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Gasverbrauch und Gaskosten im Einfamilienhaus und 4 Personen Haushalt

27.08.2019

Heizen mit Gas ist beliebt – keine Frage. Rund ein Drittel aller deutschen Haushalte heizt mit Gas, wobei es sich in den meisten Fällen um Erdgas handelt. Diese Beliebtheit ist auf ein paar gute Gründe zurückzuführen: Die Investitionskosten für eine Gasheizung sind vergleichsweise gering. Gleiches gilt für den Schadstoffausstoß, vor allem im Vergleich mit Heizöl. Die Technik ist ausgereift, der Brennstoff benötigt keine eigene Lagerstätte und die Verfügbarkeit ist deutschlandweit sehr hoch. Hinzu kommen relativ hohe Wirkungsgrade, die sich mittels moderner Brennwerttechnik auf bis zu 100 Prozent steigern lassen.

Inhalt

  1. Durchschnittlicher Gasverbrauch & Gaskosten in deutschen Haushalten
  2. So viel bezahlt eine vierköpfige Familie
  3. Gasverbrauch in alten und neuen Gebäuden
  4. So viel lässt sich durch Haussarnierung sparen
  5. Einsparpotenziale moderner Brennwerttechnik nutzen
  6. So setzt sich der Gaspreis zusammen
Geldscheine von 20 € bis 500 €, ein Schlüsselbund, ein Bleistift und ein Spielzeughaus

© Thorben Wengert / pixelio.de

Durchschnittlicher Gasverbrauch & Gaskosten in deutschen Haushalten

Trotz aller Vorteile: auch ein Gasverbrauch kann höher als nötig ausfallen. Da ist es gut zu wissen, wie viel Gas andere Haushalte im Schnitt benötigen, um daraus Rückschlüsse auf den eigenen Verbrauch ableiten zu können. Pro Haushalt werden hierzulande im Schnitt 16 m³ Gas pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr benötigt. Das entspricht 160 kWh pro Jahr, wenn die Gasheizung sowohl Heizwärme als auch Warmwasser bereitstellt und das Haus von vier Personen bewohnt wird. Wird das Gas allein zum Heizen benutzt, sind es noch 14 m³ (140 kWh pro Jahr). Anhand der aktuellen Gaspreise sind derzeit je nach Anbieter und Region rund 5 bis 8 Cent (im Schnitt 6,22 Cent) je verbrauchter kWh Erdgas zu veranschlagen. Hinzu kommt der verbrauchsunabhängige Grundpreis des jeweiligen Anbieters. Im Vergleich zum Jahr 2017 sind die Preise damit sogar um 1,3% gesunken (nach dem Monitoringbericht der Bundesnetzagentur (BNetzA) und Bundeskartellamt (BKartA).

So viel bezahlt ein 4 Personen Haushalt

Hierzu ein konkretes Kostenbeispiel: Ein 4-Personen-Haushalt bewohnt eine 100 m2-Wohnung in Schwerin und verbraucht ca. 16.000 kWh pro Jahr für Heizung und Warmwasser. Sie entscheidet sich für den umweltfreundlichen Ökogas-Tarif „WEMAG Ökogas Natur“ des Anbieters WEMAG mit einem Verbrauchspreis von derzeit 5,33 Cent pro kWh sowie einem Grundpreis von 21,84 Euro pro Monat (Stand August 2019).

Die jährliche Gasrechnung des 4-Personen-Haushalts setzt sich folgendermaßen zusammen:

Grundpreis:
21,84 Euro x 12 Monate = 262,08 Euro

Verbrauchspreis: 
16.000 kWh x 5,33 Cent = 852,80 Euro

Gesamtkosten (Grundpreis + Verbrauchspreis):
262,08 Euro + 852,80 Euro = 1.114,88 Euro / Jahr

Das ergibt monatliche Gaskosten von 92,91 Euro. 

