Ohne Holland...

18.06.2018 - 08:30

... geht hier nichts. Zumindest dann, wenn es um sichere Kommunikation im Stromnetz geht.

Stromversorgung früher und Stromversorgung heute, das lässt sich gut mit einem beliebten Spielzeug vergleichen. Stromversorgung früher ist mehr so Lego duplo. Die Steine sind groß, handlich und einfach zu nutzen. Stromversorgung heute ist eher so, als würde man den Lego-Star-Wars-Todesstern mit seinen 4.016 Teilen unter fünf Stunden zusammenbauen wollen.

Die Energiewende macht aus der Stromerzeugung also eine hochkomplexe Aufgabe, bei der die dezentralen Produzenten auf der einen und die Vielzahl von Verbrauchern auf der anderen Seite ständig miteinander „reden“ müssen. Damit das zuverlässig klappt, setzen Netzbetreiber und Regionalversorger auf den Aufbau eigener Kommunikationsnetze.

Die EWE Netz, die Netzgesellschaft Düsseldorf, die RheinEnergie (Net Aachen), die TEAG Thüringer Energie, die WEMAG und die Westfalen WeserNetz haben jetzt begonnen eigene 450 Mhz-Funknetze aufzubauen. Die können erstens die Stromnetze steuern und dabei auch die wachsende Zahl der Smart-Meter-Gateways einbinden. Zweitens sind sie Garant für eine zuverlässige Kommunikation im Krisenfall. Partner beim Aufbau dieser sicheren und schnell verfügbaren Verbindung ist die 450connect. Gemeinsam mit weiteren Energieunternehmen realisiert das Tochterunternehmen des niederländischen Stromversorgers Alliander ein bundesweites Netz 450-MHz-Funknetz. Das steht für Unternehmen, die besonders hohe Anforderungen an die Sicherheit von Kommunikationsverbindungen haben, zur Verfügung.

Thomas Murche, Technischer Vorstand der WEMAG erklärt, weshalb das wichtig ist: „Die wichtigste Eigenschaft unserer Funknetze ist die sogenannte Schwarzfall-Fähigkeit. Herkömmliche Telekommunikationsnetze fallen ohne Strom nach wenigen Stunden aus. Unsere Lösung ist mehrfach abgesichert und funktioniert hundertprozentig. Sollte es je zu einem flächendeckenden Blackout kommen, können wir die Stromnetze schnell wieder hochfahren. Ohne funktionierende Kommunikationsmöglichkeit wäre das sehr schwer bis unmöglich“.

Stefan Kapferer, vom Bundesverband der Deutschen Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) bestätigt: „Diese Kommunikationslösung ist wie keine andere geeignet, die durch Digitalisierung und Dezentralisierung entstehenden Bedarfe zu adressieren und auch weiterhin die Daseinsvorsorge zu gewährleisten“.

Alliander berichtet von einer erfolgreichen Umsetzung in den Niederlanden. Dort sind bereits eine Million Nutzer an das Funknetz angeschlossen.

Und so fahren wir vielleicht ohne Holland zur WM. Wenn es jedoch um den sichere Kommunikation im Krisenfall geht, können wir von der Kompetenz unserer Nachbarn auf jeden Fall profitieren.

Thomas Murche, Technischer Vorstand der WEMAG

Thomas Murche, Technischer Vorstand der WEMAG Foto: Stephan Rudolph-Kramer

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