Younicos und WEMAG bauen größten europäischen Batteriespeicher

29.04.2013

Erster kommerzieller 5 MW-Lithium-Ionen-Batteriepark zur Sicherung der Netzstabilität / 20-jährige Leistungsgarantie von Zellhersteller Samsung SDI / Standort West-Mecklenburg

Berlin/Schwerin, 29. April 2013 – Der Schweriner Ökostromversorger WEMAG will den europaweit ersten kommerziellen Batteriepark zum Ausgleich kurzfristiger Netzschwankungen errichten. Lieferant des vollautomatisierten Batterieparks ist das auf die Netzintegration erneuerbarer Energien spezialisierte Unternehmen Younicos. Ab Mitte 2014 soll der Großspeicher mit einer Kapazität von 5 Megawattstunden in Betrieb gehen. Er soll mit einer Leistung von 5 Megawatt helfen, die Netzfrequenz auf der Übertragungsnetzebene zu stabilisieren und Wind- und Sonnenstrom sicher in das bestehende Netz zu integrieren. Das koreanische Unternehmen Samsung SDI garantiert die Leistung der verwendeten Lithium-Ionen-Zellen 20 Jahre lang. Die Investition soll sich über Teilnahme am Primärregelleistungsmarkt refinanzieren.

Clemens Triebel, Gründer und Vorstand von Younicos: “Wenn wir den Umstieg auf Erneuerbare ernst nehmen, müssen wir in der Lage sein, fossile Kraftwerke ganz abzuschalten, wenn genug Wind- und Sonnenstrom da sind. Leistungsfähige Speicher, die kurzzeitige Schwankungen ausgleichen, sind dafür der Schlüssel und gleichzeitig ein wichtiger Hebel für mehr Erneuerbare: Jedes Megawatt an installierter Batterie ersetzt das Zehnfache an sonst für die stabile Stromversorgung benötigter konventioneller Kraftwerksleistung. So schaffen wir schnell mehr Platz für Wind- und Sonnenenergie in unseren Netzen. Gemeinsam mit der WEMAG werden wir beweisen, dass sich das - gerade für innovative Stromversorger - schon heute rechnet.”

„Im Netzgebiet der WEMAG sind knapp 800 Megawatt Anschlussleistung aus regenerativen Quellen installiert. Etwa 80 Prozent der verbrauchten Strommengen werden hier aus Erneuerbaren Energien gewonnen“, erklärt Thomas Pätzold, Vorstand der WEMAG AG. Der Standort sei daher optimal, so Pätzold: “Der Batteriespeicher hilft, besonders die Schwankungen aus der volatilen Einspeisung auszugleichen.“ Die Netzstabilisierung wird in verschiedenen Spannungsebenen wirken. Das Batteriespeicherwerk soll am 110-kV-Umspannwerk Schwerin-Lankow errichtet werden. So ist die Integration in das regionale Verteilnetz und eine Anbindung an das nahegelegene 380-kV-Höchstpannungsnetz sichergestellt.

Das Berliner Start-up Younicos hat den vollautomatisierten Batteriepark in den letzten Jahren technisch und wirtschaftlich entwickelt und wird ihn in Schwerin ab Juni 2013 schlüsselfertig errichten. Younicos wird den Batteriepark beim Netzbetreiber 50 Hertz Transmission für die Erbringung von Primärregelleistung präqualifizieren. Seit Dezember 2012 nimmt Younicos bereits mit den Batterien seines Technologiezentrums Berlin-Adlershof am Markt für Primärregelleistung teil. Zur Abdeckung von Erstprojektrisiken wurde zudem eine Förderung durch das Umweltinnovationsprogramm des Bundesumweltministeriums beantragt. Die Errichtung erfolgt vorbehaltlich der Förderungszusage.

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Teststand im Younicos-Technologiezentrum Berlin-Adlershof

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Younicos-Gründer Clemens Triebel (l.) zeigt Wemag-Vorstand Thomas Pätzold (r.) die Technologie

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Speicherung notwendig: Knapp 800 Megawatt Anschlussleistung haben die im WEMAG-Netz installierten Ökokraftwerke

Über die WEMAG:

Die Schweriner WEMAG AG ist ein bundesweit aktiver Ökostrom- und Gasversorger. Regionale Verbundenheit, Umweltschutz und Nachhaltigkeit bestimmen das Handeln des kommunalen Unternehmens. Die WEMAG betreibt in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Niedersachsen ein 15.000 km langes Stromnetz, engagiert sich im Umweltschutz und gewinnt einen Teil des Stroms aus regenerativen Quellen. Die Stiftung Warentest bescheinigte der WEMAG 2012 ein "sehr starkes ökologisches Engagement".

Die WEMAG-Unternehmensgruppe ist einer der größten Arbeitgeber Westmecklenburgs: 570 Mitarbeiter - davon 38 Azubis - sorgen für eine sichere Energieversorgung. Unter der Marke "wemio.de" liefert die WEMAG Ökostrom aus erneuerbaren Energiequellen an alle Haushalte und Gewerbekunden. Seit 2011 werden klimafreundliche Gasprodukte angeboten. Hinzu kommen erhebliche Investitionen in Erneuerbare Energien, Energieeffizienzprodukte und die Möglichkeit der Bürgerbeteiligung über die Norddeutsche Energiegemeinschaft eG.

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