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Was für Vorteile hat Ökogas gegenüber herkömmlichem Erdgas?

16.06.2019

Der Energieträger Ökogas hat eine Reihe von Vorteilen zu bieten. Seit einigen Jahren haben Verbraucher die Möglichkeit, unter verschiedenen Gas-Anbietern denjenigen zu wählen, der das für sie günstigste Angebot bereithält. Aber nicht nur aufgrund der Liberalisierung des Gasmarktes entscheiden sich immer mehr dazu, beim Heizen und zur Warmwasser-Aufbereitung auf Ökogas zu setzen.

Alle Vorteile von Ökogas auf einen Blick

  • Bei der Verbrennung von Erdgas fallen weniger CO2-Emissionen an als bei anderen fossilen Brennstoffen.
  • Erdgas verbrennt sauber. Es tritt keine Rußbelastung auf.
  • Die Installation einer Erdgasheizung ist unproblematisch. Dazu sind die Geräte kostengünstiger, verbrauchen weniger Platz und sind einfacher zu bedienen als eine Ölheizung oder andere Systeme.
  • Die weltweiten Erdgasvorkommen reichen im Gegensatz zu anderen fossilen Brennstoffen noch für Jahrzehnte aus und es gibt weitere Reserven, die in Zukunft abbaubar sein könnten.

Dies alles hat sicher dazu beigetragen, dass der Erdgas-Anteil unter den fossilen Brennstoffen, die in Deutschland eingesetzt werden, gegenwärtig etwa 25 Prozent ausmacht. Die Tendenz ist dabei stark steigend. In wenigen Jahren wird Erdgas wohl zum wichtigsten dieser Energieträger werden.

Der Planet Erde in unseren Händen

Karin Schmidt / pixelio.de

Ausgleich von COdurch die Verbrennung von Erdgas

Unter den fossilen Energieträgern hat Erdgas den niedrigsten Anteil an Kohlenstoff. Bei seiner Verbrennung entsteht im Vergleich zu beispielsweise Heizöl mit dem gleichen Heizwert etwa 25 Prozent weniger Kohlendioxyd oder CO2. Die globale Erwärmung geht wohl zu einem erheblichen Teil auf den CO2-Ausstoß zurück. Die Entscheidung für Erdgas ist also bereits ein Beitrag zur Minderung des Treibhaus-Gases in unserer Erdatmosphäre. Dennoch: Auch wenn die CO2-Bilanz beim Erdgas günstiger ist als bei anderen fossilen Energieträgern, wird auch hier Kohlendioxyd in erheblichem Umfang freigesetzt. Derzeit werden in Deutschland in jedem Jahr rund 84 Milliarden Kubikmeter Erdgas verbraucht. Daraus werden 840 Milliarden Kilowattstunden [kWh] gewonnen. Pro Kilowattstunde fallen etwa 0,2 Kilogramm COan. Das heißt, Deutschland kommt hier auf die gigantische Summe von jährlich 168 Millionen Tonnen COdurch die Verbrennung von Erdgas.

Doch damit nicht genug. Neben COwerden auch weitere Gase für den Treibhauseffekt verantwortlich gemacht. Dazu gehören im Wesentlichen Stickoxide und Methan. Sie werden alle im sogenannten CO2-Emmissionsfaktor erfasst. Das heißt, ihr Anteil an der Klimaerwärmung wird auf denjenigen des CO2umgerechnet. Es handelt sich also um ein CO2-Äquivalent oder einen CO2-Gegenwert. Wird nun diese Gesamtbelastung mit Treibhausgasen betrachtet, ergibt sich bei der Verbrennung von Heizöl ein CO2-Äquivalent von 0,319 Kilogramm pro Kilowattstunde. Auch hier belastet Erdgas mit 0,247 Kilogramm pro Kilowattstunde die Umwelt deutlich weniger. Auf den Jahresverbrauch in Deutschland gerechnet kommen so aber doch über 207 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent zusammen.

Übrigens werden derzeit in Deutschland jährlich insgesamt fast 1.000 Millionen Tonnen klimaschädliche Treibhausgase freigesetzt. Das sind 1.000.000.000.000 Kilogramm.

Mit Ökogas werden CO2-Emissionen an anderer Stelle zu 100 Prozent ausgeglichen

Genau an dieser Stelle setzt Ökogas an. Kohlendioxyd wird nämlich nicht nur freigesetzt. Pflanzen beispielsweise nehmen es bei der Photosynthese auf und wandeln es zu Sauerstoff um. Wenn nun also für jedes Kilogramm freigesetztes Treibhausgas beispielsweise eine Aufforstung stattfindet, bei der Pflanzen entstehen, die genau diese Menge aufnehmen, gleicht sich die Klimabilanz aus. Das ist der entscheidende Vorteil von Ökogas gegenüber Erdgas. Häufig wird hier ein zusätzlicher Beitrag erhoben, der in der Regel etwa 0,3 bis 0,5 Cent pro Kilowattstunde beträgt, um damit Klimaschutzprojekte zu finanzieren.

