Gasverteilnetze als Batterien der Zukunft

11.02.2015
Grafik: Einspeisung von Erneuerbare Energien Strom ins kommunale Gasverteilnetz

Wie EE-Strom ins kommunale Gasnetz eingespeist wird. Grafik: Strom zu Gas

Die Nutzung erneuerbarer Energien hat bisher einen Haken: Sie ist kaum steuerbar. Könnte in Zeiten geringer Abnahme beispielsweise viel Windenergie erzeugt werden, so bleibt heute wegen fehlender Speichermöglichkeit nur die Abschaltung bestimmter Produktionseinheiten. Ein Verbund von 13 Unternehmen der Thüga-Gruppe, darunter auch die WEMAG, bündelt deshalb sein Wissen und Kapital zur Erforschung von Strom-zu-Gas-Anlagen. Die Idee: Mittels Elektrolyse wird Wasser in seine chemischen Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Der Wasserstoff wird anschließend in die Gasverteilnetze eingespeist und auf diese Weise gespeichert. Es ist die bundesweit erste Anlage, die auf diese Weise arbeitet. Was einfach klingt, ist Gegenstand eines mehrere Millionen Euro teuren und auf mehrere Jahre angelegten Forschungsprojektes. Der jüngste Belastungstest, den die WEMAG gemeinsam mit dem den zwölf anderen Partnern der Thüga-Gruppe sowie dem European Institute for Energy Research und der DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut durchführte, verlief viel versprechend:

Unsere Strom-zu-Gas-Anlage hat die Erwartungen beim Wirkungsgrad übertroffen

Thomas Pätzold, Technischer Vorstand der WEMAG AG

 

In der Tat: Mit weit über 70 Prozent Wirkungsgrad von der Stromentnahme bis zur Gaseinspeisung kann sich das Ergebnis sehen lassen. Den kurz- und mittelfristigen Speicherbedarf bis 2050 könnten die Gasverteilnetze vollständige aufnehmen, bestätigt Thomas Pätzold und bezeichnet diese als „Batterien der Zukunft“. Auch in der Flexibilität erzielt die Anlage gute Werte und kann schnell auf veränderte Lastensituationen im Netz reagieren. Damit sind nicht nur die ersten Schritte auf dem Weg zur Markteinführung getan, sondern auch ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Energiewende.

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