Da die vierköpfige Familie vom Grundversorger zur WEMAG wechselt, gewährt der Gasanbieter einen einmaligen Neukundenbonus von 125 Euro. Dadurch reduzieren sich die Gaskosten im ersten Jahr auf 989,88 Euro jährlich oder 82,49 Euro monatlich. Hinzu kommen die jährlichen Kosten für Schornsteinfeger und Wartung.Würde die vierköpfige Familie ausschließlich ihren Heizbedarf über Erdgas decken, dann reduziert sich der Jahresverbrauch von 16.000 kWh auf 14.000 kWh jährlich. Das ergibt Gaskosten von 1.008,28 Euro jährlich bzw. 84,02 Euro monatlich (ohne Neukundenbonus).

Den Stromverbrauch im 4-Personen Haushalt finden Sie hier

Gasverbrauch in alten und neuen Gebäuden

Doch der Gasverbrauch hängt nicht allein von der Wohnfläche, sondern ganz entscheidend vom Haustyp und vom Dämmungsgrad ab.Ein frei stehendes Einfamilienhaus benötigt im Schnitt 22.944 kWh pro Jahr. Besonders hoch ist der Verbrauch mit rund 32.000 kWh bei Häusern, die bis zum Jahr 1977 gebaut wurden. Deutlich niedriger fällt der Verbrauch bei Häusern aus, die nach 2002 erbaut wurden, hier sind es im Schnitt nur noch 16.000 kWh pro Jahr. Ein Haus, das nach dem Standard KfW-Haus 70 saniert wurde, kommt nur noch auf jährliche 9.600 kWh pro Jahr. Unterbieten lässt sich dieser Wert noch mit einem Passivhaus: Mit 2.400 kWh pro Jahr ist der Verbrauch gegenüber dem Durchschnitt auf weniger als ein Zehntel gesunken.Verbrauch an kWh von alten und neuen Gebäuden pro Jahr

Häuser, die bis zum Jahr 1977 gebaut wurden
32.000 kWh

Häuser, die nach 2002 gebaut wurden
16.000 kWh

Häuser, die nach Standard kfW-Haus 70 sarniert sind
9.600 kWh

Soll der Warmwasserverbrauch im Nachhinein vom Energieverbrauch abgezogen werden, können dafür pro Person zwischen 800 und 1.000 kWh veranschlagt werden. In einem Einfamilienhaus, das nach 2002 gebaut wurde und in dem vier Personen leben, käme dann ein Warmwasserverbrauch zwischen 3.200 kWh und 4.000 kWh zustande. Der reine Heizungsverbrauch beliefe sich dann also auf Werte zwischen 12.000 kWh und 12.800 kWh.

So viel lässt sich durch Haussanierung sparen

Anhand dieser Verbrauchswerte lässt sich zeigen, wie sich eine Modernisierung bzw. Sanierung auf die Gaskosten auswirkt:Unsere vierköpfige Beispiel-Familie bewohnt ein „durchschnittliches“ frei stehendes Wohnhaus in Schwerin und benötigt für Heizung und Warmwasser 22.944 kWh pro Jahr. Sie bezahlt 123,75 Euro monatlich (ohne Neukundenbonus) bzw. 1.485 Euro jährlich, wenn sie umweltfreundliches „Waldgas“ des Gasanbieters WEMAG bezieht.

In einem nach 2002 erbauten Haus würde der Haushalt nur noch 16.000 kWh jährlich benötigen. Bei diesem Verbrauch reduzieren sich die monatlichen Kosten auf 92,91 Euro. Das bedeutet eine Ersparnis von immerhin 30,84 Euro monatlich oder 370,08 Euro jährlich!

Saniert die vierköpfige Familie ihr Wohnhaus nach dem Standard KfW-Haus 70 und senkt ihren Verbrauch auf 9.600 kWh pro Jahr, fällt ihre Gasrechnung mit 64,48 Euro monatlich noch einmal deutlich niedriger aus. Die Ersparnis gegenüber dem „Durchschnitts-Haus“ beträgt satte 59,27 Euro monatlich oder 711,24 Euro jährlich.

Und wie viel würde der Haushalt in einem modernen Passivhaus bezahlen? Bei einem Jahresverbrauch von 2.400 kWh beträgt die monatliche Gasrechnung nur noch 29,17 Euro. Pro Jahr bezahlt die Familie für ihr Erdgas 350,04 Euro – um 1.134,96 Euro weniger als im Durchschnitts-Szenario.