Dabei kommen keine Projekte infrage, die ohnehin aufgrund eines wirtschaftlichen Nutzens durchgeführt würden. Zum Beispiel ist die Aufforstung eines Wirtschaftswaldes unter Verwendung von Ökogas-Geldern nicht sinnvoll. Unterstützte Projekte müssen ganz klar den Klimaschutz im Vordergrund haben. Dabei braucht es nicht nur um die Erhöhung des Baumbestandes zu gehen.

Bäume, Sonne und die Ostsee - saubere Luft - CO2 Ausgleich

Welche Argumente sprechen für einen Wechsel zu Ökogas?

Die globale Erwärmung gehört zu den Schlüsselproblemen, vor denen die Menschheit gegenwärtig steht. Wesentlichen Anteil an den Klimaveränderungen haben COund andere Treibhausgase, die in die Atmosphäre geraten. Die Nutzung von Erdgas führt hier jährlich alleine in Deutschland zu einem Ausstoß von rund 207 Millionen Tonnen Treibhausgasen. Jeder kann aber einen Beitrag leisten, die individuelle CO2-Bilanz zu verbessern. Der Umstieg auf Ökogas ist eine Möglichkeit. Mit einem Wechsel in einen entsprechenden Ökogas-Tarif wird gewährleistet, dass die durch Förderung, Transport und Verbrennung verursachten CO2-Emissionen vollständig ausgeglichen werden. Das heißt, mit einem Wechsel in einen Ökogas-Tarif werden Belastungen, die auf der einen Seite entstehen, auf der anderen Seite vermieden bzw. eingespart. Es ist gesetzlich geregelt, dass der Wechsel des Gasanbieters ohne Lieferunterbrechungen funktioniert. Wie Sie ohne Probleme den Gasanbieter wechseln, erfahren Sie hier.

Welche Projekte werden mit Ökogas gefördert?

Zwar gilt Erdgas als vergleichsweise umweltfreundlicher und sauberer fossiler Brennstoff. Dennoch wird bei der Verbrennung Kohlendioxid (CO2) freigesetzt. Das Ökogas-Konzept soll dazu beitragen, die schädlichen Klimafolgen dieser Emissionen auszugleichen. Zu diesem Zweck wird zunächst berechnet, wie viele CO2-Emissionen bei der Verbrennung von Erdgas freigesetzt werden. Durch eine Investition in zertifizierte Klimaschutzprojekte wird genau diese Emissionsmenge an anderer Stelle wieder eingespart – somit ist Ökogas klimaneutral. Finanziert wird der Emissionsausgleich aus dem Zusatzbeitrag für Ökogas.

CO2

Bernd Wachtmeister / pixelio.de

CO2-Emissionen sind ein globales Problem, Projekte daher weltweit sinnvoll

Die Projekte, die aus den Zusatzbeiträgen für Ökogas gefördert werden sind vielfältig. Oberstes Prinzip ist dabei immer, dass bei jedem Projekt der Klimaschutz im Vordergrund steht und keine Projekte infrage kommen, die aufgrund eines wirtschaftlichen Nutzens, einer unumgänglichen Infrastrukturmaßnahme, einer gesetzlichen Verpflichtung oder ähnlichem ohnehin durchgeführt würden.

Es gibt dabei nicht nur innerhalb Deutschlands Möglichkeiten, Klimaprojekte zu unterstützen. Mittelknappheit und dazu noch ein massiver Aufklärungsbedarf sind besonders Kennzeichen in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern. Teilweise sind in solchen Regionen mit geringen Aufwendungen bereits enorme Vorteile für die Klimabilanz zu erreichen. Auch hier werden durch Ökogas zahlreiche Projekte unterstützt, die zum Beispiel den Wechsel vom weit verbreiteten Kochen über offenem Holzfeuer zu umweltfreundlicheren Varianten zum Inhalt haben. Darüber hinaus werden zahlreiche Aufforstungs- und Waldsanierungsprojekte unterstützt. In Kanada wurden etwa dank der Ökogas-Beiträge Riesenlebensbäume gepflanzt, die innerhalb von 100 Jahren bis zu 7 Tonnen CObinden können. Weitere Projekte fördern den Umstieg auf nachhaltige Energieerzeugung: In der Türkei wurde beispielsweise ein Windkraftprojekt finanziert, während in Indien der Bau eines Laufwasserkraftwerks realisiert werden konnte.

