Wir haben einen Plan!

22.11.2019

Wie müssen die Stromnetze der Zukunft aussehen, damit auch weiterhin eine sicher und stabile Stromversorgung gewährleistet werden kann? Das fragen sich die Verteilnetzbetreiber der Arbeitsgemeinschaft Flächennetzbetreiber Ost (ARGE FNB OST), zu der auch die WEMAG gehört, in regelmäßigen Abständen immer wieder. Jetzt haben sie ihren gemeinsamen Netzausbauplan 2019 (NAP 2019) veröffentlicht. Bis 2030 bedarf es diesen Planungen zufolge in der Region zwischen Ostseeküste und Thüringer Wald elf neuer Netzverknüpfungspunkte zwischen dem Verteilnetz (das den Strom zum Verbraucher bringt) und dem Übertragungsnetz (das den Strom über weite Strecken transportiert). 29 Verknüpfungspunkte müssen verstärkt werden. Im Hochspannungsnetz müssen 526 Kilometer neue Trassen gebaut und 2.156 Kilometer Trassen verstärkt werden. Der Bedarf an Netzausbau- und Netzverstärkungsmaßnahmen ist groß.

Netzausbau ist eine der dringendsten Herausforderungen für die Politik

Netzausbau ist aus Sicht vieler Unternehmen eine der dringendsten Herausforderungen. Foto: WEMAG/Rudolph-Kramer

Warum ist das so?

Die Klimaziele zur CO²-Minderung, mögen sie für manche auch noch nicht ausreichend sein, führen in Zukunft dazu, dass es zu einer stärkeren Elektrifizierung des Verbrauchs kommt – also fossile Energieträger abgelöst werden. Dort wo viel Erneuerbare Energie produziert wird, übersteigt die Stromerzeugung in den Verteilnetzen den Verbrauch um ein Vielfaches. Nach Prognosen der ARGE FNB OST werden im Jahr 2030 fast 90 Prozent (etwa 50 Gigawatt) des erzeugten Stroms in den Netzen der Arbeitsgemeinschaft aus Erneuerbaren Energien stammen. Damit werden Flächennetze, die einstmals reine Versorger waren mehr und mehr zu Flächenkraftwerken. Es kommt häufiger und in deutlich größeren Mengen zu Rückspeisungen von Energie ins Übertragungsnetz. Hierfür braucht es neben ausreichend Leitungskapazitäten auch ein gutes Management. Das Stichwort lautet „intelligenter Netzbetrieb“. Ein intelligentes Netz arbeitet ebenenübergreifend, kann auf Schwankungen unmittelbar reagieren und vorausschauend planen. Dafür ist ein stetiger Datenaustausch notwendig für den noch ein verlässlicher rechtlicher Rahmen und ein sicherer Datenaustausch entwickelt werden muss. 
Einen weiteren Baustein für ein sicheres und stabiles Netz liefern Speicherlösungen. Insgesamt fehlt es in diesem Bereich neben den technischen Voraussetzungen unter anderem auch noch an gesetzlichen Neuregelungen. Auch die damit verbundene stellenweise neue Rolle der Flächennetzbetreiber gegenüber den Übertragungsnetzbetreibern ist noch nicht abschließend definiert. Die nun vorgelegten Ergebnisse des NAP 2019 der ARGE FNB Ost sind ein konkreter Beitrag zur gemeinsamen weiteren Netzentwicklung in Nordostdeutschland.
 

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