Ein neuer Stern ist geboren

18.09.2018 - 08:00

„WBS 500“ so heißt die erste Mehrzweck-Batteriestation, die die WEMAG heute in Neustadt-Glewe in Betrieb nahm. Zugegeben, im Vergleich zum großen Batteriespeicher handelt es sich eher um ein Sternchen, dafür jedoch um eines mit ganz besonderen Fähigkeiten, wie WEMAG-Vorstand Thomas Murche zu berichten wusste:

„Batteriespeicher sind für die Energiewende wie ein Schweizer Taschenmesser – sie verfügen über verschiedene Funktionen und sind vielseitig einsetzbar“.

 

Ein neuer Stern ist geboren: WBS 500

Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

Ein neuer Stern ist geboren: WBS 500

Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

Vielfältig einsetzbar – ein Multitalent

Die kompakte „WBS 500“ ist für Energieversorger und Industrie gleichermaßen nutzbar. Schließt man die Station mit mehreren anderen zusammen, entsteht ein virtuelles Kraftwerk. Die „WBS 500“ kann bis zu 500 Kilowatt Primärregelleistung zur Verfügung stellen und damit in Sekundenbruchteilen Frequenzschwankungen ausgleichen. Für lokale Energieengpässe steht die Batteriestation mit einer Leistung von 750 Kilowatt zur Verfügung.  Die Bedeutung der heutigen Inbetriebnahme unterstrich auch Energieminister Christian Pegel, der die Idee eines Speichernetzwerkes ausdrücklich begrüßte und vor allem die Effizienz und Bauweise der „WBS 500“ lobte, weil sie sich gut in die vorhandene Infrastruktur integrieren lasse.

Dem Prototypen in Neustadt-Glewe werden weitere folgen. Stück für Stück sollen sie allein oder im Verbund wichtige Aufgaben im Energienetz der Zukunft übernehmen. 
Die im Vergleich zu Batteriekraftwerken kleinen Stationen sollen künftig allein oder gemeinsam verschiedene Aufgaben der Energieversorgung und Systemdienstleistungen übernehmen. Sie werden dazu beitragen, die Netzstabilität verbessern, erneuerbare Energien zu integrieren oder auch die Ladeinfrastruktur für Elektromobilität ermöglichen. Für Letzteres wird zur Erprobung in den kommenden Monaten eine öffentliche Ladesäule an der neuen Batteriespeicherstation installiert.

In Eigenregie entwickelt – WEMAG treibt Innovationen voran

In Schwerin sitzen echte „Batterie-Experten“. Denn dort betreibt die WEMAG bereits seit 2014 ein Batterie-Kraftwerk, das mittlerweile eine Leistung von 10 Megawatt anbietet.
Und so entstand auch die „WBS 500“ gemeinsam mit regionalen Partnern aus Westmecklenburg und der Prignitz in Eigenregie der WEMAG. Etwa anderthalb Jahre dauerte das Projekt, in das die WEMAG bisher 650.000 Euro investierte, erklärte Projektleiter Jost Broichmann. Förderung gab es unter anderem vom Grüner Strom-Label. In der fertigen Produktserie wird der Preis der Batteriestation künftig darunter liegen. Je nach Kundenwunsch kann eine Speicherkapazität von maximal einer Megawattstunde Strom erreicht werden.

Derzeit entwickelt die WEMAG ein virtuelles Kraftwerk, dessen Regelbetrieb parallel ab dem Sommer 2019 geplant ist. In Zukunft können Betreiber von Batteriespeichern ihre Stationen in diese virtuellen Kraftwerke einbinden und daraus Erlöse erwirtschaften. Gleichzeitig dient die Speicherstation auch als Entwicklungsumgebung für die Energiewende-Projekte WindNode und RouteCharge.
 

Ein neuer Stern ist geboren: WBS 500

Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

Ein neuer Stern ist geboren: WBS 500

Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

Gesetzgeber gefragt!

Wenn es nach der WEMAG geht, dann können Batteriestationen in der Zukunft auch als Netzbetriebsmittel genutzt werden. Netzbetreiber müssten diese Speicher dann nicht selbst besitzen, könnten jedoch Leistungen daraus in Anspruch nehmen. Eigentlich eine win-win-Situation, für die heute allerdings noch der passende gesetzliche Rahmen fehlt.
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