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Stromversorgung im Wandel: Warum Ausfälle ernst genommen und richtig eingeordnet werden sollten

Der viertägige Stromausfall in einem Teil von Berlin im Januar hat Fragen zur Sicherheit unserer Stromversorgung ins Licht gerückt. Der Landesverband Erneuerbare Energien Mecklenburg-Vorpommern (LEE MV) ordnet die aktuelle Diskussion gemeinsam mit dem regionalen Netzbetreiber, WEMAG Netz GmbH, sachlich ein. „Stromausfälle machen uns bewusst, wie abhängig unser moderner Alltag von einer funktionierenden Energieversorgung ist. Gerade deshalb ist es wichtig, solche Ereignisse sachlich einzuordnen und nicht zu dramatisieren.” meint Christian Pegel, Minister für Inneres und Bau Mecklenburg-Vorpommern.

Techniker arbeiten am Strommast.
Netzausbau im Stromnetz der WEMAG Netz GmbH. Foto: WEMAG/Stephan-Rudolph-Kramer

Die Stromversorgung ist eine Lebensader für unseren Alltag. In Deutschland wie weltweit steigt der Bedarf an elektrischem Strom weiter. Fast alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche sind auf eine stabile Stromversorgung angewiesen. Auch zentrale Infrastrukturen wie Gasversorgung, Wasserversorgung oder Telekommunikation funktionieren nur mit Strom. Störungen in der Stromversorgung machen bestehende Abhängigkeiten sichtbar. Für Stromversorger bedeutet das: Netze müssen zuverlässig betrieben und kontinuierlich überwacht werden sowie auf außergewöhnliche Ereignisse vorbereitet sein. Netzbetreiber sind gesetzlich verpflichtet, Vorsorge zu treffen und ihre Handlungsfähigkeit für unterschiedliche Störungsfälle sicherzustellen. Dazu gehören die Vorhaltung technischer Redundanzen, die klare Definition von Abläufen sowie die enge Abstimmung mit Kommunen, Behörden und dem Land. Die WEMAG Netz GmbH verfügt über umfassende Notfall- und Wiederherstellungspläne. Sie gewährleistet eine permanente Netzüberwachung, rund um die Uhr einsatzbereite Entstördienste sowie klar geregelte Kommunikations- und Entscheidungsstrukturen im Störfall. Bei größeren Ereignissen arbeitet die WEMAG Netz eng mit Feuerwehren, Katastrophenschutz, Kommunen und weiteren Infrastrukturbetreibern zusammen, um Prioritäten festzulegen und kritische Einrichtungen wie Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen oder Wasserwerke möglichst schnell wieder zu versorgen.

Trotz alledem gilt: Kein Stromnetz – unabhängig von Region oder Struktur – kann zu 100 Prozent gegen Ausfälle geschützt werden. Extreme Wetterereignisse, technische Defekte oder mutwillige Beschädigung können die Stromversorgung zeitweise beeinträchtigen. Statt die Illusion vollständiger Ausfallsicherheit zu pflegen, kommt es auf die Fähigkeit an, Störungen schnell zu erkennen, ihre Auswirkungen zu begrenzen und die Versorgung zuverlässig wiederherzustellen. „Ein vollständig ausfallsicheres Stromnetz gibt es nicht“, sagt Thomas Murche, technischer Vorstand der WEMAG. „Entscheidend ist, wie gut ein Netz auf außergewöhnliche Situationen vorbereitet ist. Mit klaren Notfallkonzepten, hoher Redundanz und laufenden Investitionen stellen wir sicher, dass Störungen schnell behoben und Auswirkungen für die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern möglichst gering gehalten werden.“ 

Erneuerbare Energiesysteme haben in der Vergangenheit bewiesen, dass sie maßgeblich zur Netzstabilität beitragen. Strom wird in vielen Anlagen erzeugt, nicht in einzelnen Großkraftwerken. Diese Struktur erhöht die Robustheit des Systems, da es keinen einzelnen Punkt gibt, dessen Ausfall die Stromerzeugung insgesamt beeinträchtigen könnte. Um diese Potenziale zu heben, ist es dringend nötig, dass mehr Stromspeicher an das Netz angeschlossen werden, um Produktionsschwankungen abzupuffern.

Die Integration von elektronischen Komponenten, die nach einem Stromausfall zum Neustart der Netze dienen, sollte forciert werden. Nicht zuletzt müssen die Stromnetze zudem digitalisiert werden: Mit mehr Daten lassen sich rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten, um Ausfälle zu verhindern. 

In Mecklenburg-Vorpommern und im Netzgebiet der WEMAG werden Stromunterbrechungen in den meisten Fällen innerhalb kurzer Zeit behoben. Die Mehrzahl der Störungen dauert deutlich unter einer Stunde. Um diese hohe Zuverlässigkeit zu sichern, investiert die WEMAG Netz GmbH kontinuierlich in die Modernisierung und den Ausbau der Netze, etwa durch den Einsatz digitaler Netzleittechnik, den Ersatz störanfälliger Freileitungen durch Erdkabel sowie die Anpassung der Netzinfrastruktur an die wachsenden Anforderungen der Energiewende. 

„Die Versorgungssicherheit ist in Mecklenburg-Vorpommern besonders hoch, weil der Ausbau der Erneuerbaren einen deutlichen Ausbau der Netze erfordert. Damit steigt die Versorgungssicherheit der Stromverbraucher, weil sich der Netzausbau an den Erfordernissen der weit höheren Einspeisung orientiert und somit teilweise Dopplungen für die Versorgung schafft.“ betont Johann-Georg Jaeger, Vorstandsvorsitzender des LEE MV. Moderne und leistungsfähige Stromnetze sind eine zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende – und gleichzeitig ein stabilisierender Faktor für Gesellschaft und Wirtschaft. 

Dazu Christian Pegel: “Investitionen in moderne, digitale und leistungsfähige Stromnetze stärken die Resilienz unseres Landes. Der kontinuierliche Netzausbau, die Digitalisierung der Infrastruktur und der Ausbau erneuerbarer Energien stärken nicht nur die Energiewende, sondern auch die Sicherheit und Resilienz unserer kritischen Infrastrukturen.”

Fazit: 

Es gibt keinen absoluten Schutz vor Stromausfällen. Gleichzeitig ist die Stromversorgung in Mecklenburg-Vorpommern robust aufgestellt und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Eine sachliche Einordnung hilft, Vertrauen zu stärken und den Blick auf das Wesentliche zu lenken: Versorgungssicherheit und Energiewende gehören zusammen – heute und in Zukunft.

WEMI
Ihr persönlicher KI-Assistent.
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