Im Gegensatz dazu bezahlt eine vierköpfige Familie in einem unsanierten, vor 1977 erbauten Haus mit einem Verbrauch von 32.000 kWh stolze 163,98 Euro monatlich oder 1.967,76 Euro jährlich für Heizung und Warmwasser. An diesem Beispiel erkennt man gut, wie groß die Einsparmöglichkeiten durch eine Haussanierung sind!

Neues, modernes Haus in weiß mit roten Dachziegeln

Moderne Häuser verbrauchen weniger Strom © 13902 / pixabay.de

Säulendiagram mit dem verbrauch in kWh - Erbautes Haus vor 1977 mit 32.000 kWh und monatlichen Kosten von 163,96 €. Erbautes Haus nach 2002 mit 16.000 kWh Verbrauch und monatlichen Kosten von 92,91 € im Monat.

Einsparpotenziale moderner Brennwerttechnik nutzen

Gasheizung ist nicht gleich Gasheizung. Wie bei anderen Heizmethoden gilt auch hier, dass der Verbrauch an Brennstoffen umso höher ausfällt, je älter die eingesetzte Technik ist. Wer auf besonders günstige Verbrauchskosten Wert legt, wird in modernen Brennwertgeräten eine passende Lösung finden. Hier wird der in den Abgasen enthaltene Wasserdampf als zusätzliche Wärmequelle genutzt. Ältere Standardkessel führen die Abgase einfach nach außen hin ab. Beim Brennwertkessel wird das Abgas jedoch vorher an einem Wärmetauscher vorbeigeführt, durch den auch das abgekühlte Rücklaufwasser fließt. Hier kondensiert der in den Abgasen enthaltene Wasserdampf und erzeugt die sogenannte latent Wärme, mit der das vorbeifließende Wasser vorgeheizt wird. Auf diese Weise werden Energie und CO2 gespart. Das macht sich auch im Geldbeutel bemerkbar: Gegenüber herkömmlichen Heizkesseln lassen sich die Verbrauchskosten um bis zu 30 Prozent reduzieren.

Abweichungen von Durchschnittswerten lassen einen zu hohen Verbrauch erkennen

Zu beurteilen, ob ein Gasverbrauch zu hoch ist, hängt natürlich vom Einzelfall ab. Einen groben Richtwert ergeben die auf ganz Deutschland bezogenen Durchschnittswerte zum Jahresverbrauch an Erdgas. Sie liegen bei 140 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter in Haushalten, die Erdgas nur zum Heizen nutzen, und bei 160 kWh dort, wo es zudem für die Warmwasserbereitung eingesetzt wird. Bei einer Wohnung mit 80 Quadratmetern und Erdgas-Nutzung zum Heizen sowie für Warmwasser berechnen sich daraus also 12.800 kWh im Jahr oder rund 1.000 kWh im Monat. Einbezogen werden muss natürlich auch, wie viele Personen in einem Haushalt leben, wie intensiv die Wohnung oder das Haus genutzt wird und einiges mehr.

Technik auf dem neusten Stand, optimale Einstellungen und Wartung senken Verbrauch spürbar

Liegt der Verbrauch aber deutlich über diesen Werten, ist dies ein Anlass zur Ursachenforschung. Der erste Blick sollte dabei auf den Gaskessel fallen. Hier sind unterschiedliche Einstellmöglichkeiten vorhanden, die die Vorlauftemperatur regeln oder auch für eine Nachtabsenkung der Heizleistung sorgen. Eine optimale Einstellung aller Werte kann schon einige Prozent einsparen, ohne dass eine Veränderung der Raumtemperatur wahrgenommen wird. Zudem ist es möglich, dass der Heizkessel selber veraltet ist. Hier sind im Wesentlichen frühere Standard-, neuere Niedrigtemperatur- und sehr sparsame Brennwertkessel zu unterscheiden. Je nachdem, welche Technologie eingesetzt wird, kann der Verbrauch bei gleicher Heizleistung um über 30 Prozent differieren. Als Nächstes kommen die Heizkörper für einen eventuell zu hohen Verbrauch infrage. Insbesondere regelmäßige Wartungsintervalle sind hier einzuhalten. Darüber hinaus sollten sie möglichst offen und in einem guten Abstand von Möbeln oder Gardinen stehen. Auch durch eine Verkleidung kann der Heizkörper seine Energie nicht optimal entfalten und der Gasverbrauch steigt.

