Strom zu Gas-Anlage der WEMAG gewinnt VKU-Sonderpreis für Kooperation

11.11.2015
Die Strom zu Gas-Projektpartner bei der VKU-Preisverleihung in Berlin

Die Strom zu Gas-Projektpartner bei der VKU-Preisverleihung in Berlin (Foto: VKU)

Schwerin/Berlin, 11.11.2015. Der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) hat der Strom zu Gas-Anlage der WEMAG AG den Sonderpreis für Kooperation verliehen. Die Jury hat besonders den zukunftsweisenden Charakter der Anlage gewürdigt. „Sie hat eine Vorbildfunktion für die Energiebranche, da die Projektpartner bereits heute die Einbindung der Strom zu Gas-Technologie in kommunale Verteilnetze demonstrieren und bei der Schaffung der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen unterstützen“, so Ivo Gönner, VKU-Präsident.

Die WEMAG betreibt die Anlage mit weiteren zwölf Unternehmen der Thüga-Gruppe: Die badenova AG & Co. KG, Erdgas Mittelsachsen GmbH, Energieversorgung Mittelrhein AG, erdgas schwaben gmbh, ESWE Versorgungs AG, Gasversorgung Westerwald GmbH, Mainova Aktiengesellschaft, Stadtwerke Ansbach GmbH, Stadtwerke Bad Hersfeld GmbH, Thüga Energienetze GmbH, e-rp GmbH sowie Thüga Aktiengesellschaft als Projektkoordinatorin. „Ich freue mich über diese Auszeichnung. Sie bestätigt unsere effiziente und verantwortungsvolle Kooperation.  Als Mitbetreiber leisten wir in vielen Bereichen mit der Strom zu Gas-Anlage Pionierarbeit“,  sagt Thomas Pätzold, Technischer Vorstand der WEMAG. Mit dem Innovationspreis sowie dem Sonderpreis prämiert der VKU alle zwei Jahre Unternehmen aus den Sparten Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft und Stadtreinigung sowie des Bereichs Telekommunikation für ihre innovativen und zukunftsweisenden Ideen. Er wurde stellvertretend für alle beteiligten Mitarbeiter von Tobias Struck in Berlin entgegengenommen, dem Leiter im Bereich Speicher und Projekte bei der WEMAG.

Anlage mit zukunftsweisendem Charakter

Mit dieser Anlage ist es uns gelungen, die Praxistauglichkeit der Strom zu Gas-Technologie auf Verteilnetzebene zu demonstrieren. Schon frühe Tests haben gezeigt, dass der Elektrolyseur selbst sehr schnell hoch und runter geregelt werden kann, was eine sehr gute Voraussetzung für die Teilnahme am Regelenergiemarkt ist.

Projektleiter Tobias Struck

 

Die Strom zu Gas-Anlage der WEMAG hat sich für die Teilnahme am Markt für Sekundärregelenergie präqualifiziert.

Mit der Vermarktung am Regelenergiemarkt ist die Schweriner WEMAG vertraut. Seit über einem Jahr beteiligt sich der bundesweit anbietende Energieversorger auch mit dem 5 Megawatt leistungsstarken Batteriespeicher an den wöchentlichen Ausschreibungen des Primärregelenergiemarktes. Seit der ersten Beteiligung am Primärregelleistungsmarkt am 22. September 2014 erwirtschaftet der Großspeicher Erlöse. Seither hat sich die WEMAG mit der Batterie 55 Mal an der Primärregelleistungsausschreibung beteiligt. „Der Speicher erhielt bei jeder Teilnahme den Zuschlag durch den zuständigen Übertragungsnetzbetreiber  und konnte die Anforderungen störungsfrei erbringen“, führt WEMAG-Vorstand Pätzold aus. Der durchschnittliche Leistungspreis, der für die 55 Vermarktungseinheiten erzielt wurde, liegt bei 3.684 € pro Megawatt.

Kernstück der Strom zu Gas-Anlage ist der Protonen-Austausch-Membran (PEM)-Elektrolyseur. Er wandelt elektrische Energie mittels Elektrolyse in Wasserstoff um und macht somit den Strom speicherbar. Bevor der produzierte Wasserstoff in das Frankfurter Verteilnetz eingespeist wird, sorgt eine Gasdruckregelmess- und Mischanlage dafür, dass die Zumischung an Wasserstoff im Gasverteilnetz zwei Volumenprozent nicht überschreitet. Für den PEM-Elektrolyseur war der Einsatz in Kombination mit der Strom zu Gas-Technologie inklusive Einspeisung in das Erdgasverteilnetz neu: „Die Thüga Strom zu Gas-Anlage war die erste dieser Art weltweit, in der die Technologie so zum Einsatz gebracht wurde“, so Phil Doran, Geschäftsführer ITM Power GmbH – dem Hersteller der Anlage. Die Projektpartner der Strom zu Gas-Plattform haben sich für die PEM-Technologie entschieden, weil sie umweltfreundlich ist, die Anlage lastflexibler macht und eine sehr kompakte Bauweise aufweist. Der erste Belastungstest hatte im relevanten Lastbereich (zwischen 50 und circa 320 Kilowatt) ergeben, dass die Gesamtanlage – von der Stromentnahme bis zur Gaseinspeisung – einen Wirkungsgrad von bis zu 77 Prozent, bezogen auf den Brennwert, erreicht.

Kombination von Strom- und Gasnetzen volkswirtschaftlich sinnvoll

„Die Strom zu Gas-Technologie verbindet die Strom- und Gasnetze innovativ miteinander.  Unsere Erwartungen wurden übertroffen. Ein Grund für den hohen Wirkungsgrad ist auch die Tatsache, dass wir direkt in das Gasverteilnetz einspeisen.  Den kurz- und mittelfristigen Speicherbedarf bis 2050 könnten die Gasverteilnetze vollständig aufnehmen“, erklärt Pätzold weiter. Die vorhandenen Gasnetze werden im Sinne der Energiewende nicht mehr nur klassisch als Transportmittel genutzt, sondern, verbunden mit dem Stromnetz, dienen sie als Speicher und Transportmedium für zum Beispiel in Wasserstoff umgewandelte erneuerbare Energien und sorgen dafür, dass man diese vielfältig nutzen kann. So kann der gewonnene Wasserstoff sowohl für den Mobilitätsmarkt verwendet als auch klassisch rückverstromt werden (z.B. in einem Gaskraftwerk) sowie im Industrie- und Wärmebereich Anwendung finden.

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