Strenge Qualitätsrichtlinien für Klimaschutzprojekte

Damit sich Kunden sicher sein können, mit dem Ökogas-Beitrag nur ökologisch und wirtschaftlich sinnvolle Projekte zu unterstützen, müssen die geförderten Projekte strenge Qualitätskriterien erfüllen. Zu diesem Zweck arbeiten Ökogas-Anbieter mit unabhängigen Prüfinstituten wie dem TÜV sowie mit privaten Dienstleistungsunternehmen zusammen, die den Nutzen und die Qualität von Projekten beurteilen und anschließend Zertifikate vergeben. Als Grundlage dafür dienen weltweit anerkannte Standards wie der Verified Carbon Standard (VCS) oder der Clean Development Mechanism (CDM) Gold Standard, welche die vom Kyoto-Protokoll geforderten Auflagen erfüllen.

Ein zentrales Kriterium dieser Standards ist der Nachweis der Zusätzlichkeit, das heißt, es muss sichergestellt sein, dass das Projekt nur zum Zweck des Klimaschutzes und nicht aus anderen Gründen stattfindet. Außerdem wird die exakte Einsparungsmenge durch unabhängige Prüfer vorab berechnet und der Fortschritt während der Projektlaufzeit regelmäßig vor Ort überprüft – man nennt dies auch Verifizierung. So wird sichergestellt, dass die Investitionen ihren Zweck erfüllen. Darüber hinaus müssen weitere ökologische und soziale Standards gewährleistet sein. Anhand einer „Nachhaltigkeits-Matrix“ wird beispielsweise beurteilt, ob durch das Projekt Arbeitsplätze vor Ort entstehen oder ob die lokale Umweltbelastung gesenkt werden kann.

Waldaktie Öko Erdgas

Klimaschutz in Entwicklungsländern – hoher Nutzen bei geringen Investitionen

Zahlreiche durch Ökogas geförderte Klimaschutzprojekte finden im Ausland statt. Das liegt daran, dass die Produktionsprozesse in Deutschland bereits sehr energieeffizient sind und hierzulande daher keine so großen Einsparungen mehr erzielt werden können. In Entwicklungsländern fehlen dagegen häufig das Wissen und die finanziellen Mittel, um auf energieeffiziente und umweltfreundliche Technologien umzurüsten. Daher können bereits mit geringem Aufwand hohe CO- Einsparungen erzielt werden. Darüber hinaus fördern Entwicklungsprojekte in Entwicklungsländern den Technologietransfer, schaffen Arbeitsplätze vor Ort und können damit zu verbesserten sozialen und ökologischen Verhältnissen beitragen. Für den Klimaschutz ist es letztlich unerheblich, an welcher Stelle Emissionen eingespart werden. Wichtig ist nur, dass in der globalen Bilanz weniger Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangt.

Doch auch in Deutschland werden Klimaschutzmaßnahmen aus Ökogas-Beiträgen gefördert. Ein bemerkenswertes Projekt ist beispielsweise die MoorFutures-Initiative, die mit dem Ökoaktivgas der WEMAG unterstützt wird.

Mit jedem MoorFutures Zertifikat eine Tonne weniger CO2-Emissionen

Hinter dem Projekt stehen auch die Landesregierungen von Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. In diesen beiden Bundesländern sind Moorgebiete zu finden, die sich über 500.000 Hektar ausdehnen. Das ist eines der größten Moorgebiete in Deutschland. Leider hat eine intensive Nutzung des Wassers durch die Landwirtschaft aber auch das übermäßige Torfstechen zu einer weitgehenden Entwässerung der Moore geführt. Damit wurde zahlreichen Arten, die auf das Moor angewiesen sind, die Lebensgrundlage entzogen. Gleichzeitig kommt es in entwässerten Mooren zu Zersetzungsprozessen, bei denen beträchtliche Mengen an Treibhausgasen freigesetzt werden.

MoorFutures engagiert sich nun darin, diese Moorgebiete wieder zu vernässen. Dabei ist die so entstehende Reduktion von CO2-Emissionen exakt nachprüfbar. Also gibt MoorFutures Zertifikate heraus, die jeweils auf eine Tonne COgezeichnet sind. Mit dem Verkauf jedes Zertifikates werden Einnahmen erzielt, mit denen eine Wiedervernässung durchgeführt werden kann, die nachhaltig verhindert, dass genau diese Menge an COdurch Zersetzungsprozesse im Moor in die Atmosphäre gelangt. Mit dem Ökoaktivgas von wemio wird also unter anderem für jede Tonne CO2, die durch die Nutzung von Erdgas entsteht, ein MoorFutures Zertifikat gekauft und die Bilanz ist ausgeglichen. Dazu ist lediglich ein zusätzlicher Beitrag von 0,27 Cent netto pro Kilowattstunde erforderlich. Außerdem entstehen so im Nordosten Deutschlands wieder wunderbare Moorlandschaften. Die Artenvielfalt wird gefördert und regionale Strukturen gestärkt. Zusätzlich gewinnen die Projektbeteiligten schließlich wertvolle Erkenntnisse über die effektive Wiedervernässung trockener Moore.

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