So setzt sich der komplette Gaspreis zusammen

Der Gaspreis besteht in der Regel aus zwei Komponenten

Zunächst einmal ist der Gaspreis, ähnlich wie beim Stromtarif, zweigeteilt. Es fällt ein gleichbleibender Grundpreis an, der in der Regel monatlich abgerechnet wird. Dazu kommt der Arbeitspreis, der sich nach dem tatsächlichen Verbrauch in Kilowattstunden (kWh) richtet. 

Je nach Anbieter kann der Grundpreis jedoch in Abhängigkeit vom Arbeitspreis erheblich schwanken. Manche Gasversorger verzichten sogar völlig auf einen Grundpreis und berechnen stattdessen einen entsprechend höheren Arbeitspreis. Für den Verbraucher ist es daher besonders wichtig, auf dieses Verhältnis von Grund- und Arbeitspreis zu achten. In Privathaushalten beispielsweise liegt der durchschnittliche Jahresverbrauch pro Quadratmeter Wohnfläche bei 140 kWh, falls das Erdgas nur zum Heizen verwendet wird, und bei 160 kWh, wenn auch die Warmwasserversorgung über Erdgas erfolgt.

Grundpreis + Arbeitspreis = Gaspreis
  • Steuern und Abgaben: Selbstverständlich möchte auch der Staat am Erdgas mitverdienen. Er tut dies einerseits über die Mehrwert – oder Umsatzsteuer und andererseits über eine eigens erhobene Erdgassteuer. Dazu sind Konzessions- und Förderabgaben zu entrichten, die neben Bund und Ländern vornehmlich Städten beziehungsweise Gemeinden zugute kommen. Zusammen macht das ca. 24 Prozent des Gaspreises aus.
  • Netznutzungskosten: Um das Gas zum Kunden zu bringen, sind Gasanbieter auf Leitungssysteme von Gasnetzbetreibern angewiesen. Hier mussten Investitionen geleistet werden. Zudem fallen Betriebs- und Instandhaltungskosten an sowie Aufwendungen, die mit den Zählern in Zusammenhang stehen. Dafür werden Netznutzungskosten entrichtet, die von der Landesregulierungsbehörde sowie der Bundesnetzagentur reguliert werden und mit rund 23 Prozent beim Gaspreis zu Buche schlagen.
  • Vertriebs- und Verwaltungskosten: Natürlich hat der Gasanbieter selber auch Kosten. Dazu gehören Ausgaben für den Kundenservice, die ordnungsgemäße Abrechnung von Leistungen aber auch Aufwendungen, die für den Verkauf anfallen. Mit ungefähr zehn Prozent macht dies aber den geringsten Anteil am Gaspreis aus.
     

Intelligente Gewichtung von Grundpreis & Arbeitspreis verringert je nach Verbrauch die Gesamtkosten

Je weiter der tatsächliche Gasverbrauch bei einer hervorragenden Wärmedämmung oder auch in Passivhäusern unter diesen Durchschnittswerten liegt, desto mehr kann auf einen niedrigen Grundpreis bei höheren Arbeitspreisen geachtet werden. Beispielsweise in nicht-sanierten Altbauten wird der Durchschnittsverbrauch aber häufig deutlich überschritten. Hier kann es sinnvoll sein, einen höheren Grundpreis zu wählen, um den Arbeitspreis also die Abrechnung pro kWh gering zu halten. Wird dann eine Sanierung durchgeführt, lohnt es sich, einen Tarifwechsel in Betracht zu ziehen. Analog gilt natürlich auch, dass in kleineren Wohnungen aufgrund des geringeren Gasbedarfs ein niedrigerer Grund- bei höherem Arbeitspreis infrage kommt und bei größeren Wohnungen oder Eigenheimen umgekehrt.

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