6. Abend der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit beim Gastgeber WEMAG

23.09.2014 - 00:00
6. ZMZ-Abend, Zivil-Militärische Zusammenarbeit bei der WEMAG

6. ZMZ-Abend, Zivil-Militärische Zusammenarbeit. Foto: WEMAG/Rudolph-Kramer

Bei Katastrophenabwehr ist jede Hand gefragt. Auch die Bundeswehr kann vom behördlichen Katastrophenschutzstab zur Hilfe gerufen werden, um etwa bei Hochwasser oder überregionalen Stromausfällen Unterstützung zu leisten. Damit die Zusammenarbeit im Ernstfall reibungslos abläuft, tauschen sich Experten der Bundeswehr und zivile Kräfte regelmäßig aus. Gastgeber in diesem Jahr war der regionale Stromanbieter WEMAG.

Oberstleutnant Gotthard Stieb eröffnete die Veranstaltung. Er ist Leiter des Kreisverbindungskommandos (KVK) und bildet damit die Schnittstelle zwischen Bundeswehr, zivilen Akteuren des Katastrophenschutzes und der Gefahrenabwehr. Das sind etwa Landräte, Feuerwehren, Polizei, Rettungsdienste und auch die Betreiber kritischer Infrastrukturen. Stieb erklärte, wie die Bundeswehr mit Material und Personal in Krisensituationen helfen kann.

Absicherung gegen Ausfall kritischer Infrastrukturen 

Welche Bedeutung der Sicherung kritischer Infrastrukturen, also etwa der Stromversorgung, zukommt, war Thema des anschließenden Vortrags von WEMAG Vorstand Thomas Pätzold. „Eine enge Zusammenarbeit mit der Bundewehr und dem Katastrophenschutz ist für die WEMAG als Betreiber kritischer Infrastrukturen unumgänglich. Da ein Stromausfall in kurzer Zeit zum Zusammenbruch der gesellschaftlichen, sozialen, wirtschaftlichen, politischen Strukturen im Wirkungsbereich führen kann, hat die WEMAG höchste Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Dennoch ist ein Stromausfall in Folge externer Einflüsse nicht auszuschließen. Jedes Unternehmen sollte deshalb auch selbst Vorsorgemaßnahmen treffen, um bei unerwarteten Stromausfällen adäquat reagieren zu können.“

Von der Theorie in die Praxis geht es in der kommenden Woche. Dann findet die Katastrophenschutzübung ARCHE2014 statt, an der neben der Bundeswehr auch verschiedene Städte und Landkreise sowie weitere Einrichtungen teilnehmen. Das zu meisternde Krisenszenario bleibt natürlich bis zum Beginn der Übung geheim.

Erfahrung der Vorjahre: Katastrophenschutzübung ARCHE-2012

Bei der ARCHE2012 sahen sich die Teilnehmer nach ressourcenzehrenden technischen Hilfeleistungen ergiebigem Schneefall mit einer durchschnittlichen Höhe von 40 bis 70 cm im gesamten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern (MV) konfrontiert. Leiterseilschwingungen und Mastumbrüche führten zu Störungen in der Stromversorgung und damit zu Störungen im öffentlichen Leben und im Verkehr.

Teilgenommen hatten die Landkreise, die Städte Rostock und Schwerin, das Ministerium des Innern, das Landesamt für zentrale Aufgaben und Technik der Polizei, Brand- und Katastrophenschutz, Vertreter der Stromnetzbetreiber E.ON edis AG und WEMAG Netz GmbH, Mitarbeiter des Deutschen Wetterdienstes und das Landeskommando (LKdo) MV mit seinen unterstellten KVK.

Glossar:

Das Landeskommando (LKdo)

Es ist die zentrale Kommandobehörde der territorialen Wehrorganisation der Bundeswehr in jedem Bundesland und in der jeweiligen Landeshauptstadt stationiert.

Kreisverbindungskommando (KVK)

In Deutschland bestehen 404 KVKs. Jedes KVK besteht aus 12 ortsansässigen Reservisten. Sie stehen den Kreisverwaltungen bzw. zivilen Katastrophenschutzstäben als regionale Ansprechpartner bei der Abwehr von Katastrophen oder Großschadenslagen zur Verfügung.  Sie helfen dabei, die Möglichkeiten und Grenzen einer Unterstützung durch die Bundeswehr einzuschätzen. Übergeordnete Dienststelle der KVKs ist das jeweilige LKdo.

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