, EIB-Vizepräsidentin Nicola Beer und WEMAG-Vorstand Caspar Baumgart (v.l.) bei der gemeinsamen Vertragsunterzeichnung im WEMAG-Batteriespeicher. Